09. Mai 2022 / 20:10 Uhr

"Sie waren bereit": Dynamo Dresden erhält Lob vom gegnerischen Trainer

"Sie waren bereit": Dynamo Dresden erhält Lob vom gegnerischen Trainer

Jochen Leimert
Dresdner Neueste Nachrichten
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Dynamo Dresden hat gegen den KSC alles in die Waagschale geworfen. © dpa
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KSC-Coach Eichner attestiert den Schwarz-Gelben eine gesunde Einstellung und wünscht Dynamo-Trainer Capretti viel Glück für die Relegation.

Karlsruhe/Dresden. Abschlussschwäche, eine zu passive zweite Halbzeit, Anfälligkeit bei Standards – bei Dynamo Dresden gab es am Sonntag beim 2:2 in Karlsruhe einiges zu bemängeln. Dem Tabellen-16. der 2. Fußball-Bundesliga gelang es auch am vorletzten Spieltag nicht, alle seine altbekannten Baustellen zu schließen. Vor dem für das Klassement unbedeutenden, für das Selbstvertrauen vor der Relegation gegen den Drittliga-Dritten 1. FC Kaiserslautern aber immens wichtigen Derby gegen Absteiger Erzgebirge Aue (Sonntag, 15.30 Uhr) konnten die Schwarz-Gelben aber einmal mehr ihr Kämpferherz zeigen.

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„Wir glauben an uns“

Bei all ihren Defiziten kann man der Mannschaft nicht vorwerfen, dass sie sich hängen lässt. Sie versucht, das Beste aus ihren limitierten Möglichkeiten zu machen, stemmt sich verzweifelt gegen den drohenden Abstieg. So konnte sie mit dem späten 2:2-Ausgleich durch Michael Akoto (90.+4) wenigstens einen Teilerfolg für sich verbuchen. Ein Hoffnungsschimmer, der in dieser prekären Situation wenigstens etwas Zuversicht verbreitete.

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Dynamo Dresden erkämpft ein 2:2 und holt somit einen Punkt in Karlsruhe. Zur Galerie
Dynamo Dresden erkämpft ein 2:2 und holt somit einen Punkt in Karlsruhe. ©

„Wir geben nie auf, wir wollen immer weitermachen. Wir glauben an uns“, mühte sich der im neunten Anlauf mit Dynamo sieglose Trainer Guerino Capretti, das Positive aus dem Spiel beim KSC zu unterstreichen. Der 40-Jährige weiß, dass die von 16 Partien ohne Dreier gefrustete Mannschaft mehr Zuspruch als Kritik braucht, damit sie nicht verkrampft.

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Nach Krampf sah es zum Glück in der ersten Spielhälfte im erst zu zwei Dritteln fertigen neuen Wildpark-Stadion gar nicht aus. Da war Dynamo überlegen, hatte schöne Spielzüge zu bieten und ein klares Chancenplus zu verzeichnen. Das sah auch KSC-Trainer Christian Eichner so: „Der Gegner hat uns in der ersten Halbzeit all das gezeigt, was notwendig ist, um in der Zweiten Liga erfolgreich ein Fußballspiel zu bestreiten: Die Dresdner hatten Intensität, sie hatten Mentalität, sie hatten Zweikampfführung. Sie waren bereit, das Spiel erfolgreich zu bestreiten – und zwar alle elf Mann. Das war bei uns nicht der Fall.“

An der Einstellung lag es also nicht, wenn der Heimtrainer den Gästen ein derartiges Lob zollt. Es waren wohl eher die wachsenden Zweifel, als der KSC nach der Pause aufdrehte. Der aufkommende Frust, wiederholt das zweite Tor – die Vorentscheidung – verpasst zu haben. Wachsende Nervosität, als es nicht mehr laufen wollte, der Plan nicht eingehalten werden konnte.

„Das ist eine hochinteressante Partie“

Capretti erinnerte an seine Mahnungen im Vorfeld: „Wir wussten: Der KSC ist bei Standards sehr, sehr torgefährlich – das wollten wir vermeiden, haben es aber nicht geschafft und zwei Standard-Gegentore bekommen, was super bitter, sehr ärgerlich ist.“ Dass sich seine Mannschaft trotz der Rückschläge noch einmal zurückmeldete und mit den Einwechslern noch einmal Druck machte, das freute den Trainer umso mehr. „Wenn du am Ende noch ein 2:2 hier holst, dann zeigt das einfach, dass Moral in der Mannschaft drinsteckt.“

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Lichtblicke waren sicher auch die Leistungen einzelner Spieler. Regisseur Patrick Weihrauch wies nicht nur wegen seines Tores zum 1:0 (26.) ansteigende Form nach, Ransford-Yeboah Königsdörffer war in der ersten Halbzeit kaum zu halten, Agyemang Diawusie setzte Akzente, wenngleich er wieder eine klare Chance vergab. Aber auch Michael Akoto mit seinem ersten Zweitliga-Tor und der bei seinem Kurz-Comeback gleich am 2:2 beteiligte Panagiotis Vlachodimos tankten Zuversicht.

KSC-Coach Eichner freut sich schon auf das doppelte Duell zwischen Dresden und Kaiserslautern. Er wünschte Capretti alles Gute und wird sich am 20. und 24. Mai vor den Fernseher setzen: „Das ist eine hochinteressante Partie.“