19. September 2021 / 11:49 Uhr

RB Leipzigs Marsch im vierten Spiel sieglos, aber Optimist - Aufbaugegner Hertha?

RB Leipzigs Marsch im vierten Spiel sieglos, aber Optimist - Aufbaugegner Hertha?

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
COLOGNE, GERMANY - SEPTEMBER 18: Team coach Jesse Marsch (R) and Mohamed Simakan of 1. FC Köln are pictured after their team's 1-1 draw after the Bundesliga match between 1. FC Köln and RB Leipzig at RheinEnergieStadion on September 18, 2021 in Cologne, Germany. (Photo by Matthias Hangst/Getty Images)
Gegen den 1. FC Köln gab es wieder keinen Sieg für RB Leipzig. Nun muss Trainer Jesse Marsch (re.) sein Team gegen Hertha vorbereiten. © 2021 Getty Images
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Seinen Optimismus hat Jesse Marsch auch nach dem vierten sieglosen Pflichtspiel hintereinander nicht verloren. Dieser basiert auf guten Ansätzen in Köln. Doch die Treffsicherheit fehlt. Nun kann RB Leipzig nur noch Aufbaugegner Hertha helfen.

Köln/Leipzig. Die Abwehr schwankt, der Angriff um Torjäger André Silva bleibt glücklos und die Serie von sieglosen Spielen wächst auf vier an. Jesse Marsch hat aber seinen scheinbar grenzenlosen Optimismus nicht verloren. „Das war sicherlich kein langweiliges 1:1. Es war ein verrücktes Spiel mit zahlreichen Video-Entscheidungen. Trotz des Unentschiedens bin ich stolz auf meine Mannschaft, wie sie gekämpft und alles gegeben hat – bis zum Schluss“, meinte der RB-Cheftrainer nach dem Remis beim 1. FC Köln.

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„Für mich ist die Entscheidung klar falsch“

Zuvor erlebte er in einem unterhaltsamen Duell zwei Pfostenknaller, insgesamt vier aberkannte Tore sowie eine Heldentat in der Nachspielzeit von RB-Keeper Péter Gulácsi, der die vierte Niederlage in Serie verhinderte. „In der letzten Szene des Spiels macht er einen herausragenden Job“, meinte der US-Amerikaner zur Glanzparade, ehe er sich in wiederholenden Parolen flüchtete: „Wir werden aus solchen Spielen viel lernen und dadurch stärker werden und unseren Rhythmus finden.“

DURCHKLICKEN: Einige Bilder aus der Partie in Köln

1:1 in Köln: RB Leipzig erkämpft sich nach zuletzt drei Pflichtspielniederlagen in Folge wieder einen Punkt. Zur Galerie
1:1 in Köln: RB Leipzig erkämpft sich nach zuletzt drei Pflichtspielniederlagen in Folge wieder einen Punkt. ©

Balsam nach dem schlechtesten Saisonstart der Vereinsgeschichte mit nur vier Zählern aus fünf Partien gab es zudem von Bundestrainer Hansi Flick: „Die Mannschaft hat Qualität, der Trainer hat eine gute Idee. Manchmal dauern Dinge eben etwas länger.“ Auch der mit Schwung ab der 57. Minute ins Spiel gekommene Emil Forsberg setzte die Lobhudeleien fort: „Natürlich wollen wir mehr, aber das wird noch kommen, da bin ich mir sehr sicher. Wir haben heute auch sehr gute Mentalität gezeigt, Leidenschaft auf den Platz gebracht. Wir wissen was wir können und wir glauben an uns.“

Das 0:0 zur Pause war eigentlich ein Witz angesichts der Offensiv-Power beider Teams. Und direkt nach dem Wechsel ging es noch rasanter weiter. Lukas Klostermann verzog knapp (48.), Ondrej Duda scheiterte an Gulacsi (49.), Modeste köpfte nach der anschließenden Ecke knapp daneben. Dann traf der Franzose zweimal, doch zunächst galt der Treffer nicht wegen einer Abseitsstellung (50.), dann wegen eines angeblichen Foulspiels (54.). Doch nach über zwei Minuten Video-Studium erkannte Schiedsrichter Felix Brych: Kein Foul, stattdessen endlich das erste Tor. „Das ist Foul“, sagte Marsch nach der Partie. „Für mich ist die Entscheidung klar falsch.“

„Nehmen auch einiges von der guten Einstellung mit“

Dennoch waren gute Ansätze erkennbar. Der erneut überragende Christopher Nkunku brachte viel Kreativität ins Spiel, der agile Dominik Szoboszlai zeigte viel Zug zum Tor - allerdings hatten beide viel Pech beim Abschluss oder sie scheiterten am überragenden FC-Keeper Timo Horn. RB verbuchte dank Amadou Haidara (71.) das erste Auswärtstor in der Bundesliga unter Marsch. Es gab auch andere Fakten: RB hatte zwar mehr Ballbesitz und lief mit 113,92 Kilometern enorm viel. Köln war jedoch unter Neu-Trainer Steffen Baumgart noch leidenschaftlicher, kam auf insgesamt 117,05 Kilometer und spielte weniger Fehlpässe. Zudem präsentierte sich Stürmer Anthony Modeste vor 25.000 Zuschauern mit seinem bereits vierten Saisontreffer (54.) deutlich besser als RB-Neuzugang Silva, der bislang in dieser Saison nur einmal vom Elfmeterpunkt getroffen hatte. Somit bleibt Leipzig erstmals in der Vereinsgeschichte seit sechs Gastspielen in der Bundesliga sieglos.

Nun kann ausgerechnet Hertha BSC am kommenden Samstag (15.30 Uhr/Sky) zum Aufbaugegner für RB werden. Die Berliner sind so etwas wie der Lieblingskontrahent. Acht Siege in zehn Spielen und 33:11 Tore für RB gab es zuletzt. RB-Keeper Gulácsi war bei jedem Spiel dabei. Er forderte nach dem Köln-Spiel mehr „Präzision beim Abschluss“ und blickt nach vorne: „Wir nehmen auch einiges von der guten Einstellung mit.“