04. Oktober 2021 / 17:11 Uhr

Über die Nationalmannschaft will Wolfsburgs Waldschmidt (noch) nicht reden

Über die Nationalmannschaft will Wolfsburgs Waldschmidt (noch) nicht reden

Andreas Pahlmann
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Sein erstes Tor für den VfL Wolfsburg: Luca Waldschmidt traf gegen Gladbach.
Sein erstes Tor für den VfL Wolfsburg: Luca Waldschmidt traf gegen Gladbach. © Swen Pförtner/dpa
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Am Samstag erzielte Luca Waldschmidt sein erstes Tor für den VfL Wolfsburg, am Mittwoch trifft er im Testspiel gegen den HSV auf seinen Ex-Klub. Die Freude ist in beiden Fällen gedämpft - auch, weil er sich ins Spiel des VfL erst noch reinfinden muss.

0:2 nach sieben Minuten - dass aus dem Bundesliga-Spiel des VfL Wolfsburg gegen Borussia Mönchengladbach doch noch eine bis zum Schluss spannende Angelegenheit wurde, lag auch Luca Waldschmidt. Dank der Tor-Premiere war's eine enge Partie - aber es reichte nicht, um den ersten Gladbach-Sieg in Wolfsburg seit 18 Jahren zu verhindern. 1:3 hieß es am Ende aus VfL-Sicht, entsprechend gebremst fiel Waldschmidts Freude aus. "Das erste Tor ist schön, aber ein Sieg wäre mir lieber gewesen. Ich freue mich nicht so sehr darüber."

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Was auch daran lag, dass der VfL nach dem schnellen Rückstand zwar Druck, aber immer noch zu wenig Gefahr entwickelte - das galt auch für den Neuzugang. Waldschmidt: "Wir haben offensiv noch Steigerungspotenzial. Es nicht immer nur der letzte Pass, sondern manchmal auch der vorletzte oder drittletzte, bei dem die Präzision gefehlt hat, um den Gegner vor Schwierigkeiten zu stellen." Auch für sein Spiel müsse er "die Mitspieler kennen und sie müssen mich kennen. Wenn man neu dabei ist, ist es anders als wenn man schon zwei Jahre da ist."

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Gut eine Woche vor Transferschluss hatte der VfL den 25-Jährigen von Benfica Lissabon verpflichtet, gleich im ersten Training zog er sich eine Kopfverletzung zu, sein Debüt verzögerte sich. In den sechs Pflichtspielen seitdem war er immer dabei - dreimal in der Startelf, dreimal als Joker, mal auf der offensiven Außenposition, mal in der Zentrale. Wo fühlt er sich am wohlsten? „Ich bin flexibel“, sagt der ehemalige Freiburger. „Vorn müsse alle vier den Gegner vor schwierige Entscheidungen stellen, den anderen auch mal freispielen oder für ihn Räume freilaufen.“

Mal Waldschmidt, mal Renato Steffen, mal Maximilian Philipp, mal Ridle Baku oder Lukas Nmecha: Trainer Mark van Bommel lässt offensiv auf den drei Positionen hinter der Sturmspitze weiter rotieren, lediglich Dodi Lukebakio war zuletzt immer dabei, stand viermal in Folge in der Startelf. Steffen und Lukebakio sind nun bei ihren Nationalteams, die anderen können weiter an der Abstimmung arbeiten, unter anderem am Mittwoch (13 Uhr) im Testspiel gegen den Zweitligisten Hamburger SV, die Youtube-Kanäle beider Klubs übertragen live.

Für Waldschmidt ist das HSV-Spiel ein Wiedersehen mit seinem Ex-Klub, bei dem er Bundesliga-Spieler wurde und den er 2017 durch ein Tor am letzten Spieltag gegen Wolfsburg vor der Relegation rettete. „Die Zeit in Hamburg ist noch nicht so weit weg“, sagt er, „aber es ist ein Testspiel in der Länderspielpause, kein DFB-Pokal-Viertelfinale, bei dem vielleicht Emotionen hochkommen. Außerdem sind beim HSV auch nicht mehr viele da, mit denen ich zusammengespielt habe.“

Irgendwann möchte Waldschmidt dann auch wieder zu denen gehören, die in der Länderspielpause auf Reisen sind. Sieben Partien für die A-Auswahl des DFB hat er bestritten, die bisher letzte vor knapp einem Jahr beim 0:6 gegen Spanien. Als Spieler in Portugal geriet er dann für Bundestrainer Jogi Löw aus dem Fokus. Um sich dessen Nachfolger Hansi Flick wieder anzubieten, dafür hat die Zeit noch nicht gereicht. „Klar habe ich Ambitionen“, sagt Waldschmidt, „aber das ist gerade nicht das Thema. Wichtig ist, dass ich hier in Wolfsburg erst einmal ankomme. Und solange ich hier nicht zufrieden bin, müssen wir nicht über die Nationalmannschaft reden.“