06. April 2021 / 18:26 Uhr

TKS-49ers-Coach Vladimir Pastushenko im Interview: "Dann ist deutlich mehr drin"

TKS-49ers-Coach Vladimir Pastushenko im Interview: "Dann ist deutlich mehr drin"

David Joram
Märkische Allgemeine Zeitung
02.11.2019, Basketball,2.Bundesliga, Punktspiel, RSV Eintracht 1949-Lok Bernau, Sporthalle der BBIS
im Bild: v.l. Trainer Vladimir Pastushenko (RSV Eintracht 1949)
Leidet am Spielfeld mit: Trainer Vladimir Pastushenko, der die Baketballer des RSV Eintracht 1949 coacht. © Julius Frick
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Basketballtrainer Vladimir Pastushenko spricht im SPORTBUZZER-Interview über die Saison seiner TKS 49ers, Busfahrten mit Hindernissen und potenzielle Neuzugänge. Ob das ausgefallene Play-Off-Spiel gegen den FC Bayern München II wiederholt wird, stand am Dienstagabend noch nicht fest.

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Das Play-off-Spiel der TKS 49ers am Ostersonntag gegen den FC Bayern München II fiel coronabedingt aus. Wie mit dem Spiel verfahren wird, stand am Dienstagabend (6. April) noch nicht fest. Im SPORTBUZZER-Interview zieht Trainer Vladimir Pastushenko dennoch Saisonbilanz, denn die Chance auf ein Weiterkommen in den Play-Offs ist für den Stahnsdorfer Verein sehr klein. Der 49-Jährige erklärt, was seine Mannschaft auszeichnet, was ihr fehlt und warum sie auswärts fast immer verliert.

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Herr Pastushenko, am Sonntag hat das Coronavirus Ihrem Team das Play-off-Heimspiel verdorben – und das extrem kurzfristig. Wie sehr hat Sie das geärgert?

Vladimir Pastushenko (49): Wir haben es ja erst in der Halle erfahren, ganz kurz vor dem Spiel. Als die Bayern getestet wurden, fiel ein Test im Betreuerteam positiv aus. Das mussten wir der Liga mitteilen und kurz danach gab’s die Entscheidung, das Spiel abzusagen; die Spieler waren ja einen Tag vorher mit dem schönen Fußballbus der Bayern angereist und ziemlich lange unterwegs, für die war das auch ärgerlich: Ein Tag vorher Anreise, Übernachtung im Hotel, Training am Spieltag, aber dann nicht spielen – so haben sie sich das natürlich nicht vorgestellt. Und wir wollten zum Abschluss natürlich auch noch mal einen Sieg holen.



"Wir müssen halt mit 42 Punkten Vorsprung gewinnen"

Wobei die theoretische Chance aufs Weiterkommen ja ziemlich klein ist. Glauben Sie noch daran?

Wir müssen halt mit 42 Punkten Vorsprung gewinnen. Ich sage also sicher nicht, dass die Chance besonders hoch ist. Aber man hat schon viele Sachen gesehen. Gegen Vechta, die jetzt in der Bundesliga spielen, haben wir mal mit 44 Punkten Unterschied gewonnen. Es gibt solche Tage.

Wenn kein Wunder eintritt, werden die Gründe für das Aus in der ersten Play-off-Runde in der Auswärtsschwäche zu suchen sein: Gegen Münster (70:83) und Coburg (61:85) setzte es klare Niederlagen.

Für die Niederlage in Coburg waren sicherlich auch andere Faktoren entscheidend…

… Sie spielen auf die außerplanmäßig lange Anreise an.

Genau. Wir konnten uns nicht aufwärmen, mussten uns in den Bussen umziehen, weil die Autobahn drei Stunden dicht war und wir einen Umweg fahren mussten. Wir lagen nach dem ersten Viertel klar zurück und haben nach dem dritten Viertel trotzdem mit einem Punkt geführt. Erst dann folgte der Einbruch. Das darf man nicht vergessen. Unter anderen Umständen wäre mehr für uns drin gewesen – gegen eine Mannschaft, die nicht umsonst Zweiter in der Südstaffel wurde. Und dass man auswärts mal ein Spiel verliert, ist normal.

Die Auswärtsschwäche hat sich durch die gesamte Saison gezogen: Liegt das nur daran, dass Ihr Team eben immer am Spieltag die Reisestrapazen auf sich nehmen musste, um Hotelkosten zu sparen oder steckt noch mehr dahinter?

In einer fremden Halle spielt man eben auch immer auf fremde Körbe. Dass man da schlechter trifft, ist normal. Das klingt jetzt sehr spezifisch, aber die Härte der Körbe, die Bretter, das muss man alles einkalkulieren. Nicht umsonst reisen höherklassige Teams – oder finanzstärkere wie Bayern oder Münster – einen Tag vorher an und üben dann nochmal vor Ort, um zu spüren, wie sich die Körbe verhalten. Unser Etat ist dafür leider zu klein.

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Zu Hause war Ihr Team dafür eine Macht. Was hat Sie noch gefreut in dieser Runde?

Die Saison war mit Corona nicht einfach, aber die Jungs sind zu jedem Zeitpunkt als Team aufgetreten. Wir sind ehrgeizig, das zeigen zum Beispiel die beiden Siege gegen den Tabellenzweiten Itzehoe, der finanziell deutlich kräftiger ist als wir. Und wir haben viele enge Spiele gewonnen, die Mentalität stimmt in dieser Mannschaft. Kampf, Einsatz, Siegeswille, das war alles vorhanden. Wir haben aber noch viele junge, unerfahrene Spieler, denen die Klasse teilweise noch fehlt. Das gleichen sie mit Einsatz aber aus.

Wie weit sind die Planungen für die nächste Saison?

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Sebastian Fülle und Max Stölzel haben gültige Verträge. Mit allen anderen Spielern haben wir gesprochen, der Großteil will bleiben, die Signale sind gut. In den kommenden anderthalb Monaten wollen wir alles klar machen. Die ausländischen Spieler sind davon aber ausgenommen. Malik Toppin hat bessere Angebote aus höheren Ligen. Ich hoffe für ihn, dass er ein Team findet, wo er sich noch weiterentwickeln kann. Uns hat er natürlich sehr geholfen, er war Topscorer und Toprebounder.

Ein weiterer Führungsspieler, Karolis Babkauskas, wird also auch Abschied nehmen?

Für ihn gilt dasselbe, ja. Auf seiner Position, wo wir nicht die allergrößten Sorgen haben, wollen wir eigene, junge Spieler aus dem Verein entwickeln – und dafür die Problempositionen mit Spielern aus dem Ausland besetzen.

Stehen bereits Neuzugänge fest?

Mündliche Absprachen gibt es, aber Verträge sind noch keine geschlossen worden. Erstmal haben die eigenen Spieler Priorität, damit wir ein gutes Gerüst für die kommende Saison haben. Dann werden wir schauen, auf welchen Positionen wir uns noch verstärken müssen.

Haben Sie dabei vor allem die großen Positionen im Blick?

Definitiv. Da brauchen wir Leute, die Gespräche laufen. Gleichzeitig hoffen wir, dass Leo Hampl und Yannick Hildebrandt weiter dabei bleiben. Denn wir wissen auch nicht, wie es mit unserem Center Kristian Kuhn weitergeht, der längerfristig verletzt ist. Und Toppin müssen wir natürlich auch ersetzen.

Was fehlt Ihrem Team zum nächsten Schritt?

Man darf nicht unterschätzen, was wir hier schon erreicht haben. Letztmals haben wir 2013/2014 die Play-offs erreicht. Unser Etat war kleiner als im Vorjahr und haben das dieses Mal geschafft. Viele Spieler haben einen Riesensprung nach vorn gemacht, aber um oben mitzuspielen braucht man halt noch mehr Geld. Mit unserem Budget finden wir uns in der unteren Hälfte wieder. Wenn diese Mannschaft mit ein, zwei guten Einzelspielern verstärkt wird, dann ist deutlich mehr drin.

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