04. Februar 2022 / 15:31 Uhr

Schults Abschiedstournee beginnt: Bremen ist der erste Gast

Schults Abschiedstournee beginnt: Bremen ist der erste Gast

Jasmina Schweimler
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Die Abschiedstournee beginnt: Almuth Schult (l.), die beim VfL nicht verlängerte, erwartet mit Wolfsburg (r. Dominique Janssen) den SV Werder Bremen (am Ball Maja Sternad).
Die Abschiedstournee beginnt: Almuth Schult (l.), die beim VfL nicht verlängerte, erwartet mit Wolfsburg (r. Dominique Janssen) den SV Werder Bremen (am Ball Maja Sternad). © Imago / Roland Hermstein
Anzeige

Spiel Nummer 1 nach dem angekündigten Abschied von Nationaltorhüterin Almuth Schult: Fußball-Bundesligist VfL Wolfsburg erwartet am Sonntag (13 Uhr) Kellerkind Werder Bremen. 

Spiel Nummer 1 nach dem angekündigten Abschied einer Ikone. Ob Fußball-Bundesligist VfL Wolfsburg das unbeeindruckt wegsteckt, zeigt sich am Sonntag (13 Uhr, live auf Magentasport) im AOK-Stadion im Heimspiel des Spitzenreiters gegen Kellerkind Werder Bremen.

Anzeige

Am Montag wurde bekannt das Almuth Schult, Torfrau der Nationalmannschaft und des VfL Wolfsburg, den Verein am Saisonende verlassen wird. Die 30-jährige Mutter von Zwillingen wird ihren im Sommer auslaufenden Vertrag nicht verlängern. Für viele war die Nachricht ein Schock, großartig thematisieren möchte der Vizemeister den anstehenden Abschied aber nicht - auch auf Wunsch von Schult."Ich halte mich da sehr kurz, auch weil es von Almuth so gewünscht ist und sie selber sagte, dass sie noch nicht von Abschied sprechen möchte", so VfL-Trainer Tommy Stroot vor dem Heimspiel, denn: "Sie will die Momente, die noch kommen, genießen - und wir auch!"

Seit 2013 ist Schult beim VfL und war in ihrer Zeit stets unumstritten. Das bleibt auch weiter so. Stroot: "Wir sehen sie genau so wie vorher, arbeiten extrem gut zusammen und freuen uns auf die anstehende Zeit. Wir sind alle sehr froh, mit so einer Persönlichkeit zusammenzuarbeiten." Die derzeit verletzte Alexandra Popp sprach im Interview mit dem ELFEN-Magazin davon, dass Almuths Entscheidung sie getroffen habe. "Wir haben natürlich eine lange Vergangenheit und waren egal ob bei der Nationalmannschaft oder im Verein so gut wie immer zusammen. Dabei wurde Almuth für mich in Dingen wie Mannschaftsführung eine ganz wichtige Spielerin an meiner Seite und auch ein wichtiger Mensch", so Popp. Trotzdem seien Abgänge auch Teil des Geschäfts. Auch Stroot betont, dass alle wussten, dass eine Entscheidung ansteht und "dass es in beide Richtungen gehen kann. Jetzt ist es B geworden. Aber es geht weiter."

Die Torfrau lege den selben Ehrgeiz an den Tag, auch die Hierarchie bleibe die gleiche. "Es war ja durchaus auch bei Dominique Janssen so, dass wir wussten, das sie in ihr letztes Vertragsjahr geht", erinnert Stroot. Dennoch wurde die Niederländerin, die kürzlich ihren Vertrag bis 2024 verlängerte, vor Beginn der laufenden Spielzeit eine von drei Kapitäninnen beim VfL. Stroot versichert: "Alle Spielerinnen die jetzt hier sind, spielen für diese Saison eine Rolle. Wir wollen unsere Ambitionen verwirklichen und sind mit dieser Gruppe und der jetzigen Hierarchie wirklich sehr, sehr gut aufgestellt." Das Team habe vor dem Duell mit Bremen gut trainiert, wirkte "sehr gallig und strahlt den Fokus und die Konzentration, die wir brauchen, absolut aus. Das wollen wir auch auf den Platz bringen."

Anzeige

Bremen: Nur fünf Tore - aber 11 Punkte

Mit Werder gastiert am Sonntag der Tabellenzehnte in der Autostadt. Die Bremerinnen haben bereits neun Punkte Vorsprung auf die Abstiegsplätze, die von Jena und Sand mit nur zwei Punkten belegt werden. Kurios: Für ihre 11 Zähler brauchten die Bremerinnen nur fünf Tore! Abwehrspielerin Michelle Ulbrich erzielte drei, Mittelfeldakteurin und Kapitänin Lina Hausicke zwei. Stroot: "Diese Konstellation zeigt, dass sie vor allem mental stark sind." Gegen die direkten Keller-Konkurrenten Jena und Sand wurde gepunktet, auch gegen Essen und Köln gab es Erfolgsmomente - und das 1:0 gegen Eintracht Frankfurt ließ die Liga ohnehin aufhorchen. Dass die Mannschaft von Coach Thomas Horsch häufig über Standards gefährlich wird, gab Stroot und seinem Trainerteam "gute Ansätze für unsere Vorbereitung. Ich erwarte sie etwas kompakter als Potsdam, sie lauern mehr auf einzelne Momente." Die Devise? "Sie halten sich gut an Pläne und haben die Kraft, das zu verfolgen. Das zu brechen, wird unsere Aufgabe sein."

Magen-Darm-Infekt: Wilms-Einsatz wackelt

500 Fans sind am Sonntag zugelassen, dass diese jedoch Lynn Wilms zu sehen bekommen, ist unwahrscheinlich. Die niederländische Verteidigerin hatte sich Anfang der Woche einen Magen-Darm-Infekt eingefangen und erst am Freitag erstmals wieder für sich trainiert. "Da wird es für den Kader sehr eng. Ich glaube nicht, dass sie dabei sein kann", so Stroot. Ansonsten gibt es keine weiteren Ausfälle zu beklagen, die Verletzungen Popp (Knie-Probleme), Shanice van de Sanden (Fuß-Probleme), Pauline Bremer (muskuläre Probleme), Ewa Pajor (Knie-OP) und Pia-Sophie Wolter (Aufbau nach Kreuzbandriss) sind bereits bekannt.

Popp, die sich nach Knorpelabriss im Knie ein gelöstes Knorpelfragment operativ entfernen lassen musste, ist gut im Plan. Die Operation, bestätigt Stroot, "ist sehr gut verlaufen. Vielleicht können wir sie sogar schon ein Ticken früher einplanen." Angedacht waren vier bis sechs Wochen Pause, nun könnte es eventuell schon nach einem Monat so weit sein. Der Plan sei, sie für das Hammer-Programm im März (unter anderem DFB-Pokal-Viertelfinale gegen Sand, Champions-League-Viertelfinale gegen Arsenal London), wieder "in den Rhythmus zu bringen. Da erwarten wir sie zurück."

[Anzeige] Kein Bundesliga-Spiel verpassen: Checke hier die aktuellen Streaming-Angebote von WOW/Sky und DAZN.