04. Dezember 2020 / 18:10 Uhr

Pampow-Coach Ronny Stamer: „Haben die Abgänge gut kompensiert"

Pampow-Coach Ronny Stamer: „Haben die Abgänge gut kompensiert"

Johannes Weber
Ostsee-Zeitung
MSV-Trainer Ronny Stamer.
MSV-Trainer Ronny Stamer. © Johannes Weber
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Der MSV Pampow war bislang auch in seinem zweiten Jahr auf einem guten Weg, sich in der NOFV-Oberliga Nord behaupten. Aufgrund der langen Saison-Unterbrechung zweifelt Stamer mittlerweile daran, dass die komplette Spielzeit mit Hin- und Rückrunde durchgezogen werden kann.

Es ist das schwierige zweite Jahr nach dem Aufstieg, in dem sich der MSV Pampow befindet. Die Westmecklenburger verloren im Sommer wichtige Akteure wie Sebastian Drews, Johannes Ernst, Evgeni Pataman (alle drei SG Dynamo Schwerin), Rafael Da Silva Cruz (FC Mecklenburg Schwerin) und Fabio Dias (SV Drochtersen/Assel). Ein Umbruch im Kader mit sieben Neuzugängen stand bevor. Die Zeichen standen nicht gut.

Der MSV trotzte den schwierigen Voraussetzungen in der NOFV-Oberliga Nord und hat sich in den bisherigen neun Partien achtbar aus der Affäre gezogen. Mit 13 Punkten und Rang neun liegen die grünen Piraten im gesicherten Mittelfeld. Pampows Coach Ronny Stamer sagt: „Wir haben die Abgänge von den Spielern, die in der Vorsaison für 35 von 41 Toren zuständig waren, gut kompensiert."

Das sind die Torschützenkönige seit 2009 in der NOFV-Oberliga Nord:

Saison 2008/09: Benjamin Gaudian (TSG Neustrelitz) - 19 Tore in 29 Spielen Zur Galerie
Saison 2008/09: Benjamin Gaudian (TSG Neustrelitz) - 19 Tore in 29 Spielen ©

Auffälig: Die MSV-Kicker holten zwölf ihrer Zähler auf fremden Plätzen. Mit vier Siegen aus fünf Spielen führen die Pampower die Auswärtstabelle der Liga an. Allerdings liegen sie mit nur einem Punkt vor eigener Kulisse ganz hinten, wenn es um die Punkt-Ausbeute bei Heimspielen geht. „Wir sind auswärts stärker aufgetreten als Zuhause. Zudem haben wir gegen die Teams von oben meist enge Spiele geliefert, aber nicht die Punkte geholt", resümierte Stamer.

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Dass es gegen die Topmannschaften SV Tasmania Berlin (0:2) und den Greifswalder FC (1:4) nicht zu Zählern gereicht hat, macht Stamer vor allem am Fehlen wichtiger Akteure fest. „Wenn ein bis zwei Leute fehlen, wie zwischenzeitliche Christian Degener und 'Zewa' Camkins, dann mussten wir innerhalb des Teams etwas schieben. Uns ist dann in einigen Partien auch die Körperlichkeit verloren gegangen", befand der 42-Jährige.

Mit dem bisherigen Saisonverlauf ist er dennoch zufrieden. Für die Pampower hätte es für den Rest der Hinrunde noch richtungsweisende Heimspiele gegen die drei Abstiegskandidaten 1. FC Lok Stendal, Charlottenburger FC Hertha und Brandenburger SC Süd gegeben. Gerade diese Spiele wollte der MSV unbedingt für sich entscheiden, um mit „20 bis 22 Punkten in die Winterpause zu gehen", meint Stamer.

Auf das Einfahren wichtiger Zähler müssen die Pampower jedoch wie die meisten Teams im Land seit Anfang November verzichten. Die Corona-Zwangspause, die vorerst bis zum Jahreswechsel gilt, machte dem ohnehin schon eng gestrickten Terminplan der Oberligen einen gewaltigen Strich durch die Rechnung.


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Stamer zweifelt mittlerweile daran, dass die komplette Saison mit 34 Spieltagen (24 sind noch ausstehend) durchgezogen werden kann. Kürzlich stand ein Re-Start im Januar zur Debatte, damit die fehlenden Termine bis zum geplanten Saisonende (12. Juni) noch aufgefangen werden können. „Vor März werden wir allerdings wohl keinen grünen Rasen betreten können", vermutet der MSV-Trainer.

Aus seiner Sicht würden für die weiteren Verlauf der Spielzeit nur Not zwei Szenarien in Frage kommen. Stamer hält es für möglich, nur die Hinrunde werten zu lassen. Die noch ausstehenden Partien würden dann inklusive der vier Landespokalrunden im kommenden Jahr ausgespielt werden. Variante zwei wäre für Stamer, dass die Saison als Nullrunde ausgelegt wird und es somit keine Auf- sowie Absteiger geben würde. „Aber man weiß ja auch nicht, ob aus der 3. Liga ein Verein runterkommen wird. Das hätte dann ja auch Auswirkungen."

Unter dem Strich bleibt es eine schwierige Situation, die aktuelle Lage zu bewerten. Die Pampower wollen, sobald der Ball wieder rollen darf, mit dem momentanen Personal die nötigen Punkte holen, um den Klassenverbleib in der Oberliga zu erreichen. Veränderungen im Kader sind derzeit nicht vorgesehen. „Wir müssen schauen, alles am laufen zu halten. Ob doch noch was im Kader passieren wird, ist nicht immer ganz klar", so Stamer.