05. November 2020 / 08:54 Uhr

Spielwitz und Lernwille: Für Schäfer sind alle Wolfsburger Neuen ein Gewinn

Spielwitz und Lernwille: Für Schäfer sind alle Wolfsburger Neuen ein Gewinn

Marcel Westermann
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Zufrieden: VfL-Sportdirektor Marcel Schäfer (v.) mit den Neuen.
Zufrieden: VfL-Sportdirektor Marcel Schäfer (v.) mit den Neuen. © Boris Baschin / Roland Hermstein / dpa
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Mit Maxence Lacroix, Ridle Baku, Maximilian Philipp und Bartosz Bialek hat der Wolfsburger Fußball-Bundesligist im Sommer vier Spieler dazugewonnen. VfL-Sportdirektor Marcel Schäfer ist angetan von den bisher gezeigten Leistungen des Quartetts - sieht aber noch mehr Potenzial in den Akteuren.

Vier neue Spieler hat der VfL Wolfsburg im Sommer geholt - und das Quartett hat Marcel Schäfer auf Anhieb beeindruckt. Der Sportdirektor des Fußball-Bundesligisten ist angetan von den bisherigen Leistungen von Maxence Lacroix, Ridle Baku, Maximilian Philipp und Bartosz Bialek - gleichwohl weiß Schäfer, dass noch mehr Potenzial in den Jungs steckt. Doch eines ist für ihn klar: Diese vier Akteure sind ein Gewinn für die Mannschaft.

Maxence Lacroix

Pflichtspiel-Einsätze: 9 von 10 möglichen. - Einsatzminuten: 782

Für 5 Millionen Euro war Lacroix vom französischen Zweitligisten FC Sochaux zum VfL gekommen - und er musste sofort da sein. "Er ist unter anderem durch die Erkrankung von Marin Pongracic sehr schnell an vorderster Front gewesen", erinnert sich Schäfer. Der Abwehrmann war am Pfeifferschen Drüsenfieber erkrankt und war lange ausgefallen. Lacroix war zur Stelle, zeigte direkt im Training, was in ihm steckt, nämlich, "dass er ein Innenverteidiger mit großem Potenzial ist, über ein hohes Tempo verfügt, ein gutes Pass-Spiel hat, robust und körperlich stark ist", wie es Schäfer beschreibt.

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So schenkte Trainer Oliver Glasner dem 20-Jährigen direkt das Vertrauen, Lacroix durfte erstmals im Pokal gegen Union Fürstenwalde ran, die Anspannung war ihm anzumerken, als er den Elfmeter zum 0:1 verschuldet hatte. Doch solche Situationen seien normal. "Es gehört bei jungen Spielern auch dazu, dass man Geduld aufbringen muss. Den einen oder anderen Fehler dürfen und müssen sie machen, um daraus zu lernen. Sie müssen Erfahrungen sammeln, um sich weiterzuentwickeln“, weiß der Ex-Profi. Lacroix arbeitete an sich, stabilisierte sich und zeigte in der Folge bärenstarke Auftritte. Was ihm in seiner Karriere hilft: der Ehrgeiz. Und das rechnet auch Schäfer dem Youngster hoch an: "Er ist sehr lernwillig, saugt die Dinge auf, fragt nach und arbeitet an sich. Es macht viel Spaß, mit ihm zu arbeiten."

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Bartosz Bialek

Pflichtspiel-Einsätze: 3 von 10 möglichen. - Einsatzminuten: 28

Noch etwas jünger als Lacroix ist Bialek mit seinen gerade einmal 18 Jahren. Aber auch er deutete schon früh im Training an, zu was er zu leisten imstande ist. „Er ist gut in der Ballbehauptung. Seine Präsenz in der Box und seine Abschlüsse sind für sein Alter schon außergewöhnlich gut“, lobt Schäfer. Das war auch in den letzten Tagen in den Einheiten wieder auffällig, reihenweise knallte der Pole den Ball in die Maschen. Und auch sein Tor-Debüt hat Bialek für die Wolfsburger schon gegeben - das war beim 3:0-Testspielsieg in Köln. Am Sonntag beim 1:1 bei Hertha durfte Bialek erstmals in der Bundesliga ran, kurz vor Schluss wurde er für Wout Weghorst eingewechselt.


Gleichwohl gilt genau wie bei Lacroix, dass auch Bialek noch Zeit braucht, um sich an die neuen Gegebenheiten zu gewöhnen. "Er war in Polen der Shootingstar und ist vor genau einem Jahr dort zu den Profis gestoßen. Wenn man seine letzten zwölf bis 15 Monate Revue passieren lässt, ist er in relativ kurzer Zeit von der Jugend in die Bundesliga gewechselt, das ist schon alles recht schnell gegangen“, macht Schäfer deutlich.

Ridle Baku

Pflichtspiel-Einsätze: 4 von 4 möglichen. - Einsatzminuten: 288

Der Defensiv-Allrounder war mit rund 9 Millionen Euro Ablöse der teuerste Sommer-Zugang der Wolfsburger - und Baku zahlt direkt zurück. Vier Einsätze hatte der U21-Nationalspieler für seinen neuen Klub bereits, zwei davon zu Beginn an. In Berlin feierte er seine Tor-Premiere, er glich für die Wolfsburger aus. "In den drei Spielen hat er tolle Leistungen gezeigt. Er möchte sich weiterentwickeln. Und da setzen wir an", sagt Schäfer. Dass Ridle sich direkt so gut eingefügt hat und prompt mit starken Leistungen glänzt, tue ihm gut. "Ein Wechsel beinhaltet auch immer ein paar Fragezeichen. Wie komme ich in der neuen Stadt, im neuen Umfeld, in der neuen Mannschaft zurecht? Wenn es sportlich dann so gut läuft wie bei Ridle, geht vieles deutlich leichter", weiß Schäfer.

Aber was macht den Rechtsverteidiger so besonders? "Er kann auf mehreren Positionen spielen, er verfügt über Spielwitz und Tempo", sagt Schäfer und spricht in höchsten Tönen vom Abwehrmann. "In Deutschland haben wir nicht viele Rechtsverteidiger, die seine Qualitäten haben. Daher sind wir froh, dass er den Schritt zu uns gemacht hat."

Maximilian Philipp

Pflichtspiel-Einsätze: 3 von 4 möglichen. - Einsatzminuten: 150

Kurz vor Transferschluss hatte der VfL den Offensiv-Mann von Dinamo Moskau ausgeliehen. Es brauchte etwas Zeit, bis sich der Ex-Dortmunder an das neue Umfeld gewöhnt hat, doch bei Hertha hat er erstmals seine Qualitäten ausgespielt, die im Training schon erkennbar waren. "Jetzt hat er sein erstes Spiel von Beginn an gemacht und ein Tor vorbereitet", freut sich Schäfer. "Er ist ein sehr guter Spieler um den Stürmer herum, ist spielintelligent, stark im Abschluss und hat eine sehr gute Positionierung." Genau wie den anderen drei Akteuren wollen die Wolfsburger auch Philipp die Zeit geben, die er braucht. Denn von einer Sache ist Schäfer überzeugt: "Man darf nicht gleich zu viel erwarten. Wir wissen, was er kann. Er ist eine Bereicherung für unsere Mannschaft und wird seine Akzente in der Offensive setzen." So wie er es am Sonntag (unter anderem mit der Tor-Vorlage für Baku) bereits angedeutet hat.