23. Oktober 2021 / 11:51 Uhr

Nach 4:1 im Vorjahr: So will Hoffenheim-Trainer Sebastian Hoeneß den FC Bayern erneut düpieren

Nach 4:1 im Vorjahr: So will Hoffenheim-Trainer Sebastian Hoeneß den FC Bayern erneut düpieren

René Wenzel
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Am Samstag kehrt TSG-Trainer Sebastian Hoeneß nach München an seine alte Wirkungsstätte zurück. 
Am Samstag kehrt TSG-Trainer Sebastian Hoeneß nach München an seine alte Wirkungsstätte zurück.  © IMAGO/Avanti
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Am Samstag kehrt Sebastian Hoeneß als Trainer der TSG Hoffenheim zurück zu seinem ehemaligen Verein. Gegen den FC Bayern München, mit dessen Reserve er einst Meister wurde, will der 39-Jährige erneut für eine große Überraschung sorgen. Die besondere Familienkonstellation soll dabei keine Rolle spielen. 

Das Spiel in der Bundesliga beim FC Bayern München an diesem Samstag (15.30 Uhr, Sky) ist für Sebastian Hoeneß ein ganz besonderes. Der Trainer der TSG Hoffenheim feierte als Coach mit Mannschaften des Rekordmeisters bereits große Erfolge. Nun kehrt er zum zweiten Mal als Coach in seine Geburtsstadt München zurück. Beim FC Bayern war der 39-Jährige zwei Jahre für die U19 und ein Jahr für die zweite Mannschaft in der 3. Liga verantwortlich. Der Neffe von Bayern-Ehrenpräsident Uli Hoeneß und Sohn von Dieter Hoeneß erlebte beim FCB eine prägende Zeit.

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Doch die Trainerkarriere des früheren offensiven Mittelfeldspielers begann in Berlin. In der Hauptstadt trainierte er die U19 von Hertha 03 Zehlendorf. Danach ging es weiter zu RB Leipzig – erst in die U17, dann in die U19. Drei Jahre später folgte das Angebot der Münchner. Hoeneß führte die U19 der Bayern auf Platz zwei in der Süd/Südwest-Staffel. Im Sommer 2019 folgte die Beförderung zum Drittligateam, mit dem er ein Jahr später Meister ohne Aufstiegsrecht wurde – mit Spielern wie Josip Stanisic oder auch Alphonso Davies, die inzwischen Bestandteil des Profikaders des derzeit mit dem Coronavirus infizierten Cheftrainers Julian Nagelsmann sind.

Bei den Hoffenheimern erwischte Hoeneß vor mehr als einem Jahr einen ordentlichen Start. Mit einem beeindruckenden 4:1-Sieg gegen die Bayern am zweiten Spieltag setzte der 39-Jährige direkt ein Ausrufezeichen. Der vergangene Winter verlief aus Sicht des TSG-Coaches dafür sportlich umso düsterer. Von sechs Spielen verlor Hoffenheim fünf. Erstmals gab es Kritik an Hoeneß, der sich trotz einer weiteren Schwächephase zu Frühlingsbeginn mit seinem Team etwas fing und auf einem aber nicht zufriedenstellenden elften Platz landete.

Hoeneß: "90, 95 Minuten höchste Konzentration"

"Ich vertrete den Anspruch, dass die TSG dauerhaft auf einem der sechs Plätze an der Spitze stehen sollte", sagte Mäzen Dietmar Hopp erst vor wenigen Wochen. Von Rang sechs trennen den Klub aktuell nur zwei Punkte. Mit den Heimsiegen gegen den VfL Wolfsburg (3:1) und zuletzt den 1. FC Köln (5:0) schmetterte Hoeneß die Gerüchte um eine mögliche Entlassung ab. Und jetzt? "Wir haben alle richtig Bock drauf, die Bayern zu ärgern, die Bayern vor große Herausforderungen zu stellen", sagte Hoeneß.

Onkel Uli und Vater Dieter sitzen am Samstag auf der Tribüne, wenn die Kraichgauer beim Meister antreten. Der Hoffenheim-Coach ist mittlerweile etwas genervt, wenn sich zu viel um die Familie dreht. Vor dem Spiel nahm er es aber etwas mit Humor. "Ich glaube nicht, dass es so sein wird, dass mein Vater für Bayern ist und mein Onkel für Hoffenheim", scherzte der 39-Jährige mit Blick auf die Sympathien beim langjährigen Bayern-Boss und früheren Bundesliga-Spieler und -Manager Uli. Sebastian Hoeneß rechnet sich wieder etwas gegen den Rekordmeister aus: "Dafür brauchen wir dann wirklich 90, 95 Minuten höchste Konzentration, volle Fokussierung, totale Überzeugung."

Die Bayern müssen derweil weiter auf den erkälteten Leon Goretzka und den angeschlagenen Alphonso Davies verzichten. Trainer Nagelsmann wird wegen seiner Corona-Infektion erneut nicht vor Ort sein. Er habe sich zu Hause sogar ein "kleines Analysezentrum" mit großem Bildschirm, Laptop und iPad gebaut, sagte Nagelsmann am Freitag in einer Videopressekonferenz.