14. August 2021 / 21:17 Uhr

Strahlende Gesichter beim VfB Lübeck nach 3:0-Auftaktsieg

Strahlende Gesichter beim VfB Lübeck nach 3:0-Auftaktsieg

Volker A. Giering
Lübecker Nachrichten
Lange gab es solche Bilder nicht: Die Mannschaft des VfB Lübeck feiert den 3:0-Sieg gegen den FC St. Pauli II mit den Fans vor der Pappelkurve.
Lange gab es solche Bilder nicht: Die Mannschaft des VfB Lübeck feiert den 3:0-Sieg gegen den FC St. Pauli II mit den Fans vor der Pappelkurve. © 54°/Garve
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Sonnabend, 10 Uhr: Es läuft das Training beim VfB Lübeck an der Lohmühle. Während die Spieler, die länger als 60 Minuten gespielt haben, regenerieren, schwitzen die anderen Spieler insgesamt 75 Minuten. Die Stimmung ist einen Tag nach dem 3:0 gegen den FC St. Pauli II bestens. Kein Wunder nach dem starken Regionalliga-Start.

„Nach 15 Minuten sind wir immer stärker geworden. Das 1:0 war eine Erleichterung. Man darf nicht vergessen, dass mehrere Jungs auf dem Platz standen, die vorher nicht auf diesem Niveau gespielt haben“, freute sich VfB-Sportdirektor Rocco Leeser über die ersten drei Punkte nach dem großen Umbruch nach dem Drittliga-Abstieg. „Drei Tore, beide Stürmer treffen und hinten zu Null. Was willst du mehr. Das hat die Mannschaft super gemacht. Ich habe mich unglaublich gefreut über den Kampfgeist, die Laufbereitschaft und den Willen, Tore machen zu wollen. Wie es unsere Fans gerne sehen. Die Jungs haben mit viel Leidenschaft gespielt.“ Exemplarisch waren für ihn die ersten beide Tore von Matchwinner Cemal Sezer.

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VfB Lübeck gewinnt zum Ligaauftakt mit 3:0 gegen St. Pauli II. (13.08.2021)

Robin Kölle, Samuel Abifade und Cemal Sezer freuen sich über das 1:0. Zur Galerie
Robin Kölle, Samuel Abifade und Cemal Sezer freuen sich über das 1:0. ©

Der Funke zu den Fans schwappte schnell über. Spätestens als Sezer nach seinem ersten Treffer auf den Zaun vor der Pappelkurve kletterte und die Gelbe Karte in Kauf nahm. „Ich war zwei Jahre weg und musste Hallo sagen“, schmunzelte Sezer. 2853 Zuschauer waren neugierig auf die neue junge Mannschaft. „Vor einigen Wochen hätte ich nicht mit solch einer tollen Resonanz gerechnet“, sagte Vorstandsmitglied Florian Möller. „Das ist ein deutlicher Fortschritt. Vor dem Aufstieg waren erst kurz vor Schluss der letzten Regionalliga-Saison so viele Fans im Stadion. Mit dem 3:0 haben wir Werbung in eigener Sache gemacht.“ Für Co-Trainer Norbert Somodi waren die Fans ganz klar der 12. Mann. „Dass so viele gekommen sind, ist nicht selbstverständlich – gerade in Corona-Zeiten. Die Jungs hatten die Einstellung und den Willen, mit den Zuschauern zu gewinnen. Die Stimmung haben wir mitgenommen“, strahlte er.

Leeser: "Das macht mich stolz"

Leeser bedankte sich ausdrücklich bei den Fans für den tollen Support. „Sie haben uns auch in Phasen angefeuert, wo es nicht so gut lief. Das hat die Mannschaft gemerkt und den Schwung mitgenommen. Ich bin sehr zufrieden, wie sich die Jungs präsentiert haben. Fast 3000 Leute auf der Tribüne. Hut ab, wie unsere jungen Talente mit dem Druck gegen einen guten Gegner umgegangen sind und verdient gewonnen haben. Das macht mich stolz“, betonte er. Der VfB hofft auf eine ähnliche Unterstützung im nächsten Heimspiel gegen Altona 93 (21. August). Wobei Möller sogar hofft, die 3000er Marke dann knacken zu können. „Zweite Mannschaften bringen kaum bis keine Fans mit, was bei Altona anders ist.“

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Erkrankter Chefcoach via WhatsApp dabei

Der erkrankte Cheftrainer Lukas Pfeiffer verfolgte den Heimsieg zu Hause via Livestream über das Portal Sporttotal.tv und war während des Spiels mit Videoanalyst Jerome Arps auf der Bank via WhatsApp im ständigen Austausch. „Klar, wäre ich gern dabei gewesen. Am Ende geht es aber nicht um meine Person. Der Sieg ist Weltklasse und gibt uns Selbstvertrauen. Wir wissen aber auch, dass es nur ein Spiel war“, sagte der 30-Jährige den LN. Was seinen Genesungszustand betrifft, „geht es minimale Schritte voran.“ Pfeiffer will Anfang der Woche wieder auf dem Platz stehen, „wir müssen aber gucken, ob es geht.“

Kleeschätzky und Daube tragen Verletzungen davon

Für Sezer war es eine geschlossene Mannschaftsleistung, während er sich selbst ein Sonderlob verdiente. „Für viele von uns war ein ganz neues Gefühl, vor so vielen Zuschauern zu spielen. Mit den Fans im Rücken, wird es jeder Gegner schwer haben“, glaubt der doppelte Torschütze. „Solch ein Einstand ist für mich natürlich schön. Ich muss aber sagen, wie mich Taritas und Kölle bei den Toren gefunden haben, ist überragend. Wichtiger war, dass wir mit einem Sieg gestartet sind.“ Den Sieg überschatten die Verletzungen von Fynn Kleeschätzky (Risswunde oberhalb des Knöchels) und Mattis Daube (starke Knochenprellung).

Standing Ovations für Cemal Sezer

Rückkehrer Sezer hatte sich indes die Standing Ovations bei seiner Auswechselung verdient. „Ich war schon immer begeistert von ihm, hatte ständig Kontakt mit ihm und habe mich für ihn gefreut“, erklärte Leeser und hob die Kaltschnäuzigkeit des Stürmers hervor. „Er bleibt unheimlich ruhig vor dem Tor. Man darf nicht vergessen, dass es für ihn ein brisantes Spiel war. Erstmals hat er wieder in seinem Wohnzimmer gespielt und das gleich gegen seinen Ex-Klub. Wir können aber noch mehr von ihm erwarten. Er hat noch Luft nach oben. Wie das komplette Team.“ Der Anfang ist gemacht. Die gezeigte Leistung macht Lust auf mehr.