23. September 2020 / 16:02 Uhr

Trainer, Turbo, Torjäger: Sandro Behrendt ist Brandenburgs "Held der Woche"

Trainer, Turbo, Torjäger: Sandro Behrendt ist Brandenburgs "Held der Woche"

David Joram
Märkische Allgemeine Zeitung
Sandro Behrendt von der SG Sieversdorf ist Brandenburgs Held der Woche.
Sandro Behrendt von der SG Sieversdorf ist Brandenburgs Held der Woche. © Privat/SPORTBUZZER
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Kreisoberliga Prignitz/Ruppin: Der 48 Jahre alte Trainer der SG Sieversdorf weiß auch auf dem Rasen noch immer zu überzeugen und spielt dabei mit seinem Sohn zusammen.

Er kam, sah und traf. Und dass seine Mannschaft 2:0 siegte, kam zum perfekten Tag noch hinzu. Sandro Behrendt, Fußballtrainer der SG Sieversodrf in der Kreisoberliga Prignitz/Ruppin, heißt Brandenburgs Held der Woche. Er gewann die Umfrage mit 24,5 Prozent aller Stimmen und will mit seiner Elf in dieser Saison vor allem eines: bloß nicht absteigen!

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Bis zum vierten Spieltag am Sonntag, als Hertha Karstädt zum Kellerduell in Sieversdorf gastierte, stand es eher schlecht um die Behrendt-Elf. Zwei ihrer drei Spiele hatte sie bis dato verloren, keines gewonnen, war dazu personell arg geschwächt. So dezimiert gingen die Schwarz-Weißen ins Spiel, dass selbst der Trainer in den Turbomodus schalten musste. Rein in die Kickschuhe, raus aufs Feld. Das käme schon hin und wieder mal vor, sagt der 48-Jährige, „je nachdem, wie wir personell aufgestellt sind“.

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Seit 25 Jahren ist Behrendt schon in Sieversdorf aktiv, die vergangenen elf davon als Trainer. Der Mann hat Erfahrung. Im wichtigen Heimspiel gegen Karstädt wollte Behrendt Verantwortung übernehmen – und schickte sich selbst auf den Rasen. Der Rest ist schon jetzt Fußballgeschichte, jedenfalls in Sieversdorf. 82 torlose Minuten lang passierte eher wenig, oder wie Behrendt fand: „Berauschend war’s nicht.“ Doch als viele der 57 Fans bereits mit einem 0:0 gerechnet hatten, schickte der spielende Trainer den Ball per Kopf zum 1:0 über die Linie.

„Ich war ja früher mal Stürmer“, sagt Behrendt, der gegen Karstädt seine Nummer 11 aber vor allem durchs zentrale Mittelfeld trug. „Im Alter rückt man eben weiter nach hinten.“ Dass der Mann mit dem starken rechten Fuß („den Linken habe ich nur zum Stehen“) das Toreschießen selbstredend nicht verlernt hat, weiß vor allem Behrendts Sohn Dustin. Der 23-Jährige bereitete des Vaters Tor mit einer Flanke mustergültig vor. Blindes Verständnis nennt man das wohl im Fachjargon. Die Fußball-Leidenschaft liegt in der Familie. Auch Behrendts Schwiegertochter tritt in Sieversdorf gegen den Ball – sie schenkte ihm vor dem Spiel einen Glücks-Cent, der, wie sich das gehört, im Stutzen des Trainers eine Heimat fand. Das Investment zahlte sich aus.