12. September 2020 / 09:46 Uhr

Mit Unterstützung von Handballerinnen: Chemie Premnitz empfängt SG Sieversdorf

Mit Unterstützung von Handballerinnen: Chemie Premnitz empfängt SG Sieversdorf

Christoph Laak
Märkische Allgemeine Zeitung
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TSV-Kapitänin Sarah Ziegenhirt (am Ball) wird mit einem Kreuzbandriss eine lange Zeit ausfallen. © Christoph Laak
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Frauen-Landesliga: Chemikerinnen erwarten am Sonntag die SG Sieversdorf – Handballerinnen des SV Blau-Weiß Wusterwitz helfen aus.

Es war klar, dass es keine leichte Saison für die Landesliga-Fußballerinnen des TSV Chemie Premnitz wird. Dass aber gleich am 2. Spieltag der Schuh so drückt, war nicht abzusehen. „Wir sind ja mit einem kleinen Kader in die Spielzeit gegangen. Zwei Spielerinnen sind aber jetzt schon weggefallen“, erklärt die Mannschaftsverantwortliche Sandra Rusch.

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Kapitänin Sarah Ziegenhirt hat sich in Brieselang schwer am Knie verletzt, fällt mit einem Kreuzbandriss die komplette Saison aus. Und kurzfristig hat sich Alina Braune dazu entschieden, künftig nicht mehr für Chemie, sondern für den FC Stahl Brandenburg aufzulaufen. „Sarah wird uns auf dem Platz enorm fehlen“, schätzt Abwehrchefin Rusch ein.

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Hinzu kommt, dass sich Beatrice Hilgendorf in Brieselang einen Platzverweis abgeholt hat und für das Spiel am Sonntag (Beginn: 13 Uhr, Stadion der Chemiearbeiter) gegen die SG Sieversdorf gesperrt ausfällt. „Damit hatten wir das nächste Problem, waren keine elf Spielerinnen mehr“, erklärt die Premnitzer Mannschaftsverantwortliche.

Doch Not macht erfinderisch. Zum einen wurde Ly Do, welche schon einmal für Chemie die Schuhe geschnürt hat, reaktiviert. Und zum anderen haben sich vier Handballerinnen des SV Blau-Weiß Wusterwitz bereit erklärt, in dieser schwierigen Situation auszuhelfen. „Ly musste kürzer treten, hat jetzt aber wieder mehr Zeit“, erklärt Sandra Rusch und erzählt weiter: „Und dass die Handballerinnen aushelfen, ist einfach richtig große Klasse. Es soll aber erstmal auch eine einmalige Sache sein.“

Vier Handballerinnen gegen Sieversdorf dabei

Mit Janine Moehring, Leonie Göldner, Nancy Melchert und Nele Graff werden gegen Sieversdorf also vier Spielerinnen nicht wie gewohnt zum runden Leder greifen, sondern dagegen kicken. Der Kontakt zu den Wusterwitzerinnen entstand über TSV-Torhüterin Susanne Schlothauer, die gleichzeitig auch im Handball-Tor in Wusterwitz steht und ihre „neuen“ Mitspielerinnen somit bestens kennt. „Ilse (Schlothauer, Anm. d. Red.) hat in Wusterwitz von unseren personellen Problemen erzählt und dort war man sofort bereit, uns zu helfen“, erzählt Sandra Rusch.

Die Kontakte wurden aber auch schon mehrfach gepflegt. So waren die Wusterwitzerinnen auch beim Hallenturnier der Premnitzerinnen dabei und die Chemie-Damen absolvierten auch schon eine Einheit unter dem Wusterwitzer Hallendach. „Da haben wir dann erst Fußball und dann Handball gespielt. Die Teams kennen sich also und verstehen sich auch gut“, so Sandra Rusch, die gegen Sieversdorf plötzlich auf einen Kader von 15 Spielerinnen zurückgreifen kann. „Das bin ich gar nicht gewohnt“, scherzt Rusch mit einem Augenzwinkern.


Der erste Dreier soll eingefahren werden

Und mit diesem üppigen Aufgebot wollen die Chemikerinnen unbedingt die ersten Punkte der Saison einfahren. Gegen Brieselang setzte es eine 0:6-Niederlage. „Wir wollen natürlich gewinnen und das traue ich uns auch zu“, so Sandra Rusch, die auch mit einer weiteren Motivation liebäugelt: „In Wusterwitz ist die Halle immer richtig voll und dort wird richtig Alarm gemacht. Vielleicht kommen ein paar Fans ja mit und unterstützen uns bei diesem Spiel.“