07. Juli 2022 / 12:59 Uhr

Pro und Contra zum Haller-Transfer: Reiht er sich in die Riege der Top-Neuner beim BVB ein?

Pro und Contra zum Haller-Transfer: Reiht er sich in die Riege der Top-Neuner beim BVB ein?

André Batistic und Timon Zöfelt
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Sébastien Haller schnürt künftig die Schuhe für Borussia Dortmund.
Sébastien Haller schnürt künftig die Schuhe für Borussia Dortmund. © IMAGO/Pro Shots (Montage)
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Sébastien Haller ist der neue Mittelstürmer von Borussia Dortmund und tritt in die Fußstapfen des abgewanderten Erling Haaland. Zugleich reiht er sich in eine Riege erfolgreicher "Neuner" beim BVB ein. Kann er diesem Anspruch gerecht werden? Die SPORTBUZZER-Redakteure Timon Zöfelt und André Batistic diskutieren.

PRO: Ja, weil Hallers eingebaute Torgarantie dem BVB weiterhelfen wird

von SPORTBUZZER-Redakteur Timon Zöfelt

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31 Millionen Euro zuzüglich vier Millionen an Bonuszahlungen wandern für Sébastien Haller über den Tisch. Und der neue Mann im Dortmunder Sturmzentrum ist jeden Cent wert. Denn: Der körperlich robuste 1,90m-Hüne ist genau das, was der BVB als Zielspieler in der Offensive braucht. Zuzutrauen ist ihm eine erfolgreiche Ära bei den Westfalen daher allemal. Allein sein Empfehlungsschreiben von 34 Toren in 42 Pflichtspielen der abgelaufenen Saison, mit dem der 28-Jährige – übrigens im "besten Fußballer-Alter" – nach Dortmund kommt, lässt aufhorchen. Auch seine Bundesliga-Erfahrung bei Eintracht Frankfurt (15 Tore und neun Vorlagen in seiner letzten SGE-Saison) spricht für ihn.

Dass er zudem auf absolutem Topniveau abliefern kann, wies er mit elf Toren in acht Champions-League-Partien der vergangenen Spielzeit eindrucksvoll nach. Zuletzt aufgekommene Kritik an unzureichenden technischen Fertigkeiten? Völlig fehl am Platz. Die Qualitäten des treffsicheren Angreifers, der selbst bei seinem eher schwächeren Intermezzo bei West Ham United 14-mal in 54 Pflichtspielen knipste, liegen im Abschluss und dem Riecher, der der schnellen und technisch hochwertig besetzten BVB-Offensive das fehlende Puzzleteil serviert.

Klar sind die Fußstapfen eines Erling Haaland groß und keiner darf erwarten, dass Haller diese unmittelbar und vollumfänglich ausfüllt. Doch auch Spieler wie Robert Lewandowski blühten nach anfänglichen Problemen beim BVB erst leicht verzögert so richtig auf. Klar ist: Als Fixpunkt im Angriff benötigen die Westfalen einen Wandspieler, der hohe Bälle festmachen und verwerten kann. Einen, der abseits begnadeter Vorlagengeber wie Giovanni Reyna, Marco Reus und Co. die Tore verlässlich macht – egal wie. Und so einen, das hat er bei sämtlichen Stationen seiner Karriere bewiesen, bekommt der BVB mit Haller.

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CONTRA: Nein, weil der BVB einen anderen Spielertyp braucht

von SPORTBUZZER-Redakteur André Batistic

Robert Lewandowski, Pierre-Emerick Aubameyang und sogar Erling Haaland: die letzten großen "Neuner" des BVB hatten alle etwas gemeinsam. Sie waren nicht nur zentrale Stoßstürmer, sondern leiteten mit ihrer Schnelligkeit und ihrem Ballgeschick auch zahlreiche Torchancen ein und glänzten als Vorbereiter. Genau dieser ins Dortmund-Spiel eingebrannte Stil könnte für Sébastien Haller zum Problem werden. Der Torriecher des Franzosen steht nicht zuletzt wegen seiner überragenden Königsklassen-Saison außer Frage. Inwieweit er beim hohen BVB-Tempo mithalten kann, wird sich zeigen müssen.

Schon vor der offiziellen Verkündung des BVB-Wechsels meldeten sich einige Ex-Profis und TV-Analysten aus den Niederlanden zu Wort, die Hallers Transfer nach Dortmund eher kritisch beäugten. So habe der Stürmer trotz seiner Größe Probleme bei Kopfballduellen und Probleme mit der Ballkontrolle. Kritik, die die Erwartungshaltung der BVB-Fans dämpfen sollte. Einen Allrounder im Sturmzentrum scheint sich Dortmund nicht geangelt zu haben. Doch gerade diesen hätte das Team nach dem äußerst schmerzhaften Haaland-Abgang gebraucht.

Wie schwer sich Haller mit schnellem Fußball tut, hat man während seiner Zeit bei West Ham gesehen. In der temporeichen Premier League gelangen ihm nur zehn Treffer in 48 Spielen. Der Marktwert des Ex-Frankfurters, der 2019 für 50 Millionen Euro von der SGE verpflichtet wurde, sank bis zum Ajax-Transfer auf 30 Millionen Euro. Bleibt nur zu hoffen, dass der BVB den Champions-League-Haller verpflichtet hat.

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