30. März 2021 / 17:26 Uhr

Oberliga-Aufstieg für den MSV Neuruppin? "Das Licht ist noch nicht aus"

Oberliga-Aufstieg für den MSV Neuruppin? "Das Licht ist noch nicht aus"

Marius Böttcher
Märkische Allgemeine Zeitung
Das Eingangstor am Neuruppiner Volksparkstadion bleibt vorerst geschlossen. Vielleicht gibt es dort aber bald Oberliga-Fußball zu sehen.
Das Eingangstor am Neuruppiner Volksparkstadion bleibt vorerst geschlossen. Vielleicht gibt es dort aber bald Oberliga-Fußball zu sehen. © Henry Mundt
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Brandenburgligist aus der Fontanestadt kann von der Quotientenregelung profitieren - Trainer Henry Bloch will nicht zu euphorisch sein.

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Gegen 19.45 Uhr staute sich bei Henry Bloch am Montagabend viel Frust an, kurze Zeit später jedoch hatte der Trainer des MSV Neuruppin seinen Optimismus zurück, als er das Schreiben vom Fußball-Landesverband Brandenburg (FLB) genauer betrachtete. „Ich verfalle nicht in Euphorie und will mich nicht zu sehr darauf versteifen, weil man sonst nur enttäuscht ist. Aber es gibt zumindest die Vermutung, dass wir in der kommenden Saison doch in der Oberliga starten dürfen“, sagt der 47-Jährige.

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Der FLB hat sich gemeinsam mit allen Fußballkreisen für den vorzeitigen Saisonabbruch wegen der Corona-Pandemie entschieden. Auf- und Absteiger soll es mit Blick auf den geringen Anteil der absolvierten Spiele nicht geben. Einzige Ausnahme ist dabei ein möglicher Aufsteiger von der Brandenburg- in die Oberliga. Bei dieser Schnittstelle zum Bereich des Nordostdeutschen Fußball-Verbandes würde der FLB dem Vernehmen nach ein aufstiegsberechtigtes Team benennen, wenn der NOFV auf der anderen Seite einen Aufsteiger von der Ober- in die Regionalliga anfordert. Im Fall der zur Anwendung kommenden Quotientenregelung wäre das in diesem Fall der MSV Neuruppin.

Von Christian Schreier bis Henry Bloch: Die Trainer des MSV Neuruppin seit 2002

Detlef Zimmer führte den MSV Neuruppin (M.) 2002 in die Oberliga. Bei der Aufstiegsfeier auf dem Balkon des Neuruppiner Stadions war neben Stadtwerkechef Dietmar Lenz l.) auch sein Nachfolger Jens Dreschler (r.) an seiner Seite. Auch der derzeitige Trainer Henry Bloch (2. v.l.) spielte seinerzeit in der Mannschaft. Zur Galerie
Detlef Zimmer führte den MSV Neuruppin (M.) 2002 in die Oberliga. Bei der Aufstiegsfeier auf dem Balkon des Neuruppiner Stadions war neben Stadtwerkechef Dietmar Lenz l.) auch sein Nachfolger Jens Dreschler (r.) an seiner Seite. Auch der derzeitige Trainer Henry Bloch (2. v.l.) spielte seinerzeit in der Mannschaft. © Peter Geisler

„Das Licht ist noch nicht ganz aus, sowohl im Landespokal als auch in Sachen Aufstieg besteht noch Resthoffnung“, betont der A-Lizenz-Inhaber. Als Henry Bloch 2017 den Trainerposten im Volksparkstadion übernahm, war es sein Ziel, ein Team aufzubauen, welches spätestens im vierten Jahr um den Aufstieg in die Fünftklassigkeit kämpft. Schon in den letzten Spielzeiten schnupperte man in der Fontanestadt an der Meisterschaft, musste dem Ludwigsfelder FC (2017/18), Victoria Seelow (2018/19) und dem RSV Eintracht (2019/20) aber jeweils den Vortritt lassen.



„Es ist zwar nicht das erste Mal, dass eine Saison abgebrochen wird. Es wäre aber eine Premiere, wenn man nach einem Abbruch keinen Aufsteiger benennt“, erklärt der MSV-Coach. Im Vorjahr wurde die Quotientenregelung angewandt, der RSV Eintracht aus Stahnsdorf jubelte nach 17 Partien über das Startrecht in der Oberliga. „Bitterer als diese Situation, wie wir sie jetzt haben, kann es ja nicht sein“, betont Bloch, „wir wären die Gelackmeierten, die Enttäuschung bei meinen Spielern ist riesengroß.“

Sonst Spätstarter, diesmal sofort "voll dabei"

Doch wäre der Schritt in die Oberliga überhaupt moralisch vertretbar – nach lediglich sieben absolvierten von geplanten 32 Spielen? Diese Diskussion ist laut Henry Bloch fehl am Platze: „Natürlich kann man das hinterfragen, aber letztlich ist es kein Thema, was wir zu entscheiden haben. Wir hätten gerne die 32 Spiele gemacht, waren laut Quotient aber eben das beste Team in der Anfangsphase.“ Der 1. FC Frankfurt führt die höchste Spielklasse des Landes tabellarisch an, der MSV liegt dicht gefolgt und mit einem Spiel weniger aber auf Rang zwei – und kann den besseren Punkteschnitt aufweisen. „In den letzten Jahren waren wir Spätstarter, diesmal hatten die Jungs meine Vorgabe, von Anfang an voll dabei zu sein, super erfüllt. Und wir haben unter anderem in Frankfurt und in Lübben gespielt, also nicht nur Glück mit den Gegnern gehabt.

Beim Märkischen Sportverein erhofft man sich baldige Klarheit, „der FLB hat den Ball jetzt zum NOFV gespielt“, meint Bloch. Und auch auf den Landespokal, in welchem die Neuruppiner im Viertelfinale Oberligist Ludwigsfelde zu Gast haben, hat Henry Bloch ein Auge geworfen: „Wenn wir wüssten, dass am 1. Mai gespielt wird und wir ab 18. April trainieren dürfen, dann wäre zwei Wochen Feuer im Training. Wichtig ist, dass uns nicht die Sache komplett genommen wird.“

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