14. Februar 2021 / 16:56 Uhr

Union Berlin fehlt gegen Schalke 04 ein Typ wie Max Kruse

Union Berlin fehlt gegen Schalke 04 ein Typ wie Max Kruse

David Joram
Märkische Allgemeine Zeitung
 Max Kruse erzielte beim 3:3 gegen Eintracht Frankfurt ein Traumtor für Union Berlin.
Warten auf Kruse: Die Kaltschnäuzigkeit des Spielmachers fehlt Union derzeit. © imago images/Bernd König
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Defensiv stabil, offensiv labil: Beim 0:0 gegen den FC Schalke 04 zeigt sich Fußball-Bundesligist Union Berlin nicht effizient genug. Immerhin naht nach dem fünften sieglosen Spiel in Serie die Rückkehr von Spielmacher Kruse.

Fußball ist ein Spiel, das von Momenten lebt. Taiwo Awoniyi hat das am Samstag leidvoll erfahren. Zweimal hatten ihn seine Mitspieler in eine glänzende Schussposition gebracht, zweimal vergab Unions Stürmer. Es waren gute Momente, um ins Tor zu treffen, doch sie verstrichen ergebnislos. Und so stand am Ende ein 0:0 für die Berliner im Bundesliga-Heimspiel gegen den Tabellenletzten Schalke 04, das vor allem die Frage aufwarf, warum dem Gastgeber derzeit die Durchschlagskraft fehlt.

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„Wir wissen, dass wir gestern, gerade im Abschluss, gesündigt haben“, sagte Unions Trainer Urs Fischer am Sonntagmittag in einer digitalen Medienrunde. „Gesündigt“ habe aber nicht nur Awoniyi, grundsätzlich habe seiner Elf die Effizienz gefehlt. Auch Marcus Ingvartsen vergab in der Schlussphase eine aussichtsreiche Tormöglichkeit per Kopf.

Union Berlin in Noten: Die Einzelkritik zum 0:0 gegen Schalke 04

Der SPORTBUZZER bewertet: Die Spieler von Union Berlin in der Einzelkritik. Zur Galerie
Der SPORTBUZZER bewertet: Die Spieler von Union Berlin in der Einzelkritik. ©

Dass die Berliner dafür nicht bestraft wurden, lag an einer offensiv ebenfalls zahnlosen Schalker Mannschaft, die in dieser Saison besser fürs Eisstockschießen statt für die Fußball-Bundesliga gemeldet hätte. Nur einmal, kurz vor dem Ende der Partie, zwangen die Schalker Unions Torwart Loris Karius zu einer Parade – ansonsten verlebte der Stellvertreter von Andreas Luthe einen ruhigen Abend, Unions Defensive stand stabil.

Offensiv fehlt den Berlinern gerade aber ein Spieler vom Typ Max Kruse, der aus wenig viel macht. Bei Awoniyi verhält es sich derzeit umgekehrt: er macht aus viel wenig. In der vierten Minute war er alleine auf Schalkes Torwart Ralf Fährmann zugeeilt, schoss den Ball aber zu schwach aufs Tor, Fährmann parierte.

Es war im Übrigen einer von nur drei Torschüssen, die Union direkt aufs Tor brachte, die restlichen 13 Versuche landeten daneben oder drüber. Darunter Awoniyis zweite Großchance nach einer Stunde, als er den Ball aus wenigen Metern klar neben das Tor setzte. „So Dinger musst du reinmachen“, sagte Awoniyi selbstkritisch. Es brauche wieder „die Mischung aus Leichtigkeit, aus Gier, aus Entschlossenheit, um aus den Möglichkeiten, die wir uns erarbeiten, Tore zu erzielen“, meinte Fischer.

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Vielleicht bringt Max Kruse, der seit 4. Dezember ausfällt (Muskelbündelriss), nach nun fünf Spielen ohne Sieg die Wende. Am Sonntag konnte er Teile des Mannschaftstrainings absolvieren, gegen Freiburg hält Fischer eine Rückkehr für „möglich“. Der Trainer weiß, dass Unions labiler Offensive derzeit auch schon ein kleiner Kruse-Moment helfen könnte.