28. Oktober 2021 / 18:25 Uhr

17 Tore in sieben Spielen: Mathias Friedrich ist die Tormaschine der Kreisliga Ost Prignitz/Ruppin

17 Tore in sieben Spielen: Mathias Friedrich ist die Tormaschine der Kreisliga Ost Prignitz/Ruppin

Ronald Tenbusch
Märkische Allgemeine Zeitung
Gestern wie heute: Mathias Friedrich kickte einst für den Zellendorfer SV, heute geht er für die SG Sieversdorf auf Torejagd.
Gestern wie heute: Mathias Friedrich kickte einst für den Zellendorfer SV, heute geht er für die SG Sieversdorf auf Torejagd. © Verein
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Kreisliga Prignitz/Ruppin Ost: Für die Liebe zog Stürmer Mathias Friedrich nach Hohenofen. Und schießt nun für die SGS die Kreisliga kaputt.

Es klingt wie der Zahlencode an einem Fahrradschloss: fünf – zwei – drei – zwei – drei – eins – eins. Eigentlich ist es aber der Beleg purer Dominanz. An jedem der ersten sieben Spieltage in der Kreisliga Ost konnte Mathias Friedrich bislang treffen – 17-mal insgesamt. Und das, obwohl der 35-Jährige erst seit dieser Saison für seinen neuen Club, die SG Sieversdorf, gegnerische Abwehrriegel knackt.

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„Ich hatte von einem Freund gehört, dass Mathias jetzt in der Nähe wohnt und einen Club sucht. Ich habe mir dann seine Nummer geben lassen und er stieß während der Vorbereitung zu unserem Team hinzu. Das war ein absoluter Glücksgriff“, erzählt Sandro Behrendt, Trainer der Sieversdorfer Mannschaft. Und damit übertreibt er keinesfalls. Unangefochten steht Friedrich an der Spitze der Torjägerliste. Und das, obwohl er Mannschaft und Gegner zuvor nicht wirklich einschätzen konnte .

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„Ich persönlich kannte die Liga ja nicht. Daher war das für mich eine absolute Wundertüte“, sagt Friedrich. Doch Anlaufprobleme hatte er keine. Schon am ersten Spieltag gegen den MTV Freyenstein gelangen ihm fünf Tore. „Ich habe in der Spielklasse noch keinen Spieler gesehen, der so stabil ist wie Mathias. Egal, ob in der Luft oder am Boden“, versucht Behrendt seinen neuen Bomber zu erklären. Dass Friedrich weiß, wo das Tor steht, ist schon länger bekannt.


Über Jahre ging er in der Kreisoberliga für den Zellendorfer SV auf Torejagd. 30 Tore in 30 Spielen gelangen ihm im Fußballkreis Dahme/Fläming schonmal. Eine Quote, wie er sie aktuell vorweisen kann, hatte er zu einem solch frühen Zeitpunkt in der Saison aber noch nie. Umso erstaunlicher ist der Traumstart des Angreifers, da Friedrich in den vergangenen zwei Jahren kaum Fußball gespielt hat. Damals zog er aus dem Landkreis Teltow-Fläming in die Gemeinde Sieversdorf-Hohenofen. Und der Grund könnte schöner kaum sein.

Kreisoberliga statt Kreisliga? "War zu 100 Prozent die richtige Entscheidung“

„Meine Freundin lebt hier und wir haben eine Tochter bekommen. Deshalb bin ich hierhergekommen“, erzählt Friedrich. Sporadisch pendelte er die zwei Stunden Autofahrt zwischen Hohenofen und Zellendorf noch, doch irgendwann wurde es zu viel. „Spät in der Vorbereitung habe ich dann bei Sieversdorf vorbeigeschaut und direkt wieder Blut geleckt. Das ist eine gute Truppe“, sagt er. Angeführt von Friedrich steht die SG nach sieben Spielen bei der Maximalausbeute von 21 Punkten. Vor der Saison hatte sich das Team dazu entschieden, freiwillig von der Kreisoberliga in die Kreisliga abzusteigen. „Das war zu 100 Prozent die richtige Entscheidung“, sagt Sandro Behrendt.

Des einen Freud, des anderen Leid. Die alten Kumpels vom Zellendorfer SV stehen ohne Friedrich in der Kreisoberliga auf dem letzten Tabellenplatz. Den Kontakt hält Friedrich weiter aufrecht, allein schon, weil seine Eltern noch immer im Dorf bei Jüterbog wohnen. Aber ein Comeback? „Klar, die alten Kollegen melden sich regelmäßig. Aber eine Rückkehr ist unrealistisch. Sauer ist deshalb keiner. Und sie werden sich nach dem Umbruch im Sommer auch noch fangen, da bin ich mir sicher“, sagt der Torjäger.

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Das passt zu ihm, sagt auch Trainer Behrendt: „Mathias ist nicht nur ein guter Fußballer, sondern auch ein ganz feiner Kerl.“ Das sehen seine Gegenspieler mit Sicherheit anders. Aber wo führt die Reise des 17-Tore-Stürmers in dieser Spielzeit denn noch hin? „Ich habe mir persönlich keine Marke gesetzt“, sagt er, „ich muss mich auch nicht profilieren und irgendwelche großen Ansagen machen.“ Denn dafür weiß der erfahrene Kicker viel zu gut, dass auch seine Gegner die Zeitung lesen. „Wer zu große Sprüche kloppt, kriegt nur auf die Knochen. Das brauche ich nicht.“

Am Sonntag (14 Uhr) geht die große Torejagd in der Kreisliga weiter. Dann trifft Friedrich mit Sieversdorf auf den SV Protzen. Dann wird er nicht nur den Atem der Gegenspieler im Nacken spüren, sondern auch den seines Mitspielers Dustin Schmidt. Der Co-Angreifer der SG folgt in der Torjägerliste mit zehn Treffern auf Platz zwei. Selbst wenn Tormaschine Friedrich mal ausfällt, ist in Sieversdorf für Abhilfe gesorgt. Was für schöne Aussichten.