13. April 2021 / 18:10 Uhr

Mehr als eine Formalie: NOFV beschließt am Freitag die Saisonwertung

Mehr als eine Formalie: NOFV beschließt am Freitag die Saisonwertung

Christoph Brandhorst
Märkische Allgemeine Zeitung
BSC Süd-Trainer Mario Block (I.) und sein Kapitän Lukas Kohlmann.
Bei BSC-Trainer Mario Block (l.) würde eine Wertung mit Auf- und Absteigern auf Unverständnis stoßen. © Marcus Alert
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Am Freitag entscheidet das Präsidium des Nordostdeutschen Fußballverbands über die Wertung der Saison 2020/21 in seinen Spielklassen, darunter die Regionalliga Nordost und die Oberligen Nord und Süd. Beim MSV Neuruppin und dem Brandenburger SC Süd wartet man gespannt auf den Entschluss - es geht um Auf- und Abstieg.

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Die Vereine sind sich schon einig: Die Saison 2020/21 soll in den Ligen des Nordostdeutschen Fußballverbandes (NOFV) abgebrochen werden. Das soll das Präsidium auf seiner Sitzung am Freitag beschließen. Doch vor der finalen Runde gibt es auch noch viele offene Fragen – vor allem, was die Regelung von Auf- und Abstieg betrifft. Beim MSV Neuruppin und dem Brandenburger SC Süd erwartet man die Beschlüsse mit Spannung. Der SPORTBUZZER fasst den Stand der Dinge zusammen.

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Welche Entscheidungen werden am Freitag gefällt?

Auf der Präsidiumssitzung des NOFV unter der Leitung von Präsident Herrmann Winkler, der auch dem Sächsischen Fußballverband vorsteht, soll der Abbruch der Saison 2020/21 in allen Spielklassen des Regionalverbandes formal beschlossen werden – also von der Regionalliga Nordost der Männer und Frauen, über die Oberligen Nord und Süd sowie den Regionalligen der A-, B- und C-Junioren bis hin zur Futsal-Regionalliga. Trotzdem ist der Beschluss mehr als eine Formalie. Denn außerdem wird darüber entschieden, wie in den genannten Ligen mit der Auf- und Abstiegsregelung umgegangen wird.

Welche Tendenzen gibt es?

Unstrittig ist: Das NOFV-Präsidium wird am Freitag den Saisonabbruch in allen seinen Spielklassen beschließen. Die Nordost-Regionalligisten hatten sich dafür einstimmig ausgesprochen – und sich auch auf Viktoria Berlin als Aufsteiger in die 3. Liga geeinigt. Unstimmigkeiten gab es zuletzt noch in der Abstiegsfrage. Auch in der Oberliga plädierten die Clubs bereits mehrheitlich für die Beendigung der Spielzeit, waren sich hinsichtlich der Auf- und Abstiegsregelung aber ebenfalls nicht einig. „Der Spielausschuss hat sich in seiner Empfehlung für eine einheitliche Auf- und Abstiegsregelung ausgesprochen“, berichtete Wilfried Riemer, der den Fußball-Landesverband Brandenburg (FLB) in dem Gremium vertritt und die Funktion des Spielleiters der Regionalliga Nordost inne hat.

Worüber gibt es noch Streit?

Die empfohlene Umsetzung der Auf- und Abstiegsregelung erhitzt die Gemüter. „Aus der Regionalliga würde der Tabellenletzte nach der Quotientenregelung absteigen“, erläutert Riemer, obwohl sich die Regionalligisten eigentlich darauf verständigt hatten, dass es keinen Absteiger gibt. Aufgrund der dann womöglich ausufernden Staffelgröße hat der Spielausschuss nun aber einen anderen Vorschlag gemacht. Jetzt würde es den Bischofswerdaer FV treffen. Von dort gebe es aber noch kein klares Statement, in welcher Spielklasse man überhaupt im nächsten Spieljahr starten wolle. Man werde nicht gegen einen Abstieg klagen, hatte BFV-Präsident Jürgen Neumann angekündigt. „Man hat unsere Gutmütigkeit ausgenutzt“, klagte er aber. Die Auf- und Abstiegsregelung würde auch für die Oberligen gelten. Das hieße: Die Spitzenreiter der Nord- und Süd-Staffel, also Tasmania Berlin und der FC Eilenburg, würden jeweils in die Regionalliga aufsteigen. Pro Staffel soll es zwei Absteiger geben. Als Quotienten-Letzten der Oberliga Nord würde es auch den Brandenburger SC Süd erwischen. „Wir haben uns bereits rechtlichen Beistand geholt“, sagte BSC-Präsident Peter Janeck, der kein Verständnis für den Vorschlag habe. Süd-Trainer Mario Block schimpfte: „Das ist alles eine Frechheit.“

Welche rechtliche Grundlage gibt es für den Beschluss?

Wilfried Riemer verweist auf den Paragrafen 9 der NOFV-Spielordnung. Dort ist die Ermittlung von Auf- und Absteigern nach der Quotientenregel festgelegt, sollte „das Spieljahr aufgrund höherer Gewalt oder nicht vorhersehbarer und nicht beeinflussbarer Ereignisse vorzeitig beendet werden“. Ob es Klagen gegen den Beschluss des NOFV geben könne, vermag Riemer nicht zu sagen. Der Finowfurter ist aber sicher: „Würden wir keine Auf- und Absteiger ermitteln, könnte es Klagen geben, denn in Paragraf 9 der Spielordnung ist das Vorgehen ja geregelt.“ Er betont, dass es sich noch immer nur um eine Empfehlung des Spielausschusses handelt. „Die endgültige Entscheidung trifft das Präsidium am Freitag, dann sind wir schlauer.“

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Was würde der Beschluss für den Brandenburger Fußball bedeuten?

„Sollte das Präsidium den Vorschlag so bestätigen, darf der MSV Neuruppin auch in die Oberliga aufsteigen“, ist Riemer sicher. Die Fontanestädter würden nach Quotientenregel noch an Tabellenführer 1. FC Frankfurt (Oder) vorbeiziehen. Im Brandenburger Landesverband (FLB) hatte man sich die Option, Aufsteiger in die NOFV-Spielklassen bei Bedarf zuzulassen, offen gehalten. „Das gilt übrigens nicht nur für Neuruppin, sondern zum Beispiel auch für mögliche Aufsteiger in die Frauen- oder Junioren-Regionalligen“, betont Wilfried Riemer. Gleichzeitig würde der BSC Süd 05 als Absteiger wohl in die Brandenburgliga eingeordnet werden. Der FC Strausberg hatte seinen Rückzug aus der Ober- in die Landesliga bereits freiwillig angekündigt. Der Spielausschuss-Vorsitzende des FLB stellt aber auch klar: „Endgültige Sicherheit über die Zusammensetzung der Ligen im Landes- und Kreisspielbetrieb können wir erst nach Ablauf der Vereinsmeldefrist am 1. Juni 2021 haben.“

Wie groß wären die Ligen?

Für die Regionalliga hat sich der Spielausschuss des NOFV eine Obergrenze von 22 Teams gesetzt, wie Wilfried Riemer berichtet. „Bei 23 Mannschaften würden wir mit einem 24er-Schlüssel planen müssen. Das wären 46 Spieltage – und das Jahr hat nur 52 Wochen.“ Rechnen muss man auch mit möglichen Absteigern aus der 3. Liga. Der 1. FC Magdeburg und der Hallesche FC zittern noch um den Klassenerhalt. Die Oberliga Nord könnte wohl erneut mit 17 Teams planen: Tasmania steigt auf, der BSC Süd und Strausberg ab. Dafür kommen Neuruppin, Berlinligist Eintracht Mahlsdorf und Mecklenburg-Vorpommern-Staffelsieger Schwerin als Aufsteiger dazu. Auch die Brandenburgliga würde durch den Neuruppiner Aufstieg und den gleichzeitigen Brandenburger Abstieg wieder mit 17 Mannschaften starten.