01. Oktober 2021 / 14:56 Uhr

Wolfsburg gegen Gladbach: Van Bommel erwartet einen schlauen Lieblingsgegner

Wolfsburg gegen Gladbach: Van Bommel erwartet einen schlauen Lieblingsgegner

Andreas Pahlmann und Marcel Westermann
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Der Lieblingsgegner kommt: Mark van Bommel und der VfL Wolfsburg erwarten Borussia Mönchengladbach.
Der Lieblingsgegner kommt: Mark van Bommel und der VfL Wolfsburg erwarten Borussia Mönchengladbach. © (c) Copyright 2021, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten
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Der VfL Wolfsburg trifft in der Bundesliga am Samstag auf Borussia Mönchengladbach. Gegen keinen anderen Klub hat der VfL so oft gewonnen - und auch Trainer Mark van Bommel hat gegen die Fohlen noch nie verloren.

Der Lieblingsgegner kommt: Gegen keinen anderen Klub hat der VfL Wolfsburg in der Bundesliga so viele Siege eingefahren, wie gegen Borussia Mönchengladbach. Die Serie allerdings wird den Niedersachsen nicht helfen, wenn am Samstag (15.30 Uhr) in der VW-Arena Erfolg Nummer 23 gefeiert werden soll. Worauf es vielmehr ankommt: Wie hat der VfL das bittere 1:1 mit dem späten Witz-Elfmeter-Gegentor gegen Sevilla verkraftet? Und: Wie ausgeruht gehen die Wolfsburger in das Duell mit den Fohlen, die unter der Woche kein Spiel hatten? Trainer Mark van Bommel "Samstag, Mittwoch, Samstag - das ist nicht wirklich etwas Neues für die Jungs. Alle sind fit, können spielen."

Das Sevilla-Spiel sei bereits am Donnerstagvormittag abgehakt gewesen, da hat van Bommel das letzte Mal mit seinen Spielern über den bitteren Champions-League-Punkteverlust geredet. "Man schläft natürlich nicht gut nach so einem Spiel. Aber wir haben nur zwei Tage Vorbereitung, da muss man gleich wieder nach vorn gucken." Und am Samstag wartet mit Gladbach "eine gute Mannschaft", wie van Bommel meint - und schmunzelnd fügte er hinzu: "Ich weiß, das sage ich jeder Woche. Aber Gladbach hat dazu noch eine schlaue Mannschaft." Schlau? "Sie können gut antizipieren, auf neue Situationen im Spiel reagieren - und sie haben Spieler, die damit selbst auf dem Rasen Entscheidungen treffen."

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Die Entscheidung, die van Bommel vorm Spiel treffen muss: Wie wird diesmal rotiert? Der Trainer selbst lässt sich wie immer dazu nichts entlocken, Kandidaten für einen Platz in der Startelf sind diesmal Jay Brooks, Luca Waldschmidt, Maximilian Philipp oder auch Lukas Nmecha. Noch keine Option, aber auf dem Weg zurück in den Kader ist Paulo Otavio. Der Linksverteidiger hat seine Sprunggelenkverletzung, die er sich in der Vorbereitung gegen Atletico Madrid zugezogen hatte, auskuriert. "Er ist am Donnerstag wieder ins Training eingestiegen, das freut uns alle", sagt van Bommel. Während der Brasilianer zum Start nur Teile der Einheit absolvierte, übte er am Freitag bereits komplett mit. Auch am Montag soll er wieder mitmischen können. Wann Otavio wieder spielen kann, ist aber noch offen. "Das ist immer die Frage, wenn ein Spieler nach einer langen Verletzung zurückkommt. Er ist sehr schnell und sehr fit zurückgekommen. Es ist schön, dass wir Spieler haben, die immer 100 Prozent geben", lobt der VfL-Coach.

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Auffällig: In Spielen mit Wolfsburger Beteiligung fielen in dieser Bundesliga-Saison insgesamt 13 Tore, mehr als die Hälfte davon unmittelbar nach oder in Folge von Standardsituationen - vier für und drei gegen den VfL. "Standards sind sehr wichtig", so van Bommel, "nicht nur jetzt, nicht nur bei uns. Auch bei der EM sind viele Tore nach Standards gefallen. Das kann man üben, das kann man einstudieren."

Und wie war das jetzt mit dem Lieblingsgegner? Auch van Bommels persönliche Bilanz gegen Gladbach ist positiv (drei Siege als Bayern-Spieler, zwei Unentschieden), doch er sagt: "Für Bayern war Gladbach immer ein schwieriger Gegner. Aber Lieblingsgegner sind die Mannschaften, gegen die die man gewinnt." In seiner Karriere waren das übrigens der FC Den Bosch (sieben Spiele, sieben Siege), der FC Utrecht (13 Siege, mehr als gegen jeden anderen Klub) und in Deutschland der VfB Stuttgart, gegen die der Niederländder siebenmal gewann.

Bei den Gladbacher fehlen weiter die Langzeitverletzten Marcus Thuram (Innenbandriss im Knie), Stefan Lainer (absolviert nach Knöchelbruch die Reha zusammen mit dem VfLer Xaver Schlager in Österreich) und Mamadou Doucouré (Achillessehnenriss). Außerdem ist Ramy Bensebaini nach Fußverletzung noch nicht wieder einsatzfähig.


In den ersten drei Auswärtsspielen dieser Bundesliga-Saison blieben die Borussen ohne Sieg, in Wolfsburg haben sie seit 18 Jahren nicht mehr gewonnen. Und auch Trainer Adi Hütter verbindet mit dem VfL nicht unbedingt glückliche Erinnerungen: „Ich habe mit Frankfurt gegen Wolfsburg in der vergangenen Saison um einen Champions-League-Platz gekämpft. Wir haben es nicht geschafft." Und jetzt? „Es braucht eine Top-Leistung. Wir müssen weit besser sein als in den letzten Wochen auswärts. Eine Mannschaft, die physisch und taktisch top ist. Sie haben zwar in der Champions League gespielt. Wir werden dennoch alles abrufen müssen.“