28. Februar 2021 / 13:27 Uhr

In Luckenwalde: Als Torwart Peter Gulacsi kurz die Lust am Fußball verlor

In Luckenwalde: Als Torwart Peter Gulacsi kurz die Lust am Fußball verlor

Frank Neßler
Märkische Allgemeine Zeitung
Jörg Heinrich (r.), im August 2015 Trainer des FSV 63 Luckenwalde, wurde kurz nach der Pause wegen Reklamierens auf die Tribüne verwiesen. Peter Gulacsi (damals RB Leipzig II, kleines Bild) ärgerte sich über seine Rote Karte.
Jörg Heinrich (r.), im August 2015 Trainer des FSV 63 Luckenwalde, wurde kurz nach der Pause wegen Reklamierens auf die Tribüne verwiesen. Peter Gulacsi (damals RB Leipzig II, kleines Bild) ärgerte sich über seine Rote Karte. © Frank Neßler
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Für den jetzigen Stammkeeper des Bundesligisten RB Leipzig ist ein Regionalliga-Punktspiel in Luckenwalde in bleibender Erinnerung geblieben .

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Seinen Einstand in den deutschen Fußball hatte sich Peter Gulacsi (RB Leipzig) anders vorgestellt. Mittlerweile ein Weltklasse-Torhüter in der Bundesliga und der Champions League bei den Sachsen geworden, sprach der 30-jährige Ungar in der vorigen Woche in einem Interview mit dem Fußball-Fachmagazin „Kicker“ auch über seine Anfänge auf den deutschen Fußballplätzen. Luckenwalde spielt dabei eine nicht ganz unbedeutende Rolle.

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Sein offizielles Deutschland-Debüt gab Schlussmann Gulacsi nämlich in der Regionalliga-Nordost am 16. August 2015 im Seelenbinder-Stadion der Teltow-Fläming-Kreisstadt. Zuvor hatte er als junger Keeper schon reichlich internationale Erfahrung gesammelt. Von seinen ungarischen Jugendvereinen Budapesti VSC und MTK Budapest wechselte Gulacsi über die englischen Clubs FC Liverpool, Hereford United, Tranmere Rovers und Hull City zum österreichischen Erstligisten RB Salzburg. Ab dem 1. Juli 2015 stand er schließlich in Leipzig unter Vertrag. Beim sächsischen Bundesligisten ist er mittlerweile seit vielen Jahren Stammtorhüter.

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An das Regionalliga-Punktspiel der damaligen zweiten Mannschaft von RB Leipzig beim Aufsteiger in Luckenwalde kann sich Gulacsi bis heute augenscheinlich gut erinnern. Und dies hat vermutlich nicht nur den Grund, dass das Duell vor mehr als 600 Zuschauern mit einem 3:1-Erfolg der Gäste aus Sachsen endete. Auf dem Rasen ging es ziemlich hitzig zu. Zwei Platzverweise und sieben Gelbe Karten gab es in Luckenwalde am dritten Spieltag der Saison 2015/16.

Gulacsi, der damals in der Startelf der RB-Reserve stand, war einer der Rotsünder. Nach einer Notbremse wurde er in der 51. Minute des Platzes verwiesen. „Heute kann ich darüber lachen, aber damals waren die 35 Minuten in der Kabine in Luckenwalde die schlimmsten meiner Karriere“, bekennt der RB-Torwart im „Kicker“, „ich habe mich ernsthaft gefragt, ob ich jetzt mit Fußball aufhören soll ...“ Er hat es nicht getan. Unaufgeregt entwickelte sich Gulacsi für Leipzig zu einem Leistungsträger und Erfolgsgaranten. Der 30-jährige Ungar zählt im Weiße Weste-Bundesliga-Ranking der Torhüter mit den meisten Zu-Null-Einsätzen zur Spitze.

Im Gegensatz zu Peter Gulacsi erinnert sich der damalige Luckenwalder Trainer Jörg Heinrich „nicht mehr im Detail“ an das Punktspiel gegen die RB-Reserve. Der mit 205 Bundesligaeinsätzen für den SC Freiburg, den 1. FC Köln und Borussia Dortmund sowie 57 Spielen für den AC Florenz in der italienischen Serie A erfahrene frühere Profi wurde wegen Reklamierens kurz nach der Halbzeitpause selbst auf die Tribüne beordert. „Wenn sich Gulacsi noch so gut daran erinnern kann, dann hat Luckenwalde auf jeden Fall bei ihm einen bleibenden Eindruck hinterlassen“, so die Einschätzung von Heinrich.