14. August 2022 / 16:15 Uhr

Zwei Tore und zwei Aktionen: Wie Mané beim FC Bayern in nur einem Monat zum Publikumsliebling wurde

Zwei Tore und zwei Aktionen: Wie Mané beim FC Bayern in nur einem Monat zum Publikumsliebling wurde

Patrick Strasser
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Sadio Mané kam in diesem Sommer vom FC Liverpool zum FC Bayern.
Sadio Mané kam in diesem Sommer vom FC Liverpool zum FC Bayern. © Getty
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Mit Sadio Mané hat sich der FC Bayern einen echten Superstar geangelt. Und: Der Offensivspieler, der vom englischen Spitzenklub FC Liverpool zum deutschen Rekordmeister kam, benötigte keine Anlaufzeit und traf in den ersten beiden Pflichtspielen. 

Es kann so simpel sein: Zwei Tore und zwei Aktionen außerhalb des Platzes haben genügt – und zack: Sadio Mané, gerade einmal etwas mehr als einen Monat in München, hat es zum neuen Publikumsliebling des FC Bayern geschafft.

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Bemerkenswert daran ist, dass der für mindestens 32 Millionen Euro Sockel-Ablöse (maximal 41 Millionen, wenn alle vereinbarten Bonuszahlungen eintreten) vom FC Liverpool geholte Stürmer und Hoffnungsträger bei zwei Auswärtsspielen für seinen Traumeinstand sorgte – mit zwei Toren in den ersten beiden Pflichtspielen. Beim 5:3 der Bayern im Supercup bei RB Leipzig und bei seinem Bundesliga-Debüt als der Meister zum Saisonauftakt Gastgeber Eintracht Frankfurt mit 6:1 zerlegte. Der 30-Jährige wartet jedoch noch auf sein Heimdebüt vor den eigenen Fans. Am Sonntag in der Allianz Arena gegen den VfL Wolfsburg ist es soweit: Mané läuft auf – und gilt schon vorm Anpfiff als der neue Liebling der Bayern-Anhänger.

Die haben den Senegalesen wegen seiner unkomplizierten, lockeren und nahbaren Art ins Herz geschlossen. Nach seinem ersten Bundesliga-Spiel am Freitag letzter Woche machte Mané gleich das, worauf Robert Lewandowski in acht Jahren im Bayern-Trikot nie gekommen wäre: Nach Schlusspfiff ab auf den Zaun in der Fankurve, Megafon schnappen und den Vorsänger geben. Mané hatte sichtlich Spaß inmitten der Ultras, die ihm auf die Schulter klopften - staunend beobachtet von den Teamkollegen an der Seitenlinie.

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Am Sonntag, einem trainingsfreien Tag, besuchte er das Heimspiel der zweiten Mannschaft der Münchner, mischte sich mit seinem Kumpel Désiré Ségbé Azankpo als Beobachter des 1:1 gegen Viktoria Aschaffenburg unter die rund 700 Fans im Grünwalder Stadion. Ein Champions-League-Sieger (2019 mit Liverpool) schaut Regionalliga? Ganz easy, ganz bodenständig. Eine Aktion, die bei denjenigen Ultras wahnsinnig ankam, die die Talente-Truppe in der Vierten Liga leidenschaftlich unterstützen. Nebenbei konnte Manés engster Freund seine künftigen Mitspieler unter die Lupe nehmen. Der 29-jährige aus dem Benin unterschrieb beim Regionalliga-Team einen Vertrag bis 2024. Ganz nebenbei steigt Manés Wohlfühlfaktor in München.

Mané feiert Einstand nach Maß

Mit seinen zwei Toren in zwei Partien übertrumpfte Mané sogar FIFA-Weltfußballer Lewandowski, der bis Mai Saison für Saison Tore wie am Fließband für den Abo-Meister schoss. Solch einen Traumstart glückte zuletzt Mario Mandzukic zum Start der Spielzeit 2012/13. Doch die Quote und die Leistungen des Kroaten erfüllten dieses Versprechen in der Folge nicht. Und Lewandowski, im Juli für 45 Millionen Euro plus Bonuszahlungen zum FC Barcelona gewechselt, brauchte nach seinem Wechsel vom BVB im August 2014 vier Spiele bis zu seinem Premieren-Treffer im Bayern-Dress. Zum Publikumsliebling brachte es für den zurückhaltenden, den Fans gegenüber eher distanzierten Polen nie.

Mané wirkt topfit, wurde in beiden Pflichtspielen nicht ausgewechselt. Mit Sturmpartner Serge Gnabry bildet er ein Duo voller Power, Tempo und Toren. "Er gibt der Mannschaft viel Energie, ist extrem wertvoll", freute sich Trainer Julian Nagelsmann und skizzierte den Charakter von Afrikas aktuellem Fußballer des Jahres: "Sadio ist ein Superstar, aber du merkst es nicht. Er hat keine Allüren, kommt etwa nicht zu spät zum Training. Er hat den richtigen Charakter, daher ist es leicht für ihn, schnell anzukommen. Er ist total bescheiden, ganz auf dem Boden geblieben, teilweise fast schon ein bisschen unterwürfig." An der Säbener Straße gibt Mané regelmäßig aus dem Auto heraus Autogramme, posiert für Selfies, wenn er aus der Geschäftsstelle kommt. Sein Dress mit der Nummer "17" ist der Bestseller unter den Trikotverkäufen.

Am Sonntag gegen Wolfsburg dürften Mané die Ovationen der Fans sicher sein – vor seinem ersten Ballkontakt. Kaum auszumalen, wenn er beim Antrittsbesuch in seinem neuen Wohnzimmer noch ein, zwei Treffer beisteuert.