29. Januar 2022 / 06:00 Uhr

Spitzensport in MV: Nicht schleifen lassen

Spitzensport in MV: Nicht schleifen lassen

Christian Lüsch
Ostsee-Zeitung
OZ-Sportchef Christian Lüsch kommentiert die Sportlerwahl
OZ-Sportchef Christian Lüsch kommentiert die Sportlerwahl © imago images/Frank Söllner
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Der Ausgang der Sportlerwahl 2021 in MV löst bei den Siegerinnen und Siegern Freude aus. Die Rekordzahl an Teilnehmern beweist, dass die Leistungen der Athleten beachtet und gewürdigt werden. Es gibt aber auch Schatten, denn die Anzahl von Spitzensportlern und hoffnungsvollen Talenten schrumpft, kommentiert OZ-Sportchef Christian Lüsch.

Sportler und Mannschaften investieren sehr viel, um Erfolge zu feiern. Ob im Team oder als Einzelkämpfer – sie streben nach Medaillen, Pokalen, Prämien. Wie die „Sportler des Jahres 2021“ in MV auf ihren Triumph in der Leserumfrage reagiert haben, verdeutlicht, wie wichtig es ihnen ist, persönlich wahrgenommen zu werden. Sie spüren, dass sie mit ihren Leistungen die Öffentlichkeit nicht nur unterhalten, sondern Tausende beeindruckt haben. Das tut gut.

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Trotz der Erfolge der Spitzensportler – ein Blick auf die Zahl der Erfolgreichen und ihr Alter ist eine Mahnung. Die Spitze in MV wird dünner. Lea Friedrich ist nach Cottbus gezogen. Dort findet sie, was sie in Schwerin gebraucht hätte. Auch Hochsprunghoffnung Chima Ihenetu geht. Weil die Trainings- und Lebensbedingungen in Berlin und Brandenburg besser sind. Top-Athleten haben die Wahl. Für sie zählen intakte Sportstätten, engagierte Trainer, Job- und Studienangebote mehr als schöne Strände und gute Luft.

Mehr zur MV-Sportlerwahl

Wenn sich die Gesellschaft sportliche Erfolge der Jugend wünscht, müssen Verbände und Politik Bedingungen sichern und ausbauen. Wer Infrastruktur schafft und ein attraktives „Drumherum“, dem muss um den Sport nicht bange sein. Wer das schleifen lässt, dem fehlen bald Basis und Spitzenkräfte.