26. September 2021 / 10:56 Uhr

"Sehr emotional": BVB-Trainer Marco Rose kommentiert bittere Rückkehr nach Gladbach

"Sehr emotional": BVB-Trainer Marco Rose kommentiert bittere Rückkehr nach Gladbach

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Für BVB-Trainer Marco Rose verlief die Rückkehr nach Gladbach nicht wie gewünscht.
Für BVB-Trainer Marco Rose verlief die Rückkehr nach Gladbach nicht wie gewünscht. © IMAGO/Laci Perenyi (Montage)
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Für BVB-Coach Marco Rose verlief die Rückkehr zu seinem Ex-Klub Borussia Mönchengladbach äußerst unglücklich. Von Pfiffen begleitet sah der 45-Jährige an alter Wirkungsstätte eine Pleite seiner Schützlinge. Im Anschluss gab der Dortmunder Coach Einblicke in seine Gefühlswelt.

Marco Rose war mächtig bedient, erwies sich aber als guter Verlierer. Trotz der Enttäuschung über das 0:1 (0:1) seines dezimierten Teams und der anfänglichen Schmähgesänge der heimischen Fans gratulierte der Coach von Borussia Dortmund zuerst seinen ehemaligen Profi von Borussia Mönchengladbach zum Sieg, ehe er den Unterlegenen Trost spendete. Sein Besuch in der gegnerischen Kabine wenig später trug ebenfalls zur Entspannung bei. Auf eine Fortsetzung des Dauerthemas der vergangenen Wochen mit knalligen Schlagzeilen über seine brisante Rückkehr an die alte Wirkungsstätte verspürte Rose wenig Lust: "Machen wir einfach einen Haken dran, ich finde es reicht."

Bei seinem ersten Besuch im Gladbacher Stadion seit seinem von vielen Fans mit Kritik begleiteten Wechsel zum BVB kam es für Rose gleich knüppeldick. Die nur kurzen und überschaubaren Unmutsbekundungen von den Tribünen, bei denen er als "Söldner" und "Hurensohn" verunglimpft wurde, konnte er noch locker verschmerzen. "Darauf habe ich mich vorher eingestellt", kommentierte er und verwies auf die herzliche Atmosphäre nach Spielende bei seiner Stippvisite in der Gladbacher Kabine: "Ich habe meine Jungs wiedergesehen, mit denen ich zwei wunderschöne Jahre hatte."

Die Kulisse im weiten Gladbacher Rund beschrieb Rose am Sky-Mikrofon als "sehr emotional" und fügte an: "Es war ein Publikum, welches die Mannschaft nach vorne gepeitscht hat und das war zu erwarten." Er selbst hege keinen Groll auf seine Zeit bei den "Fohlen". Für mich ist alles versöhnlich ausgegangen, wir haben uns für die Champions League qualifiziert und hatten eine wirklich tolle Zeit. Dann habe ich mich für einen anderen persönlichen Weg entschieden", so Rose weiter. Sein ehemaliger Schützling Jonas Hofmann teilte seine Freude über das Wiedersehen. "Es ist auch etwas Besonderes gegen den Ex-Trainer zu spielen", erklärte der Mittelfeldspieler, konnte für die Zuschauer aber auch Verständnis aufbringen. "Einige Fans werden sich auch gefreut haben, ihren Unmut freien Lauf zu lassen."

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Rose-Kritik von Lothar Matthäus

Sportlich lief es für Rose bei der Rückkehr jedoch nicht nach Plan. Nach einer viel diskutierten Gelb-Roten Karte für Mahmoud Dahoud verlor der BVB mit 0:1. Für TV-Experte Lothar Matthäus ist nach dem zweiten Saisonsieg der Mannschaft von Neu-Trainer Adi Hütter klar: "Die Fans feiern sie nicht nur für den Sieg über Dortmund, sondern für den Sieg über Marco Rose. Sie haben gezeigt, dass Rose weg ist, die Mannschaft aber weiterhin da ist." Beim Auftritt von Rose und seiner Mannschaft sah der Rekord-Nationalspieler indes viel Luft nach oben. "Dortmund hat von Anfang an enttäuschend gespielt. Sie kamen als Favorit gegen eine schwächelnde Mannschaft ins Spiel und Marco Rose hat es nicht geschafft, auf die Mannschaft die nötigen Anweisungen zu übertragen.“

Während Gladbach durch den Dreier auf Rang elf springt, rutscht der BVB nach der zweiten Bundesliga-Pleite in der laufenden Spielzeit auf Rang vier ab. Viel Zeit, den Frust über den Rückschlag zu vertreiben, bleibt nicht. Schon am Dienstag wollen die Westfalen im zweiten Gruppenspiel der Champions League gegen Sporting Lissabon Wiedergutmachung betreiben. Rose ist guter Dinge: "Wir werden das verarbeiten, damit wir am Dienstag wieder unseren Mann stehen."