22. September 2021 / 13:00 Uhr

Trotz großer Konkurrenz: Wolfsburg-Dauerbrenner Gerhardt will wieder Zehner spielen

Trotz großer Konkurrenz: Wolfsburg-Dauerbrenner Gerhardt will wieder Zehner spielen

Engelbert Hensel
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Vielseitig einsetzbar: Yannick Gerhardt.
Vielseitig einsetzbar: Yannick Gerhardt. © Roland Hermstein
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Als Linksverteidiger, im defensiven und im offensiven Mittelfeld einsetzbar - Yannick Gerhardt vom VfL Wolfsburg kann viele Positionen bekleiden. Aber gerade spielt er auf einer, auf der er eigentlich nicht so gern spielt...

Maximilian Philipp, Luca Waldschmidt, Admir Mehmedi, Lukas Nmecha - der VfL hat einige Profis im Kader, die zentral hinter Top-Stürmer Wout Weghorst spielen können. Yannick Gerhardt kann das auch, das hat er in der vergangenen Fußball-Bundesliga-Saison bewiesen. Gerade ist der Mittelfeldspieler als Linksverteidiger gefragt, aber die Zehner-Position verliert Gerhardt nicht aus den Augen. Dahin will er wieder zurück.

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Mit 125 Bundesliga-Spielen für Wolfsburg gehört er zu den Dauerbrennern im Kader, seit fünf Jahren kickt er für den VfL. In Sachen Stammplatz waren die fünf Jahre ein Auf und Ab. Meist war das so: Zu Beginn einer Saison war Gerhardt zweite Wahl, im Laufe der Saison kam er dann doch auf seine Spiele – egal, wie groß und gut die Konkurrenz war. Diesmal ist es ein bisschen anders: Die Saison ist noch jung, Gerhardt spielt jedoch, aber nicht auf der Zehn, sondern hinten links, wo er eigentlich nicht mehr so gern spielen mag, wie er selbst mal gesagt hat.

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Gerhardt präferiert das Mittelfeld, defensiv als auch offensiv. Und er macht keinen Hehl daraus, dass er sich in der vergangenen Saison als Zehner pudelwohl gefühlt hat. „Ja, klar - die Rückrunde im letzten Jahr war für mich sehr gut, ich bin nach wie vor davon überzeugt, dass ich der Mannschaft auch dieses Jahr dort helfen kann – momentan, auch aufgrund der Konkurrenz-Situation, war das bisher so nicht geplant“, sagt er. „Aber ich glaube, gegen Bochum sollte ich da reinkommen, dann konnte Roussillon nicht mehr. Aber das Jahr ist ja noch lang, ich bin auf jeden Fall bereit.“ Bereit für die Zehn.

Vor allem um den Jahreswechsel herum machte es Gerhardt damals richtig gut als Zehner, er traf selbst und bereitete Tore vor, war zudem laufstark und zog die Läufe in die Tiefe an – er hatte so gut wie alles, was es auf dieser kreativen Position braucht. Jetzt jedoch verteidigt er hinten links, mal spielt Jerome Roussillon, mal er. Paulo Otavio fehlt gerade verletzt und so setzt Trainer Mark van Bommel abwechselnd auf Roussillon oder Gerhardt, der da ja eigentlich nicht mehr so gern spielt. „Ich bin jetzt ja schon länger im Fußballgeschäft, ich glaube, es wurde auch schon viel darüber gesprochen, dass ich auf mehreren Positionen spielen kann. Ich habe immer gesagt, dass ich mich im Zentrum wohler fühle, auch offensiver – aber momentan ist es so, dass wir da hinten durch die Verletzung von Paulo ein bisschen Bedarf haben“, zeigt der Wolfsburger Verständnis und fügt hinzu: „Wenn man die Möglichkeit hat, zu spielen, nehme ich die Chance natürlich wahr und versuche der Mannschaft zu helfen. Das ist ein bisschen eine Umstellung, weil man da natürlich ganz andere Anforderungen hat. Ich probiere trotzdem mein Bestes.“

Und was passiert, wenn Otavio wieder zurückkehrt. Droht Gerhardt dann wieder die Bank? Denn der VfL hat sich auch im defensiven Mittelfeld mit Maximilian Arnold, Xaver Schlager (beide waren in der vergangenen Saison auf der Sechs erste Wahl, Schlager ist gerade verletzt), Josuha Guilavogui (spielt gerade mit Arnold auf der Doppel-Sechs) und Neuzugang Aster Vranckx breit aufgestellt. Gerhardt ist nicht Bange, dafür ist er zu erfahren, sagt er. „Ich bin jetzt schon fünf Jahre hier und jedes Jahr gab es eine riesige Konkurrenz-Situation, ich bin mehr oder weniger immer auf meine Einsatzzeiten gekommen“, so der 27-Jährige selbstbewusst. „Ich möchte natürlich immer spielen - ich hoffe, dass ich auch den Trainer noch mehr von mir überzeugen kann, dass ich auch auf anderen Positionen spielen kann und mache mir nicht so viele Gedanken über die Zukunft. Im Fußball passiert immer viel.“

Und läuft es für ihn mal nicht, dann pusht ihn Abwehrkante John Anthony Brooks, wie er erzählt. Gerhardt macht das wiederum auch bei Brooks: "Natürlich gibt es auch Phasen, in denen man nicht spielt und nicht so gut drauf ist, aber auch da versucht er mich zu pushen und zu sagen: 'Irgendwann wird deine Chance kommen, dann musst du da sein'.“