27. August 2021 / 11:05 Uhr

PSG-Profi Thilo Kehrer: So befreite ich mich aus einer psychisch schwierigen Phase

PSG-Profi Thilo Kehrer: So befreite ich mich aus einer psychisch schwierigen Phase

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Thilo Kehrer spricht über die Zeit nach seinem Wechsel zu Paris Saint-Germain.
Thilo Kehrer spricht über die Zeit nach seinem Wechsel zu Paris Saint-Germain. © IMAGO/PanoramiC (Montage)
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Thilo Kehrer spricht in der Sky-Sendung "Meine Geschichte - das Leben von …" offen über eine ganz schwierige Phase in seinem Leben. Anfang des Jahres 2019 wendet sich der Profi von Paris Saint-Germain an einen Psychologen und bittet um Hilfe.

Nur wenige Monate nach seinem Wechsel vom FC Schalke 04 zu Paris Saint-Germain fühlte sich Thilo Kehrer überhaupt nicht wohl. Mitte August 2018 ging es für den ehemaligen deutschen Nationalspieler in die französische Hauptstadt, Anfang 2019 fasste der gebürtige Tübinger einen entscheidenden Entschluss. Die Hemmschwelle, über psychische Erkrankungen zu sprechen, war auch bei Kehrer hoch, wie er in der Sky-Sendung "Meine Geschichte - das Leben von …" mit Riccardo Basile (Erstausstrahlung dieser Folge: Freitag, 21 Uhr, Sky) erklärte.

"Es war eine Zeit lang so, dass ich versucht habe, es zu verdrängen oder mich abzulenken. Ich habe mir gesagt, es ist alles gut, es läuft schon alles, es ist jetzt nur eine kurze Phase. Und irgendwann habe ich mir halt eingestanden, dass es eben nicht so ist - wenn du jetzt nicht nach Hilfe fragst, dann wird es so bleiben oder schlimmer werden. Darauf hatte ich dann keine Lust mehr", sagte Kehrer in der Sendung. Sportlich lief es zu diesem Zeitpunkt gar nicht schlecht. Der Ex-Nationalspieler stand unter dem damaligen Coach Thomas Tuchel fast immer in der Startelf. Was genau zu den psychischen Problemen führte, erklärte der inzwischen 24-Jährige nicht.

Die Behandlung sei relativ schnell verlaufen. "Es war eine Frage von ein paar Wochen", sagte Kehrer: "Aber erstmal überhaupt dahin zu kommen und selbst zuzugeben, ich bin da drin und habe keine Ahnung, wie ich da rauskommen soll, wie sich etwas verändert." Der PSG-Profi vertraute sich in dieser belastenden Situation zunächst seiner Familie an. Der 24-Jährige selbst ist auch schon Papa. Im März 2020 kam Tochter Nala zur Welt. "Ich lerne mehr von meiner Tochter als meine Tochter von mir", meinte Kehrer schmunzelnd in der Sky-Sendung: "Bei Kindern ist es einfach so, dass sie rein sind. Es gibt keine Religion für die Kinder, keine Hautfarbe, kein gut oder schlecht, kein richtig oder falsch. Und so verhalten sich auch kleine Kinder. Davon kann man als Erwachsener viel lernen."

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Kehrer vor Rückkehr in die Bundesliga?

Kehrer startete seine Fußballkarriere bei der TSG Tübingen. In der Jugend spielte er zudem für den SSV Reutlingen und den VfB Stuttgart. Im Sommer 2012 wechselte der Verteidiger in den Nachwuchs des FC Schalke 04 und schaffte dort auch den Sprung zu den Profis. Paris Saint-Germain verpflichtete den neunmaligen Nationalspieler sechs Jahre später für 37 Millionen Euro. Inzwischen ist Kehrer nicht mehr fest als Stammspieler eingeplant. Er kam in der Ligue 1 zwar in den bisherigen drei Spielen immer zum Zug, muss aber bei der starken Konkurrenz mit Marquinhos, Presnel Kimpembe, Abdou Diallo und Sergio Ramos in Zukunft um viele Einsatzminuten bangen. Er wurde daher auch schon von verschiedenen Medien als Verkaufskandidat bezeichnet. Eine Rückkehr in die Bundesliga ist offenbar möglich.