16. Juli 2021 / 14:07 Uhr

Rücktritt: Wolfsburgs Mehmedi spielt nicht mehr für die Schweiz - und wurde wieder Papa

Rücktritt: Wolfsburgs Mehmedi spielt nicht mehr für die Schweiz - und wurde wieder Papa

Andreas Pahlmann
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Rücktritt aus der Nationalmannschaft: Admir Mehmedi vom VfL Wolfsburg.
Rücktritt aus der Nationalmannschaft: Admir Mehmedi vom VfL Wolfsburg. © dpa / Roland Hermstein
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Er kam nur zu Kurzeinsätzen, aber die Europameisterschaft war für Admir Mehmedi vom VfL Wolfsburg ein echtes Highlight - und zugleich ein Abschied. Der Offensivmann verkündete jetzt seinen Rücktritt aus der Nationalmannschaft der Schweiz.

Admir Mehmedi spielt nicht mehr für die Nationalmannschaft der Schweiz. Am Freitag verkündete der 30-jährige Offensivspieler des Fußball-Bundesligisten VfL Wolfsburg seinen Rücktritt aus der "Nati", wie die Auswahl der Eidgenossen genannt wird. „Mein Wunsch war es immer, den Zeitpunkt des Abschieds selber bestimmen zu können. Die Euro war ein wunderschöner und würdiger Schlusspunkt. Ich bin dankbar und stolz, dass ich so viele Jahre im Kreise der Nati erleben durfte“, sagte Mehmedi. Auch familiäre Grunde spielten eine Rolle: Am Donnerstag wurde der Schweizer zum dritten Mal Vater.

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Mehmedi hatte vor etwas mehr als zehn Jahren sein Debüt in der A-Nationalelf gefeiert und nahm mit der Schweiz an der WM 2014, der EM 2016 und der EM in diesem Jahr teil. Insgesamt erzielte er in 76 Länderspielen zehn Tore. Nationaltrainer Vladimir Petkovic bedauerte die Entscheidung des VfLers: „Admir hat mir seinen Entscheid in einem persönlichen Gespräch mitgeteilt. Ich kann seine Beweggründe verstehen und nachvollziehen. Er hat mit seinem Spiel, seiner Persönlichkeit und mit seiner hochprofessionellen Art viel zur Entwicklung und den Erfolgen unserer Nati beigetragen. Dafür verdient er großen Dank und Respekt.“

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Mehmedis persönliches EM-Highlight war der sensationelle Sieg nach Elfmeterschießen gegen Weltmeister Frankreich. Der VfLer hatte den letzten Elfer der Schweiz verwandelt, ehe ein Fehlschuss von Superstar Kylian Mbappé das Achtelfinale entschied. „Für solche Momente lebt man. Mit 30 Jahren mit der kleinen Schweiz so etwas erleben zu dürfen, tut einfach gut. Dieses Spiel wird vielen in Erinnerung bleiben“, sagte er anschließend dem SPORTBUZZER. „Ich hatte schon viele Spiele in meiner Karriere, die dramatisch waren. Speziell mit der Nationalmannschaft denke ich da ans Achtelfinale der WM 2014 gegen Argentinien, das in die Verlängerung ging. Aber so ein K.o.-Spiel wie das jetzt zu haben – es war einfach unglaublich. Deswegen lieben wir den Fußball so. So ein Spiel schweißt die Menschen nach so einer schwierigen Zeit mit Corona noch mehr zusammen."

In Wolfsburg war er in der vergangenen Saison nicht über die Rolle des Ergänzungsspielers hinausgekommen, Verletzungen bremsten ihn aus, er absolvierte kein Bundesliga-Spiel über 90 Minuten. „Für den Klub war das Jahr total gut, wir sind Vierter geworden und in die Champions League eingezogen", sagte er während der EM. "Ein bisschen was konnte ich auch mit dazu beitragen, aber mittendrin war ich in diesem Jahr nicht.“