26. Februar 2021 / 18:11 Uhr

Umfrage vor DVV-Finale der Netzhoppers KW-Bestensee: Nerven behalten, Titel gewinnen 

Umfrage vor DVV-Finale der Netzhoppers KW-Bestensee: Nerven behalten, Titel gewinnen 

Lars Sittig
Märkische Allgemeine Zeitung
René Rose (r.) erkämpfte 2011 mit dem Ludwigsfelder HC den Handball-Landespokal.
René Rose (r.) erkämpfte 2011 mit dem Ludwigsfelder HC den Handball-Landespokal. © Lars Sittig
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Dahme-Fläming-Region: Der SPORTBUZZER hat Sportler gefragt, wie sie sich auf große Wettkämpfe vorbereitet haben.

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Es ist der Höhepunkt für den Sport in der Dahme-Fläming-Region: Volleyball-Bundesligist Netzhoppers Königs Wusterhausen-Bestensee tritt am Sonntag in Mannheim im Endspiel um den Deutschen Pokal gegen den Liga-Konkurrenten United Volleys an. Zwar lassen die Behörden in Baden-Württemberg wegen der Coronavirus-Pandemie keine Zuschauer in der Mannheimer SAP-Arena in Mannheim zu; damit trotzdem jeder Volleyballfan direkt am Event teilnehmen kann, wurde aber eine neue Fan-Engagement-Plattform geschaffen (siehe Infokasten).
Einer der wichtigsten Erfolgsfaktoren im Finale werden die Nerven sein. Der SPORTBUZZER fragte Sportler der Region, wie sie sich auf große Endspiele vorbereitet und die Finalduelle erlebt haben.

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Laura Duckhorn (16), 6. der Deutschen U18-Meisterschaften 2020 im Speerwurf: „Auf das Finale im vergangenen Jahr in Heilbronn habe ich mich ganz normal vorbereitet. Ich habe mich vorher erwärmt und mich vor allem nicht ablenken lassen. Vor dem Finale habe ich versucht, die Korrekturen meines Trainers durchzugehen und probiert, diese im Wettkampf auch umzusetzen. Natürlich war ich auch aufgeregt, aber das versuche ich durch ruhiges Atmen etwas zu regulieren. Alles in allem war ich auch mit dem Ergebnis zufrieden.“

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Mario Hansche (51), 2003 Fußball-Landespokalsieger mit dem Ludwigsfelder FC durch einen 1:0-Erfolg gegen den Brandenburger SC Süd: „Wir waren sehr selbstbewusst, wir hatten schließlich den Regionalligisten Babelsberg 03 im Achtelfinale ausgeschaltet. Klar war man ein bisschen aufgeregt, das gehört ja schließlich dazu – ich war aber eher ungeduldig, endlich spielen zu können und den Pokal zu holen. Wichtig war für mich, gut zu schlafen vor wichtigen Spielen und ein deftiges Frühstück. Viele Sportler haben Rituale vor Partien, die sie einhalten – das habe ich natürlich auch so gemacht. Dazu gehörte, vor dem Frühstück meine Töppen ordentlich zu putzen und die Tasche zu packen und mich auf keinen Fall zu rasieren – wer rasiert, der verliert. Vor der Spieleinweisung des Trainers musste ich unbedingt einen Kaffee trinken. Trotz der Rituale stieg meine Anspannung aber stetig bis zum Anpfiff. Als es dann losging, wich die aber purer Konzentration. Wir alle waren an diesem Tag in Topform und konnten als Verbandsligist den eine Liga höher spielenden Oberligisten BSC Süd bezwingen. Die Momente nach dem Sieg waren pure Glücksgefühle, mir war sogar ein wenig schwindlig vor Freude.“

René Rose (39), mehrfacher Handball-Landespokalsieger mit dem Oberligisten Ludwigsfelder HC: „Ich habe schon mehrere Endspiele bestritten, mehrmals den Titel gewonnen, aber auch schon einige Niederlagen einstecken müssen – es ist vor den Partien immer wieder aufs Neue eine besonders spannende Situation. Die Aufregung vor den ersten Endspielen war sehr groß, damals gab es noch Hin- und Rückspiel. Das ist sehr viel mehr Anspannung, wenn es um einen Titel geht, als vor einem Ligaspiel – selbst wenn das wichtig ist. Man hat keine Chance mehr, eine Niederlage zu reparieren. Auch die Vorbereitung war intensiver: Die Fokussierung in der Woche zuvor war stärker, das hat man auch im Team gemerkt. In den Tagen zuvor hat man darauf geachtet, besonders sportgerecht zu leben, um topfit ins Spiel zu gehen. Beim Wettkampf selber merkt man schon, wenn man in die Halle kommt, dass es knistert, es ist eine ganz besondere Atmosphäre. Es ist auch eine große innere Anspannung da, schon beim Warmmachen ist das ein anderes Gefühl als sonst. Die Netzhoppers KW-Bestensee haben viele erfahrene Spieler, die kennen sich aus mit großen Spielen – aber ein Pokalfinale ist natürlich eine ganz spezielle Situation. Ich drücke ihnen jedenfalls die Daumen, wenn man am Ende den Pokal hochhalten und feiern kann, ist es das Größte.

Im Focus der nationalen Bogenschützen-Szene

Peter Sach, im Bundesligafinale mit den Blankenfelder Bogenschützen: „Ein Finale der besten vier Bundesligisten der Staffeln Nord und Süd, die sich für die Meisterrunde qualifiziert haben, ist immer etwas Besonderes und bringt eine Menge Aufregung mit sich. Man bereitet sich durch regelmäßiges Training, teils unter erschwerten Bedingungen, vor und versucht die Wettkampfsituationen zu simulieren. Die Tage vor dem Wettkampf laufen ganz normal ab, da wir alle Berufstätige oder Schüler und Studenten sind. Die Anreise zum Wettkampf erfolgt wie zu allen anderen auch, man versucht einen normalen Tag zu verbringen und auf die vertraute Vorbereitung zurückzugreifen. Als Mannschaft unterstützt man sich und kennt den anderen so gut, um zu wissen, wie man ihn gerade aufbauen und unterstützen kann. Der Wettkampf selbst ist natürlich mit mehr Aufregung verbunden als andere Duelle. Aber durch unsere Erfahrungen, die wir teilweise durch internationale Wettkämpfe ausgebaut haben, kann man damit sehr gut umgehen und die Energie in die richtigen Bahnen lenken. Die Konzentration ist sehr wichtig und ich habe gelernt, nicht zu genau schießen zu wollen, sondern das bereits Gelernte einfach ablaufen zu lassen. Wichtig ist für mich, niemals über bereits Geschehenes nachzudenken, sondern immer mit voller Konzentration auf den nächsten Pfeil weiterzumachen.