17. Februar 2021 / 11:21 Uhr

Trotz Corona aktiv: Cybertraining bei den Leipziger Amateur-Mannschaften

Trotz Corona aktiv: Cybertraining bei den Leipziger Amateur-Mannschaften

Anton Kämpf
Leipziger Volkszeitung
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Zahlreiche Leute bieten im Internet Trainingseinheiten an, sodass jeder mitmachen kann. © Goffkein - stock.adobe.com
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Die Profis von RB Leipzig oder dem FC Bayern München wendeten während der Ausgangssperre die digitalen Trainingsmöglichkeiten an. Einige Fußballer zeigten sich im nachhinein sogar noch besser in Form. Zwar stehen den Leipziger Amateur-Clubs nicht die selbe Ausstattung zur Verfügung, dennoch trainieren auch sie fleißig in der virtuellen Welt.

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Leipzig. Es wurde nicht schlecht gestaunt über die neue Körperlichkeit von Leon Goretzka. Der Mittelfeldspieler des FC Bayern München kehrte nach dem ersten Lockdown fitter und breiter denn je zurück auf den Platz. Doch auch bei den Roten Bullen aus Leipzig war trotz Trainingsverbot kein Konditions- oder Kraftdefizit zu erkennen. Grund für die alten und neuen Superbodies waren Cybertrainings, die hygienegerechten, online durchgeführten Kraftübungen in den privaten Trainingsräumen der hochdekorierten Profis, die sich hinter den Bildschirmen auf ihren Matten und Homebikes von Fitnessgurus und Aerobicexperten drillen ließen.

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Jeder kann mitmachen

Ganz so professionell sind sie bei den zweiten Herren des SV Mölkau, der U15 der SG Olympia oder der ersten Mannschaft des Leipziger SC nicht ausgestattet, da müssen auch mal Wasserflaschen als Gewichte oder Treppen als Erhöhung dienen. Doch am technischen Know-How sowie den nötigen Trainingskenntnissen sollte es nicht scheitern und so versammeln sich auch die hiesigen Amateure in der virtuellen Welt.

Die ersten Frauen der SpVgg Leipzig setzten zunächst auf Laufchallenges, mittlerweile wird zusätzlich Cybertraining durchgezogen. „Jede Spielerin übernimmt einmal eine Einheit, die eine halbe Stunde dauert. Von Yoga bis zu den intensivsten Muskelübungen war bereits alles dabei“, erzählt Verteidigerin Alicia Kolb von den derzeitigen Spitzenreiterinnen der Landesklasse.

Bei Blau-Weiß Leipzig startete vergangene Woche das erste Online-Training für alle aus dem Verein. Egal welches Geschlecht oder welches Alter – jeder konnte mitmachen. „Zur Spitze waren 27 beteiligt“, erzählt Philipp Bludovsky, Vorstand für Junioren und Soziales, stolz. Denn: Volle Online-Kapelle ist bei den Breitensportklubs nicht immer der Fall.

"Leistungsdruck wäre unverantwortlich"

Bill Lehmann bemerkte zudem: „Am Anfang waren es mehr, jetzt lässt die Motivation etwas nach.“ Deswegen setzt der Trainer der TuS Leutzsch auch auf Technikübungen mit Ball in den eigenen vier Wänden. „Diese Woche muss durch einen Slalomparcour der Ball gependelt werden und anschließend in ein Ziel gelupft werden. Es gab aber auch schon Jonglierwettbewerbe und Ähnliches“, berichtet er.

Alle eint der Wunsch, die Leibesertüchtigungen wieder auf dem geliebten Grün zu absolvieren – mit Abschlussspiel versteht sich. Anders als bei der Fußball-Elite hofft Bludovsky jedoch auf einen Abbruch der laufenden Saison im Jugendbereich und mithin der ausstehenden Pflichtspiele: „Leistungsdruck wäre total unverantwortlich. Das macht die Jungs psychisch nur kaputt. Sie sind von so vielen anderen Dingen belastet."

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Ein Problem sei zudem die erhöhte Verletzungsgefahr. „Eine normale Sommervorbereitung dauert mindestens sechs Wochen, jetzt ist die Pause davor sogar noch länger. Daher braucht es viel Regeneration. Wir fangen nach dem Lockdown bei Null an, quasi mit Menschen ohne Sporterfahrung“, bilanziert Bludovsky. Umso besser, dass einige beim Cybertraining schwitzen. Wie viele dadurch die Leon-Goretzka-Transformation durchleben werden, wird bei der langersehnten Rückkehr auf den Platz zweitrangig sein.