18. April 2022 / 20:52 Uhr

SV Todesfelde fegt SV Eichede mit 5:1 aus dem eigenen Stadion

SV Todesfelde fegt SV Eichede mit 5:1 aus dem eigenen Stadion

Volker A. Giering
Lübecker Nachrichten
Ausgelassene Stimmung bei Spielern und Fans des SV Todesfelde. 
Ausgelassene Stimmung bei Spielern und Fans des SV Todesfelde.  © 54°/Sobczak
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Das Ernst-Wagener-Stadion war fast schon leer, da wollten die hartgesonnenen Fans im Gästeblock ihre siegreiche Mannschaft nochmal sehen. „Die Nummer eins im Land sind wir“, sangen sie ausgelassen bei bestem Frühlingswetter.

Gleich mit 5:1 (1:1) schoss der SV Todesfelde den Spitzenreiter SV Eichede im Oberliga-Kracher aus dem eigenen Stadion und setzte ein echtes Ausrufezeichen im Titelkampf. „Das war ein Statement der Mannschaft“, sagte Torschütze Marco Pajonk.

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Über 800 Zuschauer fanden am Ostermontag den Weg nach Eichede, um dort den Oberliga-Kracher zu sehen. 
Über 800 Zuschauer fanden am Ostermontag den Weg nach Eichede, um dort den Oberliga-Kracher zu sehen.  © 54°/Sobczak

Es war alles angerichtet für ein Fußballfest der beiden besten Teams der Flens-Oberliga, die für die Regionalliga gemeldet haben. Die Vorfreude war riesig und 836 Zuschauer sorgten für den passenden Rahmen. Zu Beginn entwickelte sich zwischen beiden Teams ein taktisch geprägtes Spiel. Bei den Gastgebern nahm Trainer Denny Skwierczynski gleich vier Veränderungen im Vergleich zum Spiel gegen Eckernförde (2:0) vor. Für den gesperrten Jonathan Stöver (fünfte Gelbe Karte) spielte der zuletzt angeschlagene Mika Clausen. Der künftige St. Paulianer sorgte für das erste Highlight im ersten Durchgang. Nach Zuspiel von Fynn Rathjen gelang ihm das 1:0 (25.), das er selbst mit einem beherzten Sololauf (Todesfeldes Til Weidemann konnte ihn im Mittelfeld nicht stoppen) bärenstark einleitete. Die Hausherren hatten etwas mehr vom Spiel und hätten angesichts der weiteren Möglichkeiten von Wittig (10.), Rathjen (36.) und Clausen (42.) mit einer Führung in die Pause gehen können.

Dank „Spielverderber“ Morten Liebert hieß es aber 1:1. Der robuste SVT-Goalgetter war per Direktabnahme nach einer Flanke von Rafael Krause erfolgreich (43.). Teamchef Sven Tramm nutzte die Kabinenansprache, um sein Team an den eigenen Matchplan zu erinnern – mit Erfolg: Nach dem Seitenwechsel spielten sich Kai-Fabian Schulz & Co. nach einem Blitzstart förmlich in einen Rausch. Ein Tor war schöner als das andere. Pajonk (48.), Turbomann Krause per Doppelpack (52., 68.) und erneut Liebert (90. +4) nach einem weiten Abschlag von Torwart Fabian Landvoigt schossen den fulminanten Kantersieg heraus. Zudem scheiterte Mats Klüver mit einem Pfostenkracher (59.).

Mitgereiste Fans des SV Todesfelde auf den vollen Rängen

 im Ernst-Wagner-Stadion. 
Mitgereiste Fans des SV Todesfelde auf den vollen Rängen im Ernst-Wagner-Stadion.  © 54°/Sobczak

„Tofe“ zeigte sich total abgezockt und clever und überzeugte mit Leidenschaft, unbändigen Willen sowie Teamgeist, während die Leistung der hilflosen Platzherren im zweiten Abschnitt desolat war. Zudem hatten die Gäste den besseren Torwart zwischen den Pfosten. SVE-Ersatzkapitän Marc Lindenberg & Co. verließen wie begossene Pudel den Rasenplatz. „Das ist eine bittere Pleite. Man muss anerkennen, dass Todesfelde verdient gewonnen hat. Wobei das Ergebnis etwas zu hoch ausgefallen ist“, resümierte ein enttäuschter Skwierczynski. „Im zweiten Durchgang waren wir nicht so präsent und konsequent. Die Tore von Todesfelde waren sehenswert.“ Sein Abwehrchef Hendrik Ostermann haderte: „Erste Halbzeit sah richtig gut aus und wir können erhöhen. Nach der Pause kriegen wir schnell das 2:1 und kommen dann nicht mehr ins Spiel.“

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Der SV Todesfelde feiert nach dem Spiel

Bei den Gästen sah man verständlicherweise nur glückliche Gesichter. „Großartig, was meine Jungs in der zweiten Halbzeit abgeliefert haben. Das sucht seinesgleichen“, freute sich Tramm. „Der Sieg ist völlig verdient. 5:1 in Eichede zu gewinnen, ist eine Hausnummer!“ Auch Emanuel Bento de Lima war total geflasht vom beeindruckenden Feuerwerk seiner Elf an alter Wirkungsstätte und sagte: „Gegen einen großen Gegner so im Kollektiv abzuliefern, ist einfach geil.“ Pajonk bezeichnete den Sieg als Gold wert.

War das eine Vorentscheidung im Titelkampf? „Wenn wir mit unserem ganzen Kader zusammenrücken, ist vieles möglich“, betonte „Trammer“. Eichede bleibt zwar nach der bösen Klatsche im Nachholspiel an der Tabellenspitze (18 Punkte), hat aber zwei Begegnungen mehr als Todesfelde (16 Punkte) absolviert. Da schon die Leistungen in den vorangegangenen Aufstiegsrunden-Spielen alles andere als überzeugend waren, dürfte es schwierig werden. „Das war heute nur ein Spiel, noch haben wir ein paar Spiele“, hat Ostermann die Hoffnung aber noch nicht aufgegeben – wie auch Skwierczynski: „An diesem Wochenende wird die Saison nicht entschieden…“

SV Eichede: Gevert – Pichelmann, Lindenberg, Ostermann, Arndt (71. Steinfeldt) – Rathjen (71. Meyer), Zaske (61. Albrecht) – Wittig (61. Lahrtz), Clausen, Dombrowski – Arp (77. Bieche).

SV Todesfelde: Landvoigt – Sirmais, Schulz, Rave, Blohm – Weidemann (71. Holst, 86. Sabas), Klüver, Bento de Lima, Krause (86. Studt) – Pajonk (79. Gelbrecht), Liebert.

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