22. August 2022 / 20:15 Uhr

Spruch gegen Homosexuelle: DFB-Kontrollausschuss ermittelt nach Bannern in Rostock - Hansa reagiert

Spruch gegen Homosexuelle: DFB-Kontrollausschuss ermittelt nach Bannern in Rostock - Hansa reagiert

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Der DFB-Kontrollausschuss hat nach dem Heimspiel von Hansa Rostock Ermittlungen aufgenommen.
Der DFB-Kontrollausschuss hat nach dem Heimspiel von Hansa Rostock Ermittlungen aufgenommen. © IMAGO/Picture Point (Montage)
Anzeige

Der Kontrollausschuss des DFB hat nach den Vorkommnissen beim Spiel zwischen Hansa Rostock und dem FC St. Pauli Ermittlungen eingeleitet. Anhänger der Gastgeber hatten unter anderem Banner mit einem Spruch gegen Homosexuelle gezeigt. Am Montagabend reagierte Hansa mit einer Stellungnahme.

Zweitligist FC Hansa Rostock muss nach Bannern seiner Anhänger Konsequenzen fürchten. Der Kontrollausschuss des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) ermittelt nach den Vorkommnissen am Sonntag gegen den Verein, wie der DFB am Montag mitteilte. Auf den Bannern waren im Zuge des Heimspiels gegen den FC St. Pauli (2:0) ein Spruch gegen Homosexuelle sowie ein Aufdruck, der Assoziationen an fremdenfeindliche Übergriffe vor 30 Jahren in Rostock-Lichtenhagen weckte, zu lesen.

Anzeige

"Der Kontrollausschuss wird den Verein anschreiben und zu einer Stellungnahme zu den gezeigten Bannern auffordern. Nach Vorliegen und Auswertung der Stellungnahme wird das Gremium über den weiteren Fortgang des Verfahrens entscheiden", hieß es vom DFB.

Bei den Partien zwischen dem FC Hansa und St. Pauli hatte es in der Vergangenheit immer wieder Vorfälle zwischen den jeweiligen Fanszenen gegeben. Losgelöst von dem im Stadion gezeigten Banner hatte die Rostocker Polizei am Sonntag jedoch ein positives erstes Fazit gezogen. Die Pauli-Fans wurden nach Spielende mit Bussen vom Ostseestadion zum Hauptbahnhof gebracht, wo sie mit dem Zug weiterfahren sollten. "Es ist bislang ruhig geblieben", so eine Polizeisprecherin am Sonntagnachmittag. Im Stadion selbst habe es einen Zwischenfall im Rostocker Fanblock gegeben. Dort habe ein 44-Jähriger in der Südkurve einen Böller gezündet und sich dabei selbst schwer am Bein und am Fuß verletzt. Sechs umstehende Personen hätten ein Knalltrauma erlitten.

Hansa reagiert mit Stellungnahme

Am Montagabend teilte Hansa auf Anfrage mit: "Homophobie, Rassismus und ähnlich geartete Einstellungen und Ideologien stehen nicht für den F.C. Hansa Rostock und verbieten sich schon allein durch die in der Satzung des Vereins verankerten Werte wie Toleranz."

Anzeige

Hansa Rostock sei politisch und religiös streng neutral und stehe in all seinen Belangen auf demokratischer Grundlage. "Wie bei allen Spielen des F.C. Hansa Rostock erfolgt auch für die Heimpartie am Sonntag eine Auswertung des gesamten Spieltags - das schließt immer auch Aktionen/Vorkommnisse im Stadion ein. Choreografien, Banner und Tapeten müssen vorab beim F.C. Hansa beantragt werden und benötigen eine Genehmigung", schrieb der Verein weiter.

Zudem erfolge beim Einlass eine Kontrolle der Fanutensilien, die ins Stadion gebracht werden sollen. "Wie sich aber auch in anderen Stadien Deutschlands regelmäßig zeigt, ist es bei aller Kontrolle keinem Verein möglich, das Einbringen bestimmter Utensilien oder Tapeten vollständig zu verhindern, aber deutlich zu erschweren."

[Anzeige] Alle Spiele der Fußball WM live und exklusiv in der Konferenz bei MagentaTV. Mit dem Tarif MagentaTV Flex für nur 10€ pro Monat, monatlich kündbar.