23. September 2022 / 05:30 Uhr

"Fußball muss für alle da sein": DFB-Shootingstar Nico Schlotterbeck äußert Wunsch für Katar-WM

"Fußball muss für alle da sein": DFB-Shootingstar Nico Schlotterbeck äußert Wunsch für Katar-WM

Heiko Ostendorp
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Nico Schlotterbeck spricht im Interview über die bevorstehende Weltmeisterschaft in Katar.
Nico Schlotterbeck spricht im Interview über die bevorstehende Weltmeisterschaft in Katar. © IMAGO/Uwe Kraft, ANP (Montage)
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Die Vergabe der WM 2022 an Katar sorgt auch knapp zwei Monate vor Start des Turniers weiter für Kritik. Auch DFB-Innenverteidiger Nico Schlotterbeck empfindet die Situation im Emirat als "nicht zufriedenstellend". Der BVB-Shootingstar formuliert einen Wunsch.

Lange wurde über sie diskutiert, jetzt steht sie kurz vor der Tür: In zwei Monaten beginnt die Weltmeisterschaft (20. November bis 17. Dezember) in Katar. Das Emirat ist umstrittener Gastgeber der ersten Winter-WM: Immer wieder wird Katar wegen systematischer Menschenrechtsverstöße und der Ausbeutung von Migranten kritisiert. Zudem ist im streng konservativen Wüstenstaat Homosexualität gesetzlich verboten. Im Interview mit dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND+), zu dem auch der SPORTBUZZER gehört, hat DFB-Shootingstar Nico Schlotterbeck nun klar Stellung bezogen: "Der Fußball muss für alle da sein und allen offenstehen. Er steht für Vielfalt", sagte der BVB-Innenverteidiger, der mit der Nationalmannschaft in der Nations League am Freitag gegen Ungarn (20.45 Uhr/ZDF) und am Montag in England (20.45 Uhr/RTL) im Einsatz ist, mit Blick auf das Gastgeberland.

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Für Schlotterbeck persönlich stehe aber das Sportliche im Vordergrund: "Wenn ich nominiert werde, freue ich mich. Auch wenn die Situation in Katar nicht zufriedenstellend ist", erklärte der 22-Jährige. "Aber wir Spieler können aus meiner Sicht ohnehin wenig beeinflussen, das ist in erster Linie eine Sache der Funktionäre und der Politik. Wir Sportler haben das Turnier nicht nach Katar vergeben. Wir müssen versuchen, maximalen Erfolg zu haben, das ist unsere Aufgabe."

Dafür wird der DFB im Gastgeberland genau hinschauen. Mit Blick auf die Menschenrechtsdebatte um den WM-Gastgeber werde der DFB "bei Unternehmen, mit denen er in Katar direkt zusammenarbeiten wird, sorgfältig auf die Bedingungen für die Angestellten achten", teilte der Verband zuletzt mit. Weiter heißt es: "Sollten sich bei den DFB-eigenen Analysen und während des Aufenthalts Problemfälle auftun, wird der DFB im Rahmen seiner Möglichkeiten, Einfluss nehmen und versuchen Abhilfe zu schaffen." Katars Emir Tamim Bin Hamad Al Thani hatte am Dienstag in einer Rede bei der Vollversammlung der Vereinten Nationen betont, dass alle Fans bei der anstehenden WM ohne Diskriminierung willkommen seien. "Die Menschen aus Katar werden Fußball-Fans aus allen Gesellschaftsschichten mit offenen Armen empfangen", beteuerte er.

Schotterbeck hofft trotz aller Bedenken vieler Experten auf einen positiven Effekt durch die WM in Katar und formulierte einen Wunsch: "Ich wünsche mir, dass die WM zu einer weiteren Öffnung in Katar beitragen kann. Ich hoffe, dass jeder, der Bock auf die WM hat, auch vor Ort sein kann und wird." Schließlich hätte auch der BVB-Star Lust auf seine erste WM-Teilnahme, doch das liegt nicht in seinen Händen, sondern in denen von Bundestrainer Hansi Flick: "Ich war zuletzt immer nominiert, weil ich meine Leistung im Verein gebracht habe – nur so geht es. Trotzdem kann ich mir nicht sicher sein, weil wir in Deutschland einfach viele gute Innenverteidiger haben. Allein drei kommen aus meiner Mannschaft", sagte Schlotterbeck wohl mit Verweis auf seine Dortmunder Teamkollegen Mats Hummels und Niklas Süle. "Ich werde mein Handy auf jeden Fall anlassen, falls der Bundestrainer anruft."

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