26. Juni 2021 / 10:33 Uhr

Ü32-Auswahl mit Neuer, Ronaldo und Co.: Für diese Stars könnte die EM das letzte große Turnier sein

Ü32-Auswahl mit Neuer, Ronaldo und Co.: Für diese Stars könnte die EM das letzte große Turnier sein

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Manuel Neuer (v.l.), Cristiano Ronaldo und Luka Modric gehören zu den erfahrensten Spielern ihrer Länder-Auswahlen.
Manuel Neuer (v.l.), Cristiano Ronaldo und Luka Modric gehören zu den erfahrensten Spielern ihrer Länder-Auswahlen. © IMAGO/Focus Images/Shutterstock/PanoramiC/GEPA Pictures (Montage)
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Für Bundestrainer Joachim Löw ist nach der laufenden Europameisterschaft definitiv Schluss beim DFB. Auch einige Spieler haben möglicherweise ihren letzten Auftritt bei einem großen Turnier, Cristiano Ronaldo wäre bei der nächsten WM beispielsweise bereits 37 Jahre alt. Der SPORTBUZZER hat eine Top-Elf der Ü32-Stars zusammengestellt. Für wen ist die EM bereits die Abschiedstournee, für wen könnte es noch weitergehen?

Die Europameisterschaft geht in ihre heiße Phase. Nach Abschluss der Vorrunde geht es für insgesamt 16 Mannschaften in der K.o.-Runde weiter. Ab jetzt kann jedes Spiel das letzte sein. Für einige Stars könnte es zumindest auf der Ebene der Nationalmannschaften auch ein Abschied von der ganz großen Bühne bedeuten. Aus Altersgründen dürften zahlreiche große Namen des Weltfußballs ihr letztes großes Turnier spielen. Der SPORTBUZZER wirft einen Blick auf die Top-Elf der Ü32-Stars, die sich im Herbst ihrer Karrieren mit dem EM-Titel krönen wollen.

Der Torhüter

Manuel Neuer (Deutschland): Im Vergleich zu Bundestrainer Joachim Löw spielt ein DFB-Ende nach der EM für Neuer keine Rolle. Auch nach 103 Länderspielen mit der deutschen Nationalmannschaft denkt der Torhüter des FC Bayern noch nicht an einen Rückzug. Ganz im Gegenteil: Der 35-Jährige verfolgt noch große Pläne. "Ich habe mit den Jungs eine Menge Spaß und nicht vor, meine Nationalmannschafts-Karriere zu beenden. Es macht mich stolz, dieses Trikot zu tragen. Das gilt auch für die Zukunft, wenn es mir gut geht. Wenn mein Körper sagt, dass es weitergeht, geht es weiter", sagte Neuer: "Ich bin 35 Jahre alt, fühle mich aber sehr fit und leistungsfähig." Wie es bei der WM 2022 in Katar aussieht, bleibt abzuwarten.

Die Abwehr

Jordi Alba (Spanien): Der 32-Jährige führt die Furia Roja nach der coronabedingten Abreise von Sergio Busquets als Kapitän aufs Feld. Bereits im Oktober 2011 gab der Linksverteidiger des FC Barcelona sein Debüt im Nationalteam. Inzwischen kommt Alba auf 74 Einsätze für die spanische Auswahl und ist damit der mit Abstand erfahrenste Akteur des Teams. Bei der EM gehört Spanien wieder zu den Favoriten, auch wenn man sich bedingt durch die unglückliche Vorbereitung mit zwei Corona-Fällen, individuellen Trainern und Co. mit überschaubaren Leistungen durch die Gruppenphase quälte. "Wir kennen die Idee unseres Trainers zu hundert Prozent, und die Idee ändert sich ja nicht", sagte Alba in einem Interview Radio Marca. Alba gehörte bereits in der Vorrunde zu den Zugpferden des Teams. Ein Ende seiner Laufbahn als Nationalspieler bahnt sich nicht an.

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Mats Hummels (Deutschland): Vor der EM holte Löw den Innenverteidiger von Borussia Dortmund nach der Ausbootung im Anschluss an die WM 2018 zusammen mit Bayern-Star Thomas Müller zurück ins Team. Als Abwehrchef war der 32-Jährige im Auftaktspiel gegen Frankreich (0:1) mit seinem Eigentor noch der Pechvogel, führte die DFB-Auswahl aber mit seiner Erfahrung in der starken Gruppe F mit Weltmeister Frankreich, Europameister Portugal und Ungarn ins EM-Achtelfinale. Hummels hat sein Engagement in diesem Sommer erst einmal als Kurzzeitprojekt eingestuft. Für die Zeit danach habe es noch keine Gespräche oder Kontakte gegeben, verriet der Dortmunder. Gegenüber der Sport Bild erklärte der BVB-Star zuletzt, dass ihn die Weltmeisterschaft in Katar 2022 und die Heim-Europameisterschaft 2024 "definitiv" reizen würde. Hummels hofft zunächst aber vor allem darauf, dass seine Frau Cathy und sein Sohn Ludwig noch einige EM-Siege mit ihm als Nationalspieler bejubeln können.

Toby Alderweireld (Belgien): Der Verteidiger der Tottenham Hotspur gehört bei der Nationalmannschaft auch beim laufenden Turnier zu den absoluten Stützen des Teams von Auswahltrainer Roberto Martinez. Zwar gilt der 32-Jährige nicht mehr zu den Antrittstärksten des Teams, ist jedoch mit seiner Erfahrung ein immens wichtiger Leistungsträger der belgischen Mannschaft. Nachdem die Qualifikation für das Achtelfinale nach den ersten beiden Gruppenspielen fix war, durfte er gegen Finnland aussetzen. Im Achtelfinale wird der Innenverteidiger wieder in der Startelf erwartet. Angesichts seines Status im Team wäre bei Alderweireld auch ein weiteres großes Turnier denkbar. Bei der WM in Katar wäre er 33.

Giorgio Chiellini (Italien): Mit 36 Jahren ist Chiellini der älteste Profi im EM-Kader der italienischen Nationalmannschaft. Die ersten beiden Partien begann der Routinier von Juventus Turin in der Abwehrzentrale als Kapitän neben seinem Vereinskollegen Leonardo Bonucci (34), im finalen Gruppenspiel gegen Wales (1:0) fehlte er wie schon so oft in der abgelaufenen Saison verletzt. Bei Juve kam er wegen vermehrt auftretender muskulärer Probleme in der vergangenen Spielzeit auf nur 17 Einsätze in der Serie A. Dass der Defensivmann bei der WM 2022 noch für die "Squadra Azzurra" aufläuft, ist unwahrscheinlich. Bei seinem potenziell letzten Turnier greift Chiellini nach dem großen Coup. Die Italiener haben sich nach einer starken Serie von 30 ungeschlagenen Spielen auf den Favoritenzettel geschossen. Und im Achtelfinale dürfte Trainer Roberto Mancini wieder mit dem 36-Jährigen planen.


Daniel Wass (Dänemark): Ein Dauerbrenner war der Außenverteidiger bei der dänischen Nationalmannschaft in der Vergangenheit nicht. Dennoch kommt der 32-Jährige auf insgesamt 33 Einsätze für die Skandinavier. Bei der laufenden EM ist Wass auf der rechten Außenbahn zudem gesetzt und stand in sämtlichen drei Vorrundenpartien von Beginn an auf dem Rasen. Der Rechtsverteidiger des FC Valencia kam mit den Dänen mit nur einem Sieg ins Achtelfinale und ist weiter im Rennen um den Titel. Auch ein weiteres großes Turnier ist mit dann 33 Jahren bei der WM 2022 in Katar denkbar.

Das Mittelfeld

Luka Modric (Kroatien): Die WM 2018 war das Turnier von Modric. Der Mittelfeldstar von Real Madrid führte sein Team mit Glanzleistungen ins Finale, wurde später auch zum Weltfußballer gekürt. Mit nun 35 Jahren ist Modric immer noch der Kopf der Mannschaft, brachte die Kroaten mit einem Traumtor gegen Schottland auf Achtelfinalkurs. Womöglich spielt Modric sein letztes Turnier, klar ist aber die ihm entgegengebrachte Wertschätzung. "Er ist für mich noch immer einer der besten Spieler der Welt. Er ist ein unglaublicher Spieler", sagte Hoffenheims Stürmer Andrej Kramaric der Deutschen Presse-Agentur.

Axel Witsel (Belgien): Mit der EM-Nominierung unterstrich Belgiens Chefcoach Roberto Martínez, wie wichtig der BVB-Star trotz langer Verletzung für das Team ist. Witsel ist nach einem Achillessehnenriss Anfang des Jahres wieder zurück. Sein Comeback feierte der Defensivmann beim zweiten Gruppenspiel gegen Dänemark. Mit Youri Tielemans (24), Leander Dendoncker (26) und Co. verfügen die Belgier in der Mittelfeldzentrale aber bereits über einige qualitativ hochwertige Alternativen. Wie es für den 32-Jährigen nach der EM weitergeht, wird sich zeigen.

Der Angriff

Cristiano Ronaldo (Portugal): Weltmeister ist der Portugiese zwar noch nicht, der Unermüdliche startete mit Portugal aber als Titelverteidiger in die EM. 36 Jahre ist Ronaldo bereits alt, seinen Stammplatz im Angriff der offensivstarken Portugiesen hat er dennoch sicher. Dass sich Ronaldo noch längst nicht auf der Zielgeraden seiner Laufbahn befindet, zeigt ein Blick auf die Torschützenliste der italienischen Serie A. Die schloss der mehrfache Weltfußballer in der vergangenen Saison als Erster ab, 29 Tore schoss er für Juventus Turin. Bei der WM 2022 wäre er 37 Jahre alt.

Dries Mertens (Belgien): Der quirlige Belgier gehört zu der vom belgischen Auswahl-Trainer Roberto Martinez deklarierten "Goldenen Generation", die sich vom jahrelangen potenziellen Überraschungskandidaten zu einem gestandenen Favoriten auf den Titel entwickelt hat. Mit Thomas Vermaelen (35), Jan Vertonghen (34), Witsel (32), Alderweireld (32) und eben Mertens befinden sich allerdings einige Stützen des Teams jenseits der 30er-Marke. Mertens kommt inzwischen auf 100 Spiele für die "Red Devils" und erzielte dabei 21 Tore. Auch bei der laufenden EM blieb er lediglich im abschließenden und für das Weiterkommen unerheblichen Gruppenspiel gegen Finnland (2:0) ohne Einsatzzeit. Mit Leandro Trossard (26), Yannick Carrasco (27) oder nicht zuletzt Jérémy Doku (19) stehen in der Offensive einige Spieler mit großer Qualität bereit. Ein Abschied des Flügelspielers nach der EM würde die Belgier demnach nicht völlig auf dem falschen Fuß erwischen.

Karim Benzema (Frankreich): Der Torjäger von Real Madrid sorgte für eine der Geschichten im Vorfeld der EM. Trainer Didier Deschamps holte den 33-Jährigen nach sechs Jahren völlig überraschend in die Equipe Tricolore zurück. Und Benzema war im Angriff neben Kylian Mbappé und Antoine Griezmann direkt gesetzt. Der viermalige Champions-League-Sieger, der für Real in der laufenden Saison bisher 29 Treffer erzielte, stand in allen drei Vorrundenspielen in der Startformation. Insgesamt kommt er auf 85 Einsätze für die französische Auswahl. Ein Ende seiner Nationalmannschaftskarriere ist nach seiner kürzlichen Rückkehr aktuell noch kein Thema.