21. Oktober 2021 / 21:03 Uhr

Wolfsburgs Krise: Und ausgerechnet jetzt kommen die bescheidenen Unbesiegbaren

Wolfsburgs Krise: Und ausgerechnet jetzt kommen die bescheidenen Unbesiegbaren

Andreas Pahlmann
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Unbesiegbar: Lucas Höler, Vincenzo Grifo, Christian Günter, Christian Streich (v. l.) und der SC Freiburg.
Unbesiegbar: Lucas Höler, Vincenzo Grifo, Christian Günter, Christian Streich (v. l.) und der SC Freiburg. © dpa
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Am Samstag trifft der VfL Wolfsburg auf den SC Freiburg. Die Niedersachsen sind in der Krise, der Sportclub ist noch ohne Saison-Niederlage. Trainer Christian Streich befürchtet, dass der VfL den Schalter umlegt.

Zuletzt erzielte Nils Petersen in jedem zweiten Spiel gegen den VfL Wolfsburg ein Tor, drei waren es in den letzten sechs Begegnungen. Nach dieser Logik wäre der Stürmer des SC Freiburg am Samstag beim Bundesliga-Spiel in der VW-Arena wieder dran. Da ist es aus VfL-Sicht zumindest kein Schaden, dass der gebürtige Wernigeröder wahrscheinlich nicht spielen kann - der Top-Joker der Liga hat Knie-Probleme. Das war es dann aber auch schon fast mit den guten Nachrichten für Wolfsburg vor diesem Spiel.

Der VfL in der Krise, der Sportclub mit breiter Brust: Kein Spiel haben die Breisgauer in dieser Saison verloren, und wenn man die aktuelle Leistungsentwicklung sieht, sind sie in Wolfsburg klarer Favorit. Aber Christian Streich wäre nicht Christian Streich, wenn er das nicht ganz anders sähe. "Natürlich sind sie durch die Ergebnisse nicht zu 100 Prozent gefestigt. Wolfsburg hat ganz andere Ansprüche als die letzten Ergebnisse. Wir müssen in das Spiel gehen mit dem Wissen, dass sie zu jeder Zeit den Schalter umlegen können", so der Trainer der Unbesiegbaren.

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Acht Spiele, vier Siege, vier Remis, Tabellenplatz vier, punktgleich mit dem Dritten Leverkusen. So eine Startbilanz hatte der SC noch nie. Und mit nur sechs Gegentoren ist die Abwehr gerade das, was in der Vorsaison lange die der Wolfsburger war: die beste der Liga. "In aller Bescheidenheit: Wir sind aktuell sehr stabil", sagt Streich, kleidet dann aber auch gleich diese Bescheidenheit in Worte: "Wir haben auch viermal Unentschieden gespielt. Von diesen Spielen hätten wir auch welche verlieren können."

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Zuletzt beim 1:1 gegen Leipzig allerdings habe Freiburg "den Gegner mehr als dominiert und beherrscht", weiß VfL-Manager Jörg Schmadtke. "Das Spiel hätten sie eigentlich gewinnen müssen." Und so erwartet die Wolfsburger ausgerechnet jetzt eine "kampfstarke, gute Mannschaft, gegen die du höchste Konzentration brauchst". Also genau das, was dem VfL zuletzt fehlte. Wovon sich Streich allerdings nicht täuschen lässt: "Wolfsburg hat richtig Qualität, sodass auch wir richtig Qualität zeigen müssen, um zu bestehen. Wenn wir das schaffen, wenn wir die Bereitschaft haben, alle Wege zu gehen, dann sind wir nur schwer zu schlagen."

Mit Maximilian Philipp, Admir Mehmedi und Luca Waldschmidt stehen gleich drei Ex-Freiburger im Kader des VfL, zuletzt beim 1:3 in Salzburg kam allerdings keiner zum Einsatz - Mehmedi ist für die Champions League nicht gemeldet und spielt aktuell sportlich keine Rolle, Waldschmidt fiel mit muskulären Problemen aus. Philipp könnte derweil am Samstag wieder in die Startelf rücken, Streich jedenfalls rechnet damit. "Er war bei uns schon richtig stark. Der 'Mili' wird uns zeigen wollen, wie gut er sich entwickelt hat." 2017 hatte Philipp Freiburg Richtung Dortmund verlassen, nach einer Zwischenstadion bei Dinamo Moskau spielt er seit 2020 für den VfL.

Bei den Freiburgern sind neben Petersen auch Roland Sallai (ebenfalls Knieprobleme) und Rechtsverteidiger Lukas Kübler (Erkältung) fraglich, Jonathan Schmid ist nach Corona-Erkrankung noch im Aufbautraining und fällt aus. Was dann doch noch weitere gute Nachrichten für Wolfsburg ergibt: Denn wie auch Petersen verbinden zwei der Angeschlagenen gute Erinnerungen mit dem VfL. Sallai machte vor drei Jahren in der VW-Arena in seinem ersten Bundesliga-Spiel sein erstes Tor für den SC, Schmid erzielte beim letzten Freiburger Sieg gegen die Niedersachsen im Dezember 2019 den 1:0-Siegtreffer.