01. Oktober 2021 / 10:04 Uhr

Wolfsburgs Brooks droht ein Stammplatz-Verlust zur Unzeit

Wolfsburgs Brooks droht ein Stammplatz-Verlust zur Unzeit

Andreas Pahlmann
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Mehr als nur Ersatz? Bornauw (M.) vertrat den nach Platzverweis in Lille gesperrten Brooks (l.) gut.
Mehr als nur Ersatz? Bornauw (M.) vertrat den nach Platzverweis in Lille gesperrten Brooks (l.) gut. © Boris Baschin / Roland Hermstein
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Sebastiaan Bornauw gehörte zu den besten Spielern des VfL Wolfsburg beim 1:1 am Mittwoch gegen Sevilla - darum droht John Anthony Brooks nun der Stammplatzverlust. Und das ausgerechnet zu einer Zeit, in der es auch um die Vertragsverlängerung des US-Verteidigers geht.

Mit Top-Leistungen und einer Konstanz, die man ihm oft abgesprochen hatte, wurde John Anthony Brooks in der vergangenen Saison zu einem der Garanten für den Champions-League-Einzug des VfL Wolfsburg. In dieser Spielzeit allerdings läuft es nicht so gut für den US-Verteidiger. Gelb-Rot beim Königsklassen-Spiel in Lille, durchwachsene Leistung beim 1:3 in Hoffenheim. Jetzt droht Brooks der Verlust seines Stammplatzes - und das kommt zur Unzeit für ihn. Denn die Gespräche über eine Verlängerung seines Vertrags (aktuell bis Saisonende gültig) laufen.

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Brooks' Konkurrent um einen Platz in der ersten Elf ist Neuzugang Sebastiaan Bornauw - und der machte es zuletzt richtig gut, gehörte am Mittwoch beim 1:1 gegen Sevilla zu den besten VfLern. "Der Ausgang des Spiels hinterlässt einen bitteren Nachgeschmack, denn wir hätten die drei Punkte verdient", so der Belgier via Twitter. "Ich bin stolz auf unseren Auftritt und auf mein Champions-League-Debüt in der Startelf für die Wölfe."

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Und das kann er auch sein, Bornauw vertrat den gesperrten Brooks stark, agierte entschlossen und zweikampfstark, mit gutem Gefühl für gefährliche Räume des Gegners. Trainer Mark van Bommel lobte: "Er hat das sehr gut gemacht, haut sich jedes Mal rein. Er tut sich selbst weh, aber er tut auch dem Gegner weh - in positiver Art und Weise.“ Es gibt darum eigentlich keinen Grund, Bornauw für das Spiel am Samstag gegen Gladbach aus der Startelf zu nehmen. Und da Maxence Lacroix, der seinen Vertrag gerade bis 2025 verlängert hat, weiter stabil agiert, bliebe für Brooks nur die Bank.

Was heißt das für einen möglichen neuen Vertrag? Brooks müsste bei einer Verlängerung wohl finanzielle Abstriche machen, sein aktuelles Arbeitspapier stammt noch aus einer Zeit, in der beim VfL üppigere Gehälter üblich waren. VfL-Manager Jörg Schmadtke hatte bereits durchblicken lassen, dass er mit dem 28-Jährigen gern verlängern würde - vorausgesetzt, es gibt eine finanzielle Einigung. Vorgespräche mit dem Spieler sind geführt, Details werden jetzt mit dem Berater besprochen. Schmadtke, der mit Micky van de Ven bereits ein Talent als weitere Alternative verpflichtet hat, hätte gern Klarheit bis zum Ende der Hinrunde. "Bis Weihnachten", so der Manager, "hätte ich zumindest gern eine Tendenz und würde gern wissen, in welche Richtung das Pendel ausschlägt."