26. Februar 2021 / 16:06 Uhr

Social-Media-Aktion: Die Kicker der SG Zühlsdorf wollen auf den Platz zurück

Social-Media-Aktion: Die Kicker der SG Zühlsdorf wollen auf den Platz zurück

Matthias Schütt
Märkische Allgemeine Zeitung
SGZühlsdorf
Die Kreisoberliga-Fußballer der SG Zühlsdorf sehnen sich zurück nach dem runden Leder und den Plätzen in der Oberhavel. Daher haben die Kicker mit einer Plakataktion auf die Situation im Amateurfußball aufmerksam gemacht und sich einer Reihe von Appellen angeschlossen.
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Kreisoberliga Oberhavel/Barnim: Der Aufsteiger steht zum Zeitpunkt der Saisonaussetzung in der höchsten Kreisspielklasse auf Rang elf. Die Trainersuche zur neuen Spielzeit läuft beim Verein aus Oberhavel.

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„Bitte lasst uns wieder Fußball spielen. Wir vermissen das so sehr.“ Mit dieser Botschaft haben sich dieser Tage elf Mitglieder der SG Zühlsdorf an die Öffentlichkeit gewandt, um auf die Situation im Amateursport im Allgemeinen und speziell im Fußball aufmerksam zu machen. „Uns fehlt das runde Leder und alles was einfach dazu gehört“, sagt Mario Böhme vom erweiterten Vereinsvorstand zu dieser Aktion. Die Idee kam aus den Reihen der Kreisoberliga-Mannschaft der Zühlsdorfer. Zum Mitmachen musste Böhme, der in Zühlsdorf das Vereinslokal „Heidekrug“ betreibt, nicht lange überzeugt werden. Seit über 17 Jahren kümmert er sich um die sportlichen Belange des Clubs. Er ist Trainer, Sponsor und Eventmanager. Lange im Hintergrund, inzwischen auch im Vereinsvorstand. Daher freute sich Böhme, auch seinen Beitrag zu dem Plakat zu leisten.

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So wurden auf eine bestehende Collage die Köpfe der Zühlsdorfer gebastelt – zusätzlich ziert das Vereinslogo neben den elf kleinen Bildern das Motiv. Eine einfache Botschaft. „Es sollte so auf die Situation aufmerksam gemacht werden“, sagt Böhme. Damit schlossen sich die Zühlsdorfer einer Reihe von Appellen von verschiedenen Sportverbänden, Institutionen und einzelnen Sportlern in diesen Tagen an, die trotz der anhaltenden Corona-Pandemie für eine Rückkehr in den organisierten Sport plädieren. „Unsere Vereine haben in den vergangenen Monaten einen erfolgreichen Beitrag geleistet, um Kontakte zu reduzieren und Infektionen entgegenzuwirken. Dieses verantwortungsvolle Verhalten darf bei den Erörterungen der Lockerungen nicht vergessen werden, insbesondere deshalb, weil es in besonderem Maße um Kinder und Jugendliche geht“, so Peter Frymuth, DFB-Vizepräsident Spielbetrieb und Fußballentwicklung. „Dies betrifft nicht nur den Fußball, sondern den gesamten Sport.“

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Ähnliche Gedanken dazu hat man sich auch in Zühlsdorf gemacht. Dabei hoffen die Vereinsverantwortlichen, dass es in der laufenden Saison noch zu Pflichtspielen in der Kreisoberliga kommt. Denn erstmalig in der Vereinsgeschichte spielt der Verein, der in diesem Jahr seinen 70. Geburtstag feiert, in der höchsten Kreisspielklasse. Dies schafften die Zühlsdorfer als Tabellendritter der wegen des Coronavirus abgebrochenen Spielzeit 2019/20 in der Kreisliga Ost, die per Quotientenregel gewertet wurde. Da die besser platzierten Mannschaften von Schorfheide Joachimsthal II sowie der SpG Finow/Lichterfelde freiwillig auf den Sprung in die nächst höhere Spielklasse verzichteten, lösten die Zühlsdorfer das Ticket für den Aufstieg. „Für uns als Verein ist es eine super Sache“, sagte damals SGZ-Vorsitzender Jürgen Wolf. „Jetzt können wir so richtig durchstarten.“

Böhme: "Der Schritt in die Kreisoberliga war schon richtig"

Und das taten die Zühlsdorfer auch sportlich. Denn zum Auftakt der Saison 2020/21 blieb der Liganeuling in den ersten drei Partien ohne Niederlage – zwei Siege und ein Remis standen zu Buche. Dabei schlugen die Zühlsdorfer nicht nur Mitaufsteiger FC 98 Hennigsdorf II (2:1), sondern auch überraschend Staffel-Mitfavorit TuS Sachsenhausen II (3:0). Ebenso gab es ein torloses Remis gegen Blau-Weiß Leegebruch. „Der Schritt in die Kreisoberliga war schon richtig. Da herrscht noch einmal ein ganz anderes Niveau, auch vom Drumherum“, so Böhme. „Und man trifft auf den Plätzen viele alte Weggefährten von früher.“ Die tolle Auftaktserie der SGZ wurde erst im vierten Saisonspiel unterbrochen, als die Mannschaft mit 2:4 gegen den SV Friedrichsthal verlor. Seitdem kam nur noch ein Sieg dazu.

<b>SG Zühlsdorf:</b> Kreisoberliga, Kreis Oberhavel/Barnim
Zum Zeitpunkt der Saisonaussetzung liegf Aufsteiger SG Zühlsdorf auf Rang elf. © Verein

Mit Aussetzung des Spielbetriebes im November 2020 liegt der Liganeuling mit zehn Punkten auf Platz elf. Sechs Zähler hat die SGZ Vorsprung auf die Abstiegszone. „Auch wenn es uns noch erwischen sollte, bin ich für eine Auf- und Abstiegsregelung“, so Böhme. „Ich hoffe, dass wir zumindest die Hinrunde noch zu Ende bekommen. Dann hat wenigstens jeder gegen jeden gespielt. Ich persönliche glaube aber irgendwie nicht mehr dran.“

Olaf Otte als Interimstrainer

Sollte es in dieser Saison doch noch einmal zu einem Anpfiff mit Beteiligung der Zühlsdorfer kommen, dürfte Olaf Otte die Mannschaft als (Interims-)Trainer auf das Spielfeld schicken. Denn nach der Trennung in der laufenden Saison von René Schwarze half zunächst Steffen Dierig aus, der in der Region kein Unbekannter ist, schon in Mühlenbeck, Birkenwerder und Borgsdorf arbeitete. Doch diese Zusammenarbeit war perspektivisch nur bis zum Jahresende 2020 gedacht. „Wir haben mit Olaf Otte einen zuverlässigen Trainer im Verein. Daher haben wir nicht so den Druck, jemand anderes finden zu müssen“, so Böhme. Vielmehr versucht der Verein, einen schlagkräftigen Kader für die Zukunft zusammen zu stellen. Dieser soll dann im besten Fall nicht nur noch diese Saison ein paar Partien in der Kreisoberliga bestreiten, sondern auch in der neuen Spielzeit 2021/22 wieder in dieser Spielklasse an den Start gehen. Bis dahin muss aber der Ball erst einmal wieder rollen.