23. Januar 2022 / 14:59 Uhr

Popp-Comeback und Jonsdottir-Debüt: VfL-Frauen verlieren Testspiel gegen Frankfurt 1:2

Popp-Comeback und Jonsdottir-Debüt: VfL-Frauen verlieren Testspiel gegen Frankfurt 1:2

Jasmina Schweimler
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Im Einsatz für die neuen Klubs: Sveindis Jonsdottir (M.) gab ihr Debüt für den VfL, Ex-Wolfsburgerin Sara Doorsoun (r.) war für Eintracht Frankfurt im Einsatz.
Im Einsatz für die neuen Klubs: Sveindis Jonsdottir (M.) gab ihr Debüt für den VfL, Ex-Wolfsburgerin Sara Doorsoun (r.) war für Eintracht Frankfurt im Einsatz. © Roland Hermstein
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Die Fußballerinnen des VfL Wolfsburg sind wieder auf dem Platz! Im ersten und einzigen Test der Rückrunden-Vorbereitung unterlag die Mannschaft von Trainer Tommy Stroot mit 1:2 gegen Eintracht Frankfurt. Trotzdem erfreulich: Die Langzeitverletzte Alexandra Popp feierte ihr Comeback, Neuzugang Sveindis Jonsdottir ihre Premiere im VfL-Trikot, Youngster Paula Klensmann kam ebenfalls zu ihrem ersten Einsatz.

Knorpelschaden im Knie, Operation, sieben Monate Reha - die vergangenen Monate von VfL Wolfsburgs Alexandra Popp waren nicht leicht. Doch jetzt ist die Allrounderin wieder da und stand bei der 1:2-Testspiel-Niederlage der VfL-Frauen gegen Eintracht Frankfurt am Sonntag erstmals seit 273 Tagen wieder auf dem Platz! Gegen die Gäste aus Hessen, bei denen Neuzugang und Ex-Wolfsburgerin Sara Doorsoun direkt in der Startelf stand, bekleidete Popp 45 Minuten lang neben Lena Oberdorf die Doppel-Sechs, rückte aber auch immer wieder mit nach vorn und zeigte sich zweikampfstark und giftig.

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Die Frankfurterinnen hatten bereits nach vier Minuten aus abseitsverdächtiger Position die erste Chance, den Schussversuch von Laura Freigang parierte Torfrau Almuth Schult aber. Nur wenige Minuten später dann das erste Gegentor: Verena Hanshaw brachte einen Freistoß aus dem rechten Halbfeld zum Tor. Einige Frankfurterinnen liefen in den Strafraum, berührten den Ball aber nicht mehr, stattdessen flog das Leder an Schult vorbei ins Tor.

Frauenfußball-Testspiel: VfL Wolfsburg - Eintracht Frankfurt

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Frauenfußball-Testspiel: VfL Wolfsburg - Eintracht Frankfurt © Roland Hermstein

Und dann war es kurz darauf ausgerechnet Popp, die den Ausgleich einleitete! Mit einem langen Ball schickte die 30-Jährige Rebecka Blomqvist über links, die Schwedin setzte sich an der Seitenlinie clever gegen Leticia Santos durch, legte im Strafraum auf Smits ab, die nur noch den Fuß hinhalten musste - 1:1!

Auch Sveindis Jonsdottir, die bereits im Dezember 2020 verpflichtet und anschließend nach Schweden verliehen wurde, stand in der Startelf und feierte somit ihre Premiere im VfL-Dress. Über rechts machte die Isländerin ordentlich Dampf, wurde von Frankfurts Hanshaw aber mehrfach gut verteidigt. Kurz vor dem Halbzeitpfiff machten sich die Wolfsburgerinnen dann das Leben selbst schwer. Kathrin Hendrich spielte unter Druck einen Rückpass auf Schult, wo aber auch Eintracht-Stürmerin Nicole Anyomi lauerte. Der Abpraller ihres Schusses landete bei Lara Prasnikar, die auf 2:1 erhöhte.

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Es blieb ein Spiel mit hoher Intensität, die eingewechselte Tabea Waßmuth hatte in der 64. Minute eine Großchance, scheiterte aber an SGE-Torhüterin Merle Frohms. Nur rund zehn Minuten später bekam mit Paula Klensmann ein weiterer Youngster die Chance, sich in der Wolfsburger Profi-Mannschaft zu zeigen. Die 19-jährige Verteidigerin kam 2018 aus Jena zur U17 des VfL und wurde ein Jahr später in die U20 befördert, absolvierte bisher insgesamt 45 Spiele für die Jugendmannschaften. Am Spielverlauf änderte aber auch sie nichts mehr, Freigang zog im Eins-gegen-eins noch den Kürzeren gegen Lisa Weiß, später rettete das für Wolfsburg das Aluminium, am Ende blieb es beim 2:1 für Frankfurt.

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Popp: "Das macht Hoffnung auf mehr!"

Popp zeigte sich nach Abpfiff erleichtert. Die Freude über das Comeback war riesig. Und dass die Allrounderin direkt von Beginn an spielen durfte, sei ein netter Bonus gewesen: "Das ist dann noch mal schöner, als irgendwie reinzukommen. So ein Tempo zu gehen ist etwas anderes, als ein Trainingsspiel." Die Vereins- und Nationalmannschaftskapitänin hat ein gutes Spiel absolviert und das einzige VfL-Tor durch Joelle Smits mit einem langen Ball auf Rebecka Blomqvist eingeleitet. Grundsätzlich, so die 30-Jährige, "bin ich einfach froh, dass alles jetzt so abgelaufen ist und ich ein gutes Spiel machen konnte. Und ich freue mich, dass mein Knie mich nicht zurückwirft, es jetzt auch nach dem Spiel ruhig ist. Das macht Hoffnung auf mehr."

Hoffnung auf mehr macht auch der Test gegen die Eintracht. Popp: "Die ersten Minuten haben wir etwas gebraucht, um uns zu finden. Die Gegentore dürfen uns so aber nicht passieren." Den Freistoß, so die Nationalspielerin, "müssen wir besser wegverteidigen, beim zweiten Gegentreffer muss man den Ball vielleicht auch einfach raushauen."

Genau das seien die Erkenntnisse, die für die Vorbereitung auf den Rückrunden-Start in Potsdam am 29. Januar wichtig sind, findet VfL-Coach Tommy Stroot. "Das war genau unsere Wunschkonstellation, denn Frankfurt hat seine erste Elf aufgestellt. Wir hatten gute Szenen, Details haben entschieden. Insgesamt hätten wir auch noch ein Tor mehr machen können", so der 30-Jährige, der sich auch über das Comeback von Popp freut, denn: "Die Vorfreude hat sich in den letzten Trainingswochen angedeutet, wir haben in einigen Phasen mitgelitten, wo sie sich noch ein bisschen gedulden musste. Jeder sieht, was da jetzt an Präsenz und für ein Typ wieder auf dem Platz ist, das wird uns immer helfen."

  • VfL: Schult (60. Weiß) - Wilms (72. Klensmann), Hendrich, Janssen (72. Blässe), Rauch (46. Wedemeyer) - Oberdorf (46. Cordes), Popp (46. Lattwein) - Blomqvist (46. Huth), Roord (46. Starke), Jonsdottir (46. Knaak) - Smits (46. Waßmuth).
  • SGE: Frohms - Santos (80. Köster), Kleinherne, Doorsoun, Hanshaw - Feiersinger (80. Johansdottir), Nüsken, Dunst (80. Aehling) - Freigang, Prasnikar, Anyomi (66. Mauron).
  • Tore: 0:1 (8.) Hanshaw, 1:1 (15.) Smits, 1:2 (43.) Prasnikar.
  • Schiedsrichterin: Heidenreich.

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