20. November 2021 / 17:01 Uhr

Rückschlag zur Unzeit: MSV Neuruppin unterliegt verdient beim MSV Pampow

Rückschlag zur Unzeit: MSV Neuruppin unterliegt verdient beim MSV Pampow

Marius Böttcher
Märkische Allgemeine Zeitung
Ersatzkeeper Hannes Pöhl stand für den MSV zwischen den Pfosten. Er war einer der wenigen Lichtblicke im Spiel der Gäste.
Ersatzkeeper Hannes Pöhl stand für den MSV zwischen den Pfosten. Er war einer der wenigen Lichtblicke im Spiel der Gäste. © Marius Böttcher
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NOFV-Oberliga Nord: Die Schützlinge von Trainer Henry Bloch legen am Freitagabend einen ganz schwachen Auftritt hin und verlieren das Kellerduell bei den Mecklenburgern mit 1:3.

NOFV-Oberliga Nord: MSV Pampow – MSV Neuruppin 3:1 (1:1). Tore: 1:0 Mathias Reis (11.), 1:1 Marcus Lemke (34.), 2:1, 3:1 Georgios Tsirlidis (50., 83.). Zuschauer: 412.

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Diesen Auftritt hat man im Neuruppiner Lager nicht kommen sehen. Am Freitagabend verloren die Fontanestädter zum Auftakt des 14. Spieltags das MSV-Duell unter Flutlicht in Pampow – der Mecklenburgische Sportverein bejubelte einen verdienten 3:1-Erfolg gegen das Märkische Pendant. Im Vorfeld kündigten die Gäste, die mit drei Siegen aus den letzten vier Pflichtspielen anreisten, an, dass drei Zähler das klar definierte Ziel seien. Es blieb aber letztlich ein unerfüllter Wunsch, zu keinem Zeitpunkt der Partie schnupperte der MSV an der maximalen Punkteausbeute. „Ich hatte ein gutes Gefühl, das war aber eine Riesenenttäuschung von meiner Mannschaft“, sagte Henry Bloch nach der Partie.

In Bildern: SV Altlüdersdorf unterliegt dem MSV Neuruppin im Landespokalviertelfinale.

<b>SV Altlüdersdorf - MSV Neuruppin 0:1 (0:0).</b> Tor: 0:1 Hajar Ibrahim (84.). Gelb-Rote Karte: Michael Engel (90.(MSV). Zuschauer: 207. Zur Galerie
SV Altlüdersdorf - MSV Neuruppin 0:1 (0:0). Tor: 0:1 Hajar Ibrahim (84.). Gelb-Rote Karte: Michael Engel (90.(MSV). Zuschauer: 207. © Matthias Schütt

Der MSV-Trainer musste bereits vor der Partie umdisponieren, verletzte sich doch Stammkeeper Arne Sommer beim Aufwärmen – Ersatzmann Hannes Pöhl kam zu seinem zweiten Oberliga-Einsatz. Die Hausherren machten vom Anpfiff weg Druck und gingen folgerichtig vom Elfmeterpunkt in Front – auch dank gütiger Mithilfe des Gegners. Der pfeilschnelle und sehr agile Ryo Miyazaki setzte sich auf der rechten Seite durch und brachte das Spielgerät in den Strafraum, wo ein Pampow-Angreifer zwar zum Abschluss kam, dabei aber von Michael Engel zu Fall gebracht wurde. Schiedsrichter Marco Thinius entschied auf Strafstoß, Heimkapitän Mathias Reis scheiterte zunächst am stark reagierenden Hannes Pöhl, bugsierte den Nachschuss aber ins Tor – 1:0 (11.).

Die Bloch-Mannen hatten auch danach mehr Defensiv- als Offensivarbeit zu verrichten. Nach Zuspiel von Alan Dudiev war Miyazaki erneut auf und davon. Im Eins-gegen-Eins versagten dem Japaner, der den Neuruppiner Kickern ein ums andere Mal Knoten in die Beine lief, aber die Nerven – Endstation Hannes Pöhl. Der Linksschuss von Georgios Tsirlidis zischte dagegen am linken Kreuzeck vorbei. Die fahrlässige Chancenverwertung der Randschweriner rächte sich nach 34 Minuten. Quasi mit der ersten echten Torannäherung gelang dem MSV Neuruppin der Ausgleich. Maximilian Janke brachte einen Einwurf von der linken Seite weit in den Strafraum. Wie nach einem Eckball stieg Kapitän Marcus Lemke nach oben und köpfte das runde Leder in die Maschen – 1:1 (34.). Weil anschließend erneut zweimal Miyazaki (erst mit dem linken Fuß an Pöhl, danach mit dem rechten Außenrist über den Kasten) schlampig vergab, blieb es nach 45 Minuten beim aus Neuruppiner Sicht schmeichelhaften Remis.

"An so einem Abend fragt man sich, wofür man das eigentlich macht"

Nach dem Seitenwechsel erarbeitete sich die Heimelf gleich mehrere ruhende Bälle. Einen davon nutzte Georgios Tsirlidis, der nach hereingebrachter Ecke von Jannik Zotke goldrichtig stand und unbewacht aus Nahdistanz die erneute Führung erzielte (50.). „Es war einfach kein Feuer bei uns drin, normalerweise schaue ich, dass ich meine Spieler schütze, aber das war eine Nicht-Leistung“, ärgerte sich Henry Bloch, dessen Team auch im zweiten Abschnitt zu wenig Ideen im Spiel nach vorne hatte: „Wir haben ohne Offensive gespielt. An so einem Abend fragt man sich, wofür man das eigentlich macht und sich Woche für Woche Pläne erarbeitet.“ Am gefährlichsten war noch der Linksschuss vom eingewechselten Hajar Ibrahim, den Pampow-Schlussmann Linus Schlüter gut parierte.

Sieben Minuten vor Ultimo entschied Doppelpacker Tsirlidis die Partie, als er nach einem Konter vor Pöhl überlegt abschloss (83.). Einen Abschluss von Angelo Tag hatten die Gäste noch zu verzeichnen – mehr war offensiv jedoch nicht drin. Eine Niederlage, die zur absoluten Unzeit kommt, wusste auch Bloch: „Will man in der Oberlig bleiben, muss man solch eine Partie ziehen, das war ja nicht der Rostocker FC sondern eine Truppe auf Augenhöhe. Der Gegner war vor dem Spieltag knapp hinter uns, ist nun drei Punkte davongezogen. Wenn es im Winter bei einem Abbruch zur Quotientenregelung kommt, dann trauern wir diesem schlechten Auftritt womöglich hinterher.“