11. April 2021 / 18:17 Uhr

Trotz Unterstützung der Füchse Berlin: VfL Potsdam verliert in Hagen

Trotz Unterstützung der Füchse Berlin: VfL Potsdam verliert in Hagen

Marius Böttcher
Märkische Allgemeine Zeitung
Die Potsdamer Robin Heinis, Normal Flödl und David Cyrill Akakpo (blaue Trikots, v.l.) bekamen Hagen nur selten in den Griff.
Die Potsdamer Robin Heinis, Normal Flödl und David Cyrill Akakpo (blaue Trikots, v.l.) bekamen Hagen nur selten in den Griff. © Sebastian Lahmer
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Aufstiegsrunde zur 2. Bundesliga: Robin Heinis und Nils Lichtlein sollen den VfL auf dem Weg in die Zweitklassigkeit unterstützen - Kapitän Yannik Münchberger muss nach einem Kreuzbandriss unters Messer.

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Wo man nach mehr als fünf Monaten Pflichtspielpause steht, wusste der VfL Potsdam vor dem Auftaktduell in der Aufstiegsrunde zur 2. Handball-Bundesliga bei Eintracht Hagen selbst nicht. Mit welchem Personal sich die Adler Richtung Südwestfalen aufmachen, war dagegen im Vorfeld klar. Zumindest intern, die breite Öffentlichkeit sollte davon nichts mitbekommen. Und tatsächlich gab es im 16-köpfigen Kader Überraschungen – sowohl positiver als auch negativer Art. Mit Nils Lichtlein und Robin Heinis sollen zwei Talente der Füchse Berlin, die bereits bei den Profis erste Erfahrungen sammeln konnten, den VfL auf dem Weg in die Zweitklassigkeit unterstützen. Doch auch die beiden 18-Jährigen, die im linken Rückraum aktiv sind, konnten an der 26:32 (10:15)-Niederlage am Samstagabend nichts ändern.

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Möglicherweise fehlte den Potsdamern ein echter Anführer. Der etatmäßige Kapitän Yannik Münchberger konnte diese Rolle nicht übernehmen und wird der Mannschaft auch im weiteren Verlauf der Aufstiegsrunde nicht zur Verfügung stehen. Der 24-Jährige zog sich im Trainingsspiel am 5. März einen Kreuzbandriss zu und wird am Mittwoch operiert. 2016 war sein rechtes Knie betroffen, nun ist es die linke Seite. „Ich hatte anfangs noch die Hoffnung, dass es nichts Schlimmes ist“, erinnert sich „Münchi“. Doch der Arzt bestätigte ihm kurze Zeit später die niederschmetternde Diagnose.

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Trotz der Hiobsbotschaft und der Gewissheit, nach langen Monaten des Wartens sein Team nicht unterstützen zu können, bleibt er nah am Team: „Ich lasse mich bei den Einheiten regelmäßig sehen und werde auch die Spiele begleiten. Als Kapitän ist man nicht nur auf der Platte gefragt, ich will nah bei den Jungs sein, von draußen helfen und Tipps geben.“ Beim Topfavoriten der Gruppe A mussten sich die Handballer aus dem Adlerhorst letztlich geschlagen geben – zurecht, wie Trainer Daniel Deutsch resümierte: „Hagen war über das ganze Spiel gesehen die bessere Mannschaft, wobei wir zu Beginn noch gut mithalten konnten.“



Nach neun Minuten glich Josip Simic gegen körperlich robuste Hausherren zum 4:4 aus, anschließend zogen die Gelb-Grünen jedoch davon. Beim 5:8 (19.) war der VfL erstmals mit drei Toren in Rückstand – knapper sollte es bis zur Schlusssirene nicht mehr werden. „Zwei freie Würfe konnten wir nicht im gegnerischen Kasten unterbringen und vor der Pause fabrizieren wir zwei individuelle Fehler“, verriet Deutsch. Statt 10:13 hieß es zur Halbzeit 10:15 aus Gästesicht. Der Zweitliga-Absteiger von 2019 wusste jenen Vorsprung souverän ins Ziel zu bringen, zumal Potsdam die Eintracht auch nicht zum Nachdenken zwang. „Wir haben insgesamt zu wenig bewirken können, die Kontrolle ging Hagen nie ab“, gab Daniel Deutsch, dessen Truppe dennoch viel Positives und einen enormen Teamspirit zeigte, zu.

Hildesheim ist der nächste Gegner

Wenig Anlaufprobleme hatten Rechtsaußen David Cyrill Akakpo, der vierfach traf, sowie Nils Lichtlein. Der Neffe von Torhüter-Legende Carsten Lichtlein – Weltmeister von 2007 und Bundesliga-Rekordspieler – trug sich fünfmal in die Torschützenliste ein und ließ seine Fähigkeiten mehrfach aufblitzen. „Wie sich Robin und Nils hier auch menschlich eingefügt haben, ist toll. Ich habe großen Spaß, die Jungs im Training zu sehen“, betont Deutsch, der hofft, dass sich die Vereinbarung mit dem Kooperationspartner Füchse Berlin bezahlt macht. Vor dem Duell mit Hildesheim am Sonntag (16 Uhr, MBS-Arena) ist die Motivation beim VfL groß. Man hat zwar ein Spiel verloren, den Aufstieg dagegen noch vor Augen.

VfL Potsdam: Jochens (11 Paraden), Pellegrini (4 Paraden) – Heinis (2 Tore), Suana (3), Machner, Simic (1), Struck (4), Spengler (4), Lichtlein (5), Roosna, Akakpo (4), Ende, Flödl (1), Rolando Urios (1), Schwarz, Schwark.

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