28. Januar 2022 / 16:46 Uhr

Turbine-Kapitänin Sara Agrez vor Rückrundenstart kämpferisch - Höbinger wird ausgeliehen

Turbine-Kapitänin Sara Agrez vor Rückrundenstart kämpferisch - Höbinger wird ausgeliehen

Christoph Brandhorst
Märkische Allgemeine Zeitung
Freier Fotograf
Hat wieder Spaß auf dem Platz: Turbine Potsdams Spielführerin Sara Agrez. © René Teichmann
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Frauen-Bundesliga: Während sich die Slowenin beim 1. FFC Turbine Potsdam pünktlich zum ersten Spiel des Jahres gegen den VfL Wolfsburg fit gemeldet hat, wechselt ein Eigengewächs bis zum Saisonende in die Schweiz, um mehr Spielpraxis zu bekommen.

In den Vorbereitungsspielen dirigierte sie schon wieder die Hintermannschaft, nun brennt Sara Agrez auch darauf, in der Frauenfußball-Bundesliga wieder anzugreifen. Die slowenische Kapitänin des 1. FFC Turbine Potsdam, die sich diese Rolle mit der erfahrenen Isabel Kerschowski teilt, meldet sich pünktlich zum Rückrundenstart am Sonnabend (14 Uhr/Magentasport) im Karl-Liebknecht-Stadion gegen den VfL Wolfsburg wieder fit.

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Eine Fußverletzung hatte die 21-jährige Innenverteidigerin seit Mitte Oktober außer Gefecht gesetzt. „Im Spiel gegen Sand hatte ich einen harten Schlag abbekommen, danach aber weitergespielt. Als ich danach zur Nationalmannschaft gereist bin, habe ich gemerkt, dass es nicht geht“, erinnert sich Sara Agrez, die 2019 an der Havel ihre erste Station außerhalb Sloweniens angetreten hatte und nach zweieinhalb Jahren in Potsdam fast perfekt Deutsch spricht. Hätte das Spiel gegen die VfL-Frauen wie geplant im Dezember stattgefunden, wäre es für die Nationalspielerin wohl zu früh gekommen. Wegen positiver Corona-Schnelltest-Ergebnisse im Potsdamer Lager wurde die Partie kurz vor Weihnachten jedoch gut eine Stunde vor dem geplanten Anpfiff noch abgesagt.

In Bildern: Turbine Potsdam gewinnt das letzte Testspiel der Winterpause mit 3:0.

Bei den Brandenburgliga-A-Junioren des FSV Babelsberg 74 setzten sich die Turbinen souverän durch. Für die Tore auf dem Kunstrasenplatz an der Breitscheid-Straße sorgten Malgorzata Anna Mesjasz (21. und 64. Minute) sowie Selina Cerci (81.). Zur Galerie
Bei den Brandenburgliga-A-Junioren des FSV Babelsberg 74 setzten sich die Turbinen souverän durch. Für die Tore auf dem Kunstrasenplatz an der Breitscheid-Straße sorgten Malgorzata Anna Mesjasz (21. und 64. Minute) sowie Selina Cerci (81.). © Rene Teichmann

„Wenn mich jemand gefragt hätte, wie das Spiel im Dezember ausgegangen wäre, hätte ich hundertprozentig gesagt, dass wir gewinnen, weil wir so gut drauf waren“, ist sich Sara Agrez sicher. Mit einer Serie von acht Ligaspielen ohne Niederlage ging es jedoch vorzeitig in die Winterpause. „Die Ausgangslage ist anders, es ist wieder das erste Spiel“, weiß die Abwehrspielerin.

An ihre Mannschaft glaubt sie nach positiven, aber mit Vorsicht zu genießenden Testspielen dennoch. „Wir sind weiter als bei der 0:3-Niederlage im Hinspiel. Wir haben viel Selbstvertrauen und einfach richtig Lust, Fußball zu spielen“, berichtet Agrez von einem intakten Mannschaftsgeist. Das 1:1 gegen Meister Bayern München sei ein Achtungszeichen gewesen. „Da haben wir bewiesen, dass wir auch gegen Spitzenteams bestehen können. Wir müssen uns nicht verstecken.“

Ihre Rückkehr auf den Rasen dürfte die Turbinen noch etwas stärker machen als zuletzt. Sara Agrez ist der Stabilisator in der Abwehrreihe, das weiß auch Potsdams Trainer Sofian Chahed. „Sie strahlt Ruhe aus und ist extrem wichtig für die Mannschaft“, schwärmte der Coach im Trainingslager in Lindow (Ostprignitz-Ruppin).

Sara Agrez: "Wir wollen alle drei Punkte"

Die Vorbereitung lief gut, Sara Agrez und ihr Trainer sind guter Dinge, doch kommt mit dem Tabellendritten aus der Autostadt gleich ein ganz anderes Kaliber auf die Potsdamerinnen zu, die auf dem fünften Platz überwintert haben. „Es wird hart“, prophezeit die Rückkehrerin, „Wolfsburg ist eine Spitzenmannschaft.“ Aber man habe aus der Hinspielniederlage, die vor allem Chahed noch lange wurmte, gelernt. „Wir sind sehr motiviert und gehen nicht in das Spiel, um nur einen Punkt mitzunehmen – wir wollen alle drei“, so Agrez kämpferisch.


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In Bestbesetzung können beide Teams im ersten Bundesliga-Spiel des Jahres nicht antreten. Isabel Kerschowski fehlt gegen ihren Ex-Club wegen einer Wadenverletzung, wie Chahed bestätigt. Zudem gab es bei Turbine einen Last-Minute-Abgang: Marie Höbinger wird bis zum Saisonende zum FC Zürich ausgeliehen. Beim Erstliga-Primus der Schweiz soll die 20-jährige Österreicherin, die in Potsdam zuletzt oft nicht über die Jokerrolle hinauskam, unter Trainerin und Ex-Nationalspielerin Inka Grings mehr Spielpraxis sammeln. „Sie war nicht mehr ganz zufrieden mit ihrer Einsatzzeit, deshalb haben wir ihrem Wunsch entsprochen“, so der Trainer, der glaubt, dass seine Elf „ein, zwei Schritte weiter“ sei als noch im Hinspiel gegen den VfL.

Wolfsburg muss wie im Hinspiel auf Nationalmannschaftskapitänin Alexandra Popp verzichten, die sich kurz nach ihrem Comeback einer erneuten Knieoperation unterziehen musste.