28. Februar 2021 / 11:59 Uhr

RB Leipzigs Mann für die späten Tore: Last-Minute-Sörloth glaubt an den Meistertitel

RB Leipzigs Mann für die späten Tore: Last-Minute-Sörloth glaubt an den Meistertitel

Elena Boshkovska
Leipziger Volkszeitung
Der Mann der späten Tore: Alexander Sörloth (mi.) sichert RB Leipzig den Sieg gegen Borussia Mönchengladbach in der 93. Minute.
Der Mann der späten Tore: Alexander Sörloth (mi.) sichert RB Leipzig den Sieg gegen Borussia Mönchengladbach in der 93. Minute. © dpa-Zentralbild
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Seine Torausbeute ist und bleibt mager. Dennoch: Alexander Sörloth mausert sich bei RB Leipzig zum Mann für die wirklich wichtigen und vor allem späten Tore. Das war am Samstagabend beim 3:2 gegen Borussia Mönchengladbach so. Aber auch in der Champions League sorgte  der Norweger in dieser Saison schon einmal für die Entscheidung.

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Leipzig. Eigentlich schien die Lage zur Halbzeitpause gegen Borussia Mönchengladbach fast aussichtslos. Nach einem Fehler in der Abwehr von Dayot Upamecano kassierten die Roten Bullen schon in der 5. Spielminute einen Elfmeter, den Gladbachs Jonas Hofmann verwandelte. Eine Viertelstunde später stand es nach einem Treffer von Marcus Thuram 0:2. Bis dato war es RB Leipzig noch nie gelungen, einen Zwei-Tore-Rückstand in einem Sieg zu drehen.

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Sörloth bringt frischen Wind

Wie gesagt: bis dato. Denn in der zweiten Halbzeit bewiesen die Messestädter Mentalität, wollten den Sieg, wollten dranbleiben an den Bayern. Trainer Julian Nagelsmann brachte zum Wiederanpfiff Alexander Sörloth für Kapitän Marcel Sabitzer. Und gerade der Norweger, der aufgrund seiner Torflaute ständig in der Kritik steht, machte das Leipziger Spiel um Längen besser.

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Er stand knappe fünf Minuten auf dem Rasen, als er in der 51. Minute das erste Mal einnetzte - eigentlich. Denn der Angreifer schob das Leder mit dem linken Oberarm ein. Der Videoschiedsrichters nahm den Treffer zurück. Sörloth blieb aber dran, "begnügte" sich erstmal mit einer Vorlage, legte kurz darauf Christopher Nkunku mustergültig den zwischenzeitlichen Anschluss auf. Und krönte seine starke Vorstellung schließlich in der 93. Minute, als er das Tor zum 3:2-Endstand schoss und seinem Team doch noch drei Punkte sicherte.

Last-Minute-Tore sind beinahe schon die Spezialität des 25-Jährigen. Sein erstes Tor im Trikot von RB erzielte Sörloth im Dezember im Champions-League-Rückspiel gegen Istanbul Basaksehir. In der 92. Minute schob er das Leder zum 4:3-Entstand ein. Der Sieg war einer von zwei ganz wichtigen Schritten beim Erreichen der KO-Runde. Weniger entscheidend aber auch spät: Sörloths erster Bundesliga-Treffer. Bei der 1:3-Niederlage gegen Borussia Dortmund in der Red-Bull-Arena machte er in der 89. Minute alles richtig, besorgte den Ehrentreffer. Seine Freude war eher verhalten. Gegen Gladbach war dann deutlich mehr Emotion im Spiel.

Zwei Scorerpunkte, dazu ein insgesamt starker Auftritt - da war auch Coach Nagelsmann voll des Lobes. „Er hat neben der Vorlage und dem Tor auch so ein sehr gutes Spiel gemacht, hatte guten Anschluss nach hinten in vielen Aktionen auf den zweiten Ball, hat viele Eins-gegen-eins-Situationen angenommen und noch weitere zwei oder drei gute Flanken gespielt“, so die Analyse des Trainers.

Ungewohnte Position

Nicht nur für Nagelsmann bemerkenswert: Sörloth agierte nicht wie gewohnt im Zentrum, sondern auf dem linken Flügel. „Er hat einen guten Speed, einen guten Körper, kann mit links Bälle ins Zentrum spielen. Wenn wir über die andere Seite angreifen, ist es gut ihn am zweiten Pfosten für Kopfbälle zu haben, weil er groß ist.“ Den Trainer freute vor allem, dass sich sein Stürmer endlich wieder für seine Leistung belohnen konnte. „Das tut uns gut und ihm erst recht.“

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Sörloth selbst zeigte sich nach dem Spiel bescheiden wie immer: „Das wichtigste sind die drei Punkte, die wir heute mitgenommen haben.“ Schließlich ist die Meisterschale für RB Leipzig auch dank dieser drei Zähler weiterhin in Reichweite. Aber glaubt Sörloth selbst an den Titel? „Natürlich, dass muss ich. Wir haben Charakter und einen kämpferischen Geist bewiesen. Darauf können wir aufbauen.“