02. Oktober 2021 / 20:21 Uhr

Silva löst RB Leipzigs Knoten - Marsch-Elf feiert 3:0-Sieg gegen Bochum

Silva löst RB Leipzigs Knoten - Marsch-Elf feiert 3:0-Sieg gegen Bochum

Antje Henselin-Rudolph
Leipziger Volkszeitung
LEIPZIG, GERMANY - OCTOBER 02: André Silva of Leipzig  celebrates scoring his team's first goal with Amadou Haidara, Nordi Mukiele and Mohamed Simakan during the Bundesliga match between RB Leipzig and VfL Bochum at Red Bull Arena on October 02, 2021 in Leipzig, Germany. (Photo by Alex Grimm/Getty Images)
Endlich Torschütze: André Silva erzielte das 1:0. © Getty Images
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Zum Ende der englischen Heimwoche lässt RB Leipzig seine Fans noch einmal jubeln. Die Sachsen gewinnen 3:0 (0:0) gegen den VfL Bochum, auch weil ab der 70. Minute endlich der Knoten platzt. Auslöser: ausgerechnet André Silva.

Leipzig. Zweiter Bundesliga-Sieg in Folge: RB Leipzig hat das enttäuschende 1:2 gegen den FC Brügge in der Champions League abgehakt und gegen den VfL Bochum einen 3:0-Erfolg (0:0) gefeiert. Der war allerdings hart erarbeitet und erforderte sowohl von den Akteuren auf dem Platz als auch vom Publikum viel Geduld. Alle Treffer fielen innerhalb der letzten 20 Minuten. Mit dem Dreier kletterten die Sachsen in der Tabelle auf Platz sieben.

Klare Fehlentscheidung?

Um eine Frage gleich zu Beginn zu beantworten: In der Defensive setzte Jesse Marsch auf die Dreierkette, gebildet von Lukas Klostermann, Mohamed Simakan und Josko Gvardiol. Willi Orban, eigentlich vorgesehen, fiel kurzfristig wegen eines grippalen Infekts aus. Die Szene der ersten Hälfte: das Foul von Herbert Bockhorn an Yussuf Poulsen im Strafraum. Ja, Bochums Nummer 11 traf ein wenig den Ball, aber eben auch mit offener Sohle das Bein des Dänen. Schiri Robert Hartmann zeigte auf den Punkt. Emil Forsberg legte sich den Ball zurecht. Dann meldete sich der Kölner Keller, schickte den Unparteiischen an den Schirm. Der nahm den Elfer zurück. Wo genau die klare Fehlentscheidung gewesen sein sollte, die ein Eingreifen des VAR - am Samstagabend war das Johann Pfeifer - rechtfertigen würde, blieb unersichtlich. Das Momentum war zum wiederholten Mal nicht auf RB-Seite.

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Dank einer deutlich besseren Chancenverwertung in der zweiten Halbzeit sichert sich RB Leipzig einen verdienten 3:0-Heimsieg gegen den VfL Bochum. Zur Galerie
Dank einer deutlich besseren Chancenverwertung in der zweiten Halbzeit sichert sich RB Leipzig einen verdienten 3:0-Heimsieg gegen den VfL Bochum. ©

RB blieb dennoch im Vorwärtsgang und hatte gefühlt Chancen im Minutentakt. Es vergaben - ohne Rang und Reihenfolge - Forsberg, Poulsen und Christopher Nkunku. Der Franzose hätte in der 29. Minute zu Poulsen passen müssen (!), versuchte es statt dessen selbst. Er, der zuletzt regelmäßig in Galaform geglänzt hatte, wirkte unglücklich, nörgelte, beschwerte sich, vor allem auch bei seinen Mitspielern. Jesse Marsch ging in der Coachingzone auf und ab, schüttelte des Öfteren den Kopf. An der Einstellung fehlte es seinen Jungs nicht. Allerdings trafen sie zu oft die falsche Entscheidung, spielten den Ball ohne Not direkt in die Füße des Gegners, trennten sich zu spät vom Leder, verzettelten sich. Positiv: Die Dreierkette, durch Tyler Adams und Angelino auf den Außenbahnen beliebig auf Fünferkette erweiterbar, passte und war auch durchaus beschäftigt. Der VfL näherte sich regelmäßig. Bochums beste Chance vergab Anthony Losilla. Da waren bereits 36 Minuten gespielt.

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Silva kommt, Silva trifft

Marsch wechselte nach der Pause zunächst nicht. Die hatte seinen Jungs irgendwie den Schwung genommen. Nachdem es zuvor Gelegenheiten im Überfluss gegeben hatte, fehlten die jetzt gänzlich. Die Maßnahme des Trainerteams: Angelino raus, Nordi Mukiele rein, damit hinten Vierer- statt Dreierkette. Problem: Die Quartett-Lösung war bis dato kein Leipziger Erfolgsmodell. Mögliche Lösung dafür: Einfach selbst offensiv bleiben. Nur haperte es genau daran. Also kamen Dominik Szoboszlai (für Forsberg) und André Silva (für Poulsen). Der betrat den Platz - und köpfte das 1:0 (70.). Die Red Bull Arena explodierte. Endlich ein Tor! Und vor allem: Endlich ein Silva-Tor!

Was nun einsetzte, war der bei Trainern und Publikum so beliebte Ketchup-Flaschen-Effekt. Mit anderen Worten: Jetzt lief's. Und zwar auch bei Nkunku, der mit einem Doppelschlag auf 3:0 erhöhte. Seinen zweiten Treffer versuchte Armel Bella Kotchap noch von der Linie zu kratzen. Aber der Torlinientechnick meldete: zu spät. RB war nun im Dauer-Vorwärtsgang. Das gab nicht nur den Profis auf dem Rasen, sondern auch ihrem Coach Sicherheit. So viel, dass er Ilaix Moriba zu seinem Debüt im Leipziger-Trikot verhalf. Der letzte Sommer-Neuzugang kam gut zehn Minuten vor Schluss für Kevin Kampl.

Die Statistik zum Spiel:

Leipzig: Gulacsi - Klostermann, Simakan (79. Laimer), Gvardiol - Adams, Kampl (79. Moriba), Haidara, Angelino (61. Mukiele) - Forsberg (69. Szoboszlai), Nkunku, Poulsen (69 Silva).


Bochum: Riemann - Bockhorn, Masovic, Bella Kotchap, Danilo Soares - Losilla, Tesche (83. Osterhage), Rexhbecaj (78. Blum), Antwi-Adjei (78. Pantovic), Holtmann (75. Polter) - Asano (78. Löwen).

Tore: 1:0 Silva (70.); 2:0 Nkunku (73.); 3:0 Nkunku (78.).

Zuschauer: 25.598.