27. September 2021 / 18:26 Uhr

Vierwöchiges Stadionverbot: Stahl Wittstock bestraft "Fan" nach rechtsradikaler Parole

Vierwöchiges Stadionverbot: Stahl Wittstock bestraft "Fan" nach rechtsradikaler Parole

Marius Böttcher
Märkische Allgemeine Zeitung
Die SG Stahl Wittstock hat nach dem Fehlverhalten eines Fans Konsequenzen gezogen.
Die SG Stahl Wittstock hat nach dem Fehlverhalten eines "Fans" Konsequenzen gezogen. © Verein
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Ein Zuschauer fiel mit einem verfassungswidrigen Ausruf nach der Partie auf - der 6. Kreisoberliga-Spieltag in der Zusammenfassung.

Stahl Wittstock – Garz-Hoppenrade 3:1 (2:1). Tore: 0:1 Max Dietsch (7.), 1:1 Tobias Dachselt (18.), 2:1 Jannes Langerwisch (44.), 3:1 Oliver Goldberg (86.). Zuschauer: 90. Stahl-Urgestein Dietmar Andree sah „eines der schlechteren Spiele“ seiner Mannschaft: „Wir müssen immer erst einen Schuss vor den Bug bekommen, um wach zu werden.“ Die frühe Garzer Führung konnten seine zunächst schläfrigen Schützlinge aber egalisieren, mit dem Pausenpfiff besorgte Jannes Langerwisch gar das 2:1. „Ich habe nach der Pause ein schnelles, drittes Tor gefordert. Die Jungs haben aber ein paar Löwen vergeben“, ärgerte sich der Wittstocker Trainer. Erst Oliver Goldberg beruhige vier Minuten vor Ultimo die Stahl-Nerven. „Der Sieg ging schon in Ordnung, aber Garz war nicht schlecht, über ein Unentschieden hätten wir uns nicht beschweren dürfen“, meinte Andree. Nach dem Abpfiff ließ sich die Wittstocker Elf von ihren Anhängern mit dem Schlachtruf „Stahl Feuer“ feiern. In einer Instagram-Story war zudem deutlich zu hören, dass eine einzelne Person eine rechtsradikale und verfassungswidrige Parole brüllte. Das Video war am Montagmorgen nicht mehr verfügbar, Dietmar Andree bekam von dem Vorfall aber Wind und bestätigte: „Ich kann mir schon denken, wer das war, den werde ich rüffeln. Für sowas haben wir hier keinen Platz, das gehört sich nicht.“ Als Reaktion auf den in Deutschland illegalen Wortlaut sprach der Verein der betreffenden Person ein "vierwöchiges Stadionverbot" aus.

Union Neuruppin II – SV Dreetz 2:0 (1:0). Tore: 1:0, 2:0 Thaer Damir (14., 83.). Zuschauer: 40. Schwere Kost sahen die 40 Zuschauer am Sonntagnachmittag in Gildenhall. „Wir haben uns sehr schwer getan, wie es gegen einen Tabellenletzten eben oft so ist“, erklärte Union-Coach Ingo Nachtigall. Zwar ließ sein Team in der Defensive kaum etwas zu, im Angriff vergab man jedoch auf klägliche Art und Weise reihenweise Chancen. Zweimal war dann aber doch auf Torjäger Thaer Damir Verlass. „Dreetz wird bald die ersten Punkte holen, für ein Schlusslicht haben sie sich sehr ordentlich verkauft“, fand Nachtigall lobende Worte für den sich nie aufgebenden Aufsteiger.

Die Mannschaft des Tages.
Die Mannschaft des Tages. © MAZ

Pankower SV – Rot-Weiß Kyritz 3:1 (1:0). Tore: 1:0 Tony Schulz (20.), 1:1 Chester Kandziora (55., Strafstoßtor), 2:1 Marcus Niemann (66.), 3:1 Schulz (77.). Zuschauer: 90. Die Kyritzer waren beim Meisterschaftsaspiranten „auf Lauerstellung, wir wollten den Gegner machen lassen“, wie Kyritz-Routinier Mario Schneider verriet. Er vertrat den krankheitsbedingt fehlenden Chefcoach Ronny Krapat und war mit der Leistung seiner Schützlinge einverstanden: „Unser Plan ging lange auf, einen Fehler hat Pankow in Halbzeit eins sofort bestraft, aus der Pause kamen wir aber gut raus und verwandeln den berechtigten Strafstoß.“ Ein individueller Fehler brachte die RWK-Kicker erneut auf die Verliererstraße, ohne die nötige Durchschlagskraft konnte man in der Offensive nicht mehr antworten. „Der Pankower Erfolg ging dann letztlich auch in Ordnung“, resümierte Mario Schneider fair.

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Meyenburger SV – SV 90 Fehrbellin 2:2 (1:1). Tore: 0:1 k.A. (3.), 1:1 Toni Weitendorff (36.), 2:1 Kevin Berlin (59.), 2:2 Christian Krahl (78.). Rote Karte: Pascal Müller (5., Tätlichkeit, Fehrbellin). Zuschauer: 80. Nach wenigen Momenten vergab Fehrbellin den ersten Hochkaräter, ging danach doch schnell in Führung und musste ab der fünften Minute in Unterzahl agieren. Mit der Roten Karte gegen Pascal Müller war 90er-Coach Ronald Schubert nach einer turbulenten Anfangsphase aber nicht einverstanden: „Völlig unnötig und überzogen. Den vermeintlichen Kopfstoß will der Schiedsrichter gesehen haben, den klaren Schubser davor aber nicht“, sagte er. Überhaupt nahm Schubert eine harte Gangart im ersten Durchgang wahr: „Aber damit meine ich beide Seiten. Es wurde viel lamentiert, es wurde laut. Da war wenig Ruhe drin.“ Zwei Torwartfehler brachten die Rhinstädter auf die Verliererstraße, doch Christian Krahl belohnte die Moral seiner Elf dank eines Abstaubers mit dem 2:2, das für einen Punktgewinn reichte. Meyenburg – neben dem Pankower SV und Stahl Wittstock weiter unbesiegt – bleibt mit dem einen Zähler zwar an der Spitzenposition in der höchsten Spielklasse des Kreises, doch der PSV hat noch eine Begegnung in der Hinterhand.

Zernitz-Trainer Marco Urner: "Eher nach unten orientieren"

BSV Zaatzke – FC Blau-Weiß Wusterhausen 2:4 (1:1). Tore: 0:1 Pascal Daube (7.), 1:1 Nico Grahlmann (27.), 1:2 Kevin Neumann (46.), 1:3 Daube (48.), 1:4 Steffan Thiel (66., Strafstoßtor), 2:4 Marten Sperling (78.). Zuschauer: 110. Der Abwärtstrend setzt sich fort, die Hausherren mussten am Sonntag die vierte Niederlage in Serie hinnehmen – weil man den Beginn der zweiten Halbzeit völlig verpennte. Wusterhausen-Coach Andreas Nucklies erkannte aber bereits im ersten Durchgang Vorteile für sein Team: „Wir haben gut angefangen, gehen folgerichtig in Führung, stellen nach 20 Minuten jedoch das Fußballspielen ein und bekommen durch Eigenverschulden den Ausgleich.“ Davon unbeirrt sorgten seine Schützlinge nach dem Seitenwechsel aber schnell für klare Verhältnisse: „Wir haben Zaatzke eiskalt erwischt, die Partie war dann eigentlich schnell entschieden und der Sieg auch in der Höhe verdient.“

Blumenthal/Grabow – Zernitzer SV 3:0 (1:0). Tore: 1:0 Jens Alms (30.), 2:0 Marten Krüger (52.), 3:0 Robert Feick (68.). Zuschauer: 87. Beide Seiten waren sich nach Schlusspfiff einig: der Heimerfolg war gerecht. „Wir haben einen guten Tag erwischt und kommen so langsam in Fahrt“, freute sich Grabow-Coach Ralf Lengert. Sein Zernitzer Trainerkollege Marco Urner ging mit der eigenen Elf hart ins Gericht: „Nachdem wir gegen die Spitzenteams zu Beginn der Saison bestehen konnten, zeichnete sich zuletzt ab, dass wir uns eher nach unten orientieren müssen. Wir waren mit drei Gegentreffern ja noch gut bedient, es muss sich etwas ändern.“ Dabei besaß der ZSV anfangs zwei gute Möglichkeiten, ehe Jens Alms mit einem satten Distanzschuss die Führung für die Gastgeber besorgte. „Ich musste umstellen, weil viele Abwehrspieler fehlten. Jens kam diesmal in der Defensive zum Einsatz und hat das sehr gut gemacht. Im zweiten Durchgang waren wir durchgehend tonangebend, auch in der Höhe war das verdient“, bilanzierte Lengert.