16. Januar 2021 / 13:13 Uhr

Michael Rummenigge: Darum ist Sven Mislintat der beste Transfer des VfB Stuttgart

Michael Rummenigge: Darum ist Sven Mislintat der beste Transfer des VfB Stuttgart

Michael Rummenigge
RedaktionsNetzwerk Deutschland
SPORTBUZZER-Kolumnist Michael Rummenigge hält Sven Mislintat beim VfB Stuttgart für den richtigen Mann zur richtigen Zeit beim richtigen Klub.
SPORTBUZZER-Kolumnist Michael Rummenigge hält Sven Mislintat beim VfB Stuttgart für den richtigen Mann zur richtigen Zeit beim richtigen Klub. © imago images/Pressefoto Baumann/Montage
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SPORTBUZZER-Kolumnist Michael Rummenigge analysiert die sportliche Entwicklung des bisher besonders auswärts bärenstarken VfB Stuttgart. Dabei blickt er auf die Zusammenstellung der Mannschaft und stellt vor allem Sportdirektor Sven Mislintat ein gutes Zeugnis aus.

Der wohl beste Transfer des VfB Stuttgart der vergangenen Jahre trägt an Bundesliga-Wochenenden keine Fußball-Schuhe. Sportdirektor Sven Mislintat hat seit seinem Amtsantritt im April 2019 eine Mannschaft zusammengestellt, die der gesamten Liga gut tut und auch mir Freude bereitet. Da sind tolle Spieler dabei, die zuvor keiner auf dem Zettel hatte. Silas Wamangituka zum Beispiel, der aus der zweiten französischen Liga kam. Oder Sasa Kalajdzic, der ein Top-Joker ist. Ich könnte jetzt noch weitere Namen aufzählen. Wenn es um Talente geht, hat Mislintat eines der besten Augen der Liga.

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Dies hat er schon bei Borussia Dortmund bewiesen. Er war maßgeblich daran beteiligt, dass es damals unter Jürgen Klopp bergauf ging. Eigentlich hätte der BVB so einen Mann nie ziehen lassen dürfen. Doch mit dem Angebot des FC Arsenal wollte man 2017 nicht mithalten. Dass Mislintat nach seinem Engagement in London nun beim VfB gelandet ist, ist großes Glück für die Schwaben. Innerhalb kurzer Zeit wurden Werte geschaffen, von denen der Klub noch Jahre profitieren wird. Sei es wie momentan sportlich oder im Falle von Transfers finanziell. Und: Bei Verkäufen wird Mislintat wahrscheinlich zwei, drei neue junge Spieler aus dem Hut zaubern.

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Dennoch haben die Stuttgarter derzeit zwei Probleme. Da ist der unsägliche Machtkampf in der Führung zwischen dem Vorstandsvorsitzenden Thomas Hitzlsperger und dem Präsidenten Claus Vogt. Und da ist die Heimschwäche der Mannschaft, die eine noch bessere Saison bisher verhinderte. In der Auswärtstabelle ist der VfB Spitzenreiter, zu Hause will es nicht so gut klappen. Aufgrund dieses Makels sollte man die Erwartungen auch (noch) nicht zu hoch ansetzen und von Europa träumen. Ich denke, am Ende landet der Klub irgendwo zwischen Platz neun und Platz 13 – was für einen Aufsteiger ein gutes Resultat wäre.

Europa-Rückkehr des VfB Stuttgart in zwei bis drei Jahren möglich

Dann gilt es kontinuierlich weiterzuarbeiten. In zwei, drei Jahren ist vielleicht die Rückkehr auf die internationale Bühne drin. Auch wenn Mislintat zuletzt sagte, dass er mit Transferangeboten für einige Spieler rechne, ist die Wahrscheinlichkeit eines Ausverkaufs aufgrund der Corona-Pandemie geringer als sie in der Vergangenheit gewesen wäre. Der Euro sitzt bei vielen Vereinen nicht mehr so locker, was sich für den VfB als Vorteil erweisen könnte. Wenn das Team zusammenbleibt und an Erfahrung gewinnt, verlässt es künftig auch in engen Spielen den Platz als Sieger. Beim 1:3 gegen den FC Bayern zahlte man zum Beispiel Lehrgeld.