29. Dezember 2021 / 19:19 Uhr

Unklarer Corona-Befund: Lukebakio verpasst Wolfsburgs Trainingsstart

Unklarer Corona-Befund: Lukebakio verpasst Wolfsburgs Trainingsstart

Engelbert Hensel, Marcel Westermann
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Beim VfL-Trainingsstart nicht dabei: Dodi Lukebakio (kl. Bild).
Beim VfL-Trainingsstart nicht dabei: Dodi Lukebakio (kl. Bild). © Roland Hermstein
Anzeige

Der VfL Wolfsburg hat das Training wieder aufgenommen. Nicht mit dabei war unter anderem Dodi Lukebakio, bei dem es einen unklaren Corona-Befund gab. Und: Trainer Florian Kohfeldt sprach über Kevin Mbabu, der sich erneut mit Corona infiziert hat.

Der VfL hat wieder losgelegt: Gerade einmal zwölf Tage nach dem Hinrunden-Finale beim FC Bayern (0:4) hat der Wolfsburger Fußball-Bundesligist das Training wieder aufgenommen - allerdings fehlten einige Akteure. Neben den Langzeitverletzten Xaver Schlager, William, Paulo Otavio (alle Knieverletzung), Lukas Nmecha (schwere Knöchelverletzung) und Kevin Mbabu (Corona) fehlte auch Dodi Lukebakio beim Auftakt kurz vorm Jahreswechsel. Der Offensivmann hat einen unklaren Corona-Befund, wie Trainer Florian Kohfeldt sagte. Ob der mittlerweile geimpfte Lukebakio ebenso wie der Rechtsverteidiger infiziert ist - eine Antwort auf die Frage ist erst am Donnerstag zu erwarten.

Anzeige

Dass Mbabu wiederum fehlen wird, war klar. Der schweizerische Nationalspieler muss in seinem Urlaubsort in Dubai in Quarantäne. Kohfeldt hatte Kontakt zu ihm. Der Trainer sagte, dass es einerseits ärgerlich sei, dass der 26-Jährige nun fehle ("Ich war nicht erfreut"), gleichwohl nahm er den Außenbahnspieler, der sich zum zweiten Mal mit dem Virus infiziert hat, in Schutz. "Kevin hat nichts Verbotenes getan. Es gab Reisebeschränkungen, die er eingehalten hat, deshalb durfte er in Dubai einreisen. Das Allerwichtigste ist, dass es Kevin gut geht und dass er gesund da durchkommt", betonte der Coach und fügte hinzu: "Ich halte nichts davon, jemanden, der nichts Verbotenes getan hat, öffentlich an die Wand zu nageln. Ich kritisiere ihn nicht dafür."

Mehr zum VfL Wolfsburg

Mbabu gehe es gut, wann er wieder zurückkehren kann, ist noch offen. Kohfeldt: "Meines Wissens nach muss er da zehn Tage in Quarantäne bleiben." Und dann werde es davon abhängig sein, wie die Testergebnisse sind. Beim Rückrunden-Auftakt am 9. Januar in Bochum fehlt Mbabu auf jeden Fall.

Anzeige

Lukabakio und Mbabu hatten den VfL schon in der Vergangenheit vor Schwierigkeiten gestellt. Seitdem Ungeimpfte in einigen Bundesländern nicht mehr in Hotels übernachten dürfen, wurde es problematisch für das Duo – es konnte nicht mehr immer zusammen mit dem Team im selben Hotel sein. Beim Auswärtsspiel in Mainz etwa sollen Lukabakio, der damals noch ungeimpft gewesen sein soll, und Mbabu nicht im Wolfsburger Teamhotel in Rheinland-Pfalz, sondern in einer Unterkunft in Wiesbaden (Hessen) übernachtet haben, weil dort andere Regeln galten. Taktik-Besprechungen und gemeinsame Mahlzeiten wurden so erschwert. Das ändert sich nun wieder für das Duo.

Mbabu wird beim Rückrunden-Start definitiv fehlen, ähnlich könnte es bei Lukebakio werden, sollte der Corona-Test positiv ausfallen. Neben dem Duo fehlten beim Auftakt auch Daniel Ginczek (privater Termin) und Marvin Stefaniak, der nach einer Leisten-OP im Dezember eine Laufeinheit absolvierte. In zwei, drei Wochen könne der Reservist wieder mit dem Team üben, so der Coach. Admir Mehmedi absolvierte nach seiner Verletzung eine individuelle Einheit.

Eine gute Stunde lang hatte Kohfeldt sein Team beim ersten Training nach Weihnachten schwitzen lassen, die Intensität war hoch. Für den im Oktober verpflichteten Kohfeldt ist das jetzt eine Art Neustart, nachdem das Team die letzten sieben Pflichtspiele in Folge vor Weihnachten verloren hatte. Der Ex-Bremer kann jetzt seine Idee vom Fußball dem Team einimpfen. Der Coach: "Es fühlt sich richtig gut an, ich bin mit richtig viel Vorfreude wieder nach Wolfsburg gekommen", sagte der Trainer.

Das Team soll nach der schlechten Hinrunden nun enger zusammenrücken, einen neuen Teamgeist entwickeln. Auffällig nach der ersten Einheit der Rückrunde: Die Spieler gingen nicht nacheinander in die Kabine, sondern zunächst einmal wurde gemeinsam der Trainingsplatz aufgeräumt. Und erst als das beendet war, ging es geschlossen in die Umkleide. Kohfeldt betonte: "Mir ist es wichtig, dass das gemeinsam erledigt wird und wir ein Training gemeinsam beginnen und auch gemeinsam beenden, wir sind ja eine Mannschaft."

Er wollte das neue "Wir" aber auch nicht an die große Glocke hängen. Kohfeldt: "Ich finde das ist nichts Spektakuläres, ich fand eher den anderen Zustand ein bisschen spektakulär, als alle reingegangen sind und gehofft haben, dass einer den Platz aufräumt." Ein Vorwurf an seinen Vorgänger Mark van Bommel? Nein, so meinte der 39-Jährige das nicht. "Es ist kein Vorwurf“, so Kohfeldt. „Aber ein paar Dinge haben sich hier eingelebt, die diesem Zug, der Energie und Dynamik und dieser Haltung zum Spiel, die wir haben wollen, entgegenstanden.“

Der VfL will im neuen Jahr anders auftreten - das muss er auch, zumal der Vorsprung auf Relegations-Platz 16 gerade mal drei Punkte beträgt. "Wir müssen uns der Situation bewusst sein", sagte der VfL-Coach und betonte: "Jetzt zu sagen, wir haben mit dem Abstiegskampf nichts zu tun, wäre arrogant und vermessen."