25. April 2021 / 14:08 Uhr

So erklärt Union-Trainer Urs Fischer den Pohjanpalo-Hattrick

So erklärt Union-Trainer Urs Fischer den Pohjanpalo-Hattrick

David Joram
Märkische Allgemeine Zeitung
Joel Pohjanpalo (l.) schießt Union Berlin mit drei Toren zum 3:1-Sieg gegen Werder Bremen.
Joel Pohjanpalo (l.) schießt Union Berlin mit drei Toren zum 3:1-Sieg gegen Werder Bremen. © Getty Images
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Joel Pohjanpalo gelingt beim 3:1-Heimsieg des 1. FC Union Berlin gegen Werder Bremen ein lupenreiner Hattrick – den entscheidenden Impuls setzt Vorlagengeber Petar Musa. Trainer Urs Fischer hat eine einfache Erklärung für die gute Leistung der beiden Stürmer.

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Wenn es nach Urs Fischer geht, ist Fußball ein ziemlich simples Spiel. „Als Trainer musst du dem Spieler versuchen mitzuteilen, dass er dranbleiben muss, arbeiten muss“, sagte der Union-Coach über Joel Pohjanpalo, der am Sonnabend alle drei Tore beim 3:1 (0:0)-Heimsieg des Berliner Fußball-Bundesligisten gegen Werder Bremen erzielt hatte.

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So einfach wie Pohjanpalos Tore aussahen, erklärte sie Fischer auch in einer digitalen Presserunde am Sonntag. „Joel ist klar im Kopf, er hat sich nicht von seinem Weg abbringen lassen.“ Wenn es doch nur immer so einfach wäre.

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Der SPORTBUZZER bewertet: Die Spieler von Union Berlin in der Einzelkritik. ©

Es passt zu dieser bislang so reibungslosen Saison des 1. FC Union, dass nun, im Endspurt dieser Runde, plötzlich auch die Problemstürmer Lösungen finden. Pohjanpalos drei Tore, erzielt in den Minuten 50, 53 und 67, dürften die erneut nicht im Stadion zugelassenen Fans überrascht haben, in dieser Saison hatte der 26-Jährige zuvor erst zweimal insgesamt getroffen – letztmals am 6. Spieltag im November gegen Hoffenheim.

Kurz darauf hatte ihn eine Sprunggelenksverletzung aus der Spur geworfen, nach seiner Rückkehr Ende Januar suchte er vergeblich nach seiner alten Form. Es gebe immer Phasen, in denen es „halt nicht so einfach geht“, erklärte Fischer am Sonntag, „er hatte die Möglichkeiten, aber war nicht effizient.“

Diesen Vorwurf durfte ihm am Sonnabend niemand machen. „Überragend natürlich“, sagte Pohjanpalo über jene 17 Minuten in der zweiten Halbzeit, die ihm für seine Tore reichten. „Gibt nix Besseres als einen Dreierpack zu schießen“, fügte er noch an.

Das erste Tor hatte Pohjanpalo nach einer von Marcus Ingvartsen geschlagenen Ecke erzielt, die Tore zwei und drei legte ihm der zur Pause gekommene Petar Musa (für Kruse, der muskuläre Probleme hatte) auf; noch so ein Stürmer, der sich seit seiner Verpflichtung in der Winterpause mit Toren und Torvorlagen eher vornehm zurückgehalten hat. Einen Treffer und einen Assist hatte Musa bis Sonnabend erst verbucht.

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Dieses Mal klappte es besser. Vor dem 2:0 verlängerte er den Ball per Kopf in den Lauf von Pohjanpalo, beim 3:0 bewies er mit seiner Lupfer-Vorlage Technik wie Timing. „Nach seiner Einwechslung war Frische da und er war auch in der Luft gefährlich“, lobte Fischer. Überhaupt habe sich Musa nach Anlaufschwierigkeiten in den vergangenen Wochen gut entwickelt.

So frisch wie Musa und Pohjanpalo im zweiten Durchgang waren, so trocken hatten die Berliner in der ersten Halbzeit gewirkt. Einfallslos passten sie sich den Ball hin und her, Ideen gegen Bremens Defensivriegel fehlten gänzlich. „Zu wenig geradlinig, zu wenige Kontakte“, monierte Fischer, im Spiel mit Ball habe das Tempo gefehlt.

Die Gäste, mit sechs Niederlagen im Gepäck in Folge angereist, bemühten sich erst gar nicht um ein Offensivspiel, das diesen Namen auch verdient gehabt hätte. „Hoch, hoch, hoch, komm“, schrie Werder-Trainer Florian Kohfeldt nach 41 Minuten zwar mal kräftig, doch seine Spieler standen so tief wie die Sonne kurz vorm Untergang. Es hätte vermutlich niemanden im Stadion gewundert, wenn die Grün-Weißen ihre beiden Werder-Busse nicht auf dem Parkplatz, sondern direkt vor dem Tor ihres Schlussmanns Jiri Pavlenka geparkt hätten. Als Schiedsrichter Patrick Ittrich zur Pause pfiff, kam dies einer Erlösung gleich.

Zur zweiten Halbzeit schickte Fischer glücklicherweise Petar Musa aufs Feld und plötzlich lief auch der zuvor abgetauchte Pohjanpalo zur Hochform auf. Der Bremer Riegel war geknackt, Werder desillusioniert. Union kam zu weiteren Torchancen, die Gäste nur noch zum Anschluss durch Gebre Selassie, den der Berliner Torwart Andreas Luthe mit einer schlechten Fausabwehr begünstigt hatte. Am Ende war’s egal. „Wenn du drei Tore machst, machst du vieles richtig. Für das ist eine Sturmspitze da“, resümierte Fischer treffend Pohjanpalos goldenen Tag. So einfach kann Fußball sein.