07. Februar 2022 / 13:23 Uhr

Tor-Befehl vom Sohn: Aber als Wolfsburgs Arnold trifft, schaut Lio nicht mehr hin...

Tor-Befehl vom Sohn: Aber als Wolfsburgs Arnold trifft, schaut Lio nicht mehr hin...

Marcel Westermann
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Jubel mit den Teamkollegen: Maximilian Arnold (2. v. l.) traf gegen Fürth zum zwischenzeitlichen 3:1.
Jubel mit den Teamkollegen: Maximilian Arnold (2. v. l.) traf gegen Fürth zum zwischenzeitlichen 3:1. © DPA
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Der VfL Wolfsburg durfte gegen Greuther Fürth endlich mal wieder einen Sieg bejubeln. Maximilian Arnold trug sich beim 4:1 in die Torschützenliste ein - doch seine Familie verpasste seinen Treffer.

Das Leben als Papa ist wunderschön, aber es kann auch hart sein: Da erzielt Maximilian Arnold nach über drei Monaten mal wieder ein Tor für den VfL und hat mit seinem Treffer Anteil daran, dass der Wolfsburger Fußball-Bundesligist seinen Negativlauf nach elf Pflichtspielen ohne Sieg beendet - und seine Familie bekommt nichts davon mit. "Da war ich schon etwas enttäuscht", sagte der Mittelfeldmann am Tag nach dem 4:1 gegen Greuther Fürth schmunzelnd.

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Dabei wollte Arnolds großer Sohn Lio doch unbedingt mal wieder einen Treffer seines Papas sehen. "Wir hatten vor dem Spiel noch mal telefoniert und er hat gesagt: Papa, Tor. Ich habe geantwortet: Ich probiere es", erzählt Arnold. Er hielt Wort: In der 70. Minute legte sich der VfL-Rekordspieler den Ball 25 Meter vor dem gegnerischen Tor zurecht und brachte ihn leicht abgefälscht im Tor unter. Doch da war seine Jenny mit Lio und dem kleinsten Sprössling Samu schon gar nicht mehr auf der Tribüne. "Ich war nach dem Tor auf der Höhe, wo meine Familie gesessen hat. Aber meine Frau sagte, die sind nach 25 Minuten reingegangen, weil der Kleine keine Lust mehr hatte...", sagte Arnold schmunzelnd, "aber als Papa muss man dafür Verständnis haben."

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Nichtsdestotrotz sei es für Arnold "immer schön zu treffen". Und in diesem Fall vermutlich ganz besonders, weil der erfahrene Mittelfeldmann um die Bedeutung der Partie genauestens Bescheid wusste und mit seinem Tor für die vorzeitige Entscheidung sorgte. Endlich gab's mal wieder einen Sieg für die kriselnden Wolfsburger. "Ich lag abends im Bett und habe erst mal überlegt, wie schön es ist, drei Punkte geholt zu haben", sagt Arnold erleichtert. Es sei "ganz komisch" gewesen zu gewinnen, "denn so ein Gefühl hatten wir schon lange nicht mehr. Es ist ziemlich viel Ballast abgefallen."

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Und nicht nur das, der Erfolg kann jetzt auch etwas mit der Mannschaft machen. "Vorher war das Selbstvertrauen nicht so prall", sagt Arnold ehrlich. "Es ist jetzt auch noch nicht voll, aber gestiegen." Doch ausruhen dürfen sich die VfLer auf dem ersten Schritt in die richtige Richtung nicht. Es sei wichtig, "dass wir den eingeschlagenen Weg weitergehen". Und Arnold hoffe, "dass die Mannschaft verstanden hat, dass wir trotz des Sieges weiter arbeiten müssen", denn auch gegen Fürth seien "viele Dinge noch nicht so gelaufen, wie wir uns das vorgestellt haben".

Aber es war zu erkennen, dass nach den Abgängen von Wout Weghorst (FC Burnley) und Josuha Guilavogui (Girondins Bordeaux) jetzt andere Profis mehr in den Fokus rücken. "Sebastiaan Bornauw und Maxence Lacroix werden mehr in die Verantwortung gezogen, Yannick Gerhardt auch", sagt Arnold. "Max Kruse weiß um seine Rolle, Jonas Wind kann sich da auch hin entwickeln." Beide haben bei ihren Debüts, so der 27-Jährige, "ordentliche Auftritte" abgeliefert. "Jonas kam zwar noch nicht in die Situationen, in denen ein Stürmer sein will, aber er hat viele Bälle festgemacht." Und "bei Max weiß man um seine Qualitäten, die hat er gegen Fürth schon gezeigt. Er tut uns unglaublich gut. Es ist wichtig, einen Spieler zu haben, der weiß, was er mit dem Ball vorhat."

Weiter geht's für die Wolfsburger am Samstag (15.30 Uhr) bei Eintracht Frankfurt um Ex-VfL-Coach Oliver Glasner - keine leichte Aufgabe. "Vor Weihnachten hatte Frankfurt einen guten Lauf, gegen Stuttgart haben sie jetzt auch gewonnen", weiß Arnold, der die Spiele der anderen Bundesligisten inzwischen aber weniger verfolgt und stattdessen lieber Zeit mit der Familie verbringt. Gleichwohl weiß er genau, dass der VfL bei der Eintracht einen Sahnetag braucht. Er mahnt: "Wir sollten jetzt nicht denken, es geht alles leichter. Dann werden wir in Frankfurt nicht bestehen."