23. August 2021 / 14:55 Uhr

Wolfsburg ist das Sammelbecken für Kuntz-Schützlinge: "Das ist schön zu hören..."

Wolfsburg ist das Sammelbecken für Kuntz-Schützlinge: "Das ist schön zu hören..."

Andreas Pahlmann und Engelbert Hensel
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Neuzugang: Luca Waldschmidt ist bereits der siebte VfLer, der unter Stefan Kuntz in der deutschen U21 gespielt hat.
Neuzugang: Luca Waldschmidt ist bereits der siebte VfLer, der unter Stefan Kuntz in der deutschen U21 gespielt hat. © dpa/Getty Images (Montage)
Anzeige

Der VfL Wolfsburg wird immer mehr zum Sammelbecken für erfolgreiche deutsche U21-Nationalspieler. Neuzugang Luca Waldschmidt ist bereits der siebte Spieler, der schon unter Stefan Kuntz in der Nachwuchsmannschaft aktiv war. "Ich freue mich für ihn, dass er jetzt wieder in Deutschland ist und hier hoffentlich zu alter Stärke zurückfindet", sagt der DFB-Coach zum SPORTBUZZER.

Aus der deutschen U21-Nationalmannschaft soll der Weg im Idealfall in die A-Auswahl führen. Seit Stefan Kuntz den deutschen Nachwuchs trainiert, führt er aber vor allem zum VfL Wolfsburg. Der am Sonntag verpflichtete Luca Waldschmidt ist bereits der siebte (!) Spieler im Wolfsburger Kader, der unter Kuntz in der U21-Auswahl gespielt hat. Zusammen haben diese sieben exakt 100 U21-Länderspiele absolviert - 100 Kuntz-Stücke für den VfL...

Anzeige

„Das ist schön zu hören...", freut sich der ehemalige Top-Stürmer, der regelmäßig bei VfL-Heimspielen neben Manager Jörg Schmadtke auf der Tribüne sitzt. Kuntz betont jedoch auch: "Die Hauptarbeit liegt da aber schon beim Verein." Weil die Spieler bei ihrem Klub überzeugen, haben sie den Sprung zu ihm in die U21 geschafft.

Bei einigen - etwa Maximilian Arnold - begann die U21-Zeit schon unter Kuntz' Vorgängern, andere sind bereits länger aus dem U21-Alter raus. Fast alle VfLer verbinden mit ihrer Zeit im DFB-Nachwuchs vor allem große Erfolge. Arnold, Yannick Gerhardt und Maximilian Philipp wurden 2017 zusammen Europameister, standen beim 1:0-Sieg im Finale gegen Spanien (unter anderem mit Marco Asensio von Real Madrid und Héctor Bellerín vom FC Arsenal) in der Startelf. In diesem Jahr wiederholten Ridle Baku und Lukas Nmecha (die VfL-Torschützen beim Sieg am Samstag in Berlin) diesen Triumph, Baku legte für Nmecha den Siegtreffer im Finale gegen Portugal auf. Zudem wurde Nmecha Torschützenkönig des Turniers. Das war zwei Jahre zuvor auch Waldschmidt gelungen, der zudem zusammen mit Nmecha Vize-Europameister wurde. Wolfsburg hat damit nun die Torschützenkönige der beiden letzten U21-Europameisterschaften im Kader!

Dass Waldschmidt wieder zurück in der Bundesliga ist, darüber freut sich Kuntz. "Ich hätte ihn gern mit zu den Olympischen Spielen genommen, aber sein Ex-Klub hat das nicht erlaubt", erzählt der 58-Jährige, der Wolfsburgs neue Nummer 28 bestens kennt. "Luca ist ein Stürmer, der ein gutes Gefühl für den Raum hat", sagt Kuntz. "Zudem hat er einen unglaublich guten Abschluss – auch mit seinem linken Fuß, er kann vorn flexibel eingesetzt werden. Mark van Bommel wird schon den richtigen Platz für ihn in der Mannschaft finden, damit er seine Stärken voll entfalten kann. Luca ist ein Top-Mann."

Am Dienstagmorgen soll Waldschmidt erstmals mit seinen neuen Kollegen in Wolfsburg trainieren, nachmittags treten der neue Stürmer und seine Kollegen beim Fahrsicherheitstraining auf dem VW-Testgelände in Ehra-Lessien aufs Gaspedal. Waldschmidt ist nach einem Jahr bei Benfica Lissabon vollends überzeugt davon, mit dem VfL den richtigen Verein gefunden zu haben: "Ich bin überzeugt von dem Weg des Klubs, die Philosophie und Ambitionen des VfL decken sich zu einhundert Prozent mit meinen Vorstellungen." Kuntz dazu: "Zuletzt hat ja auch Lukas Nmecha diesen Schritt gewählt, jetzt geht Luca ihn – also sind die Jungs davon überzeugt.“

Baku, Nmecha, dazu Waldschmidt - Wolfsburg hat jetzt auch wieder neue Perspektiven in Richtung A-Nationalmannschaft. Der neue Bundestrainer Hansi Flick wird am Donnerstag den ersten Kader seine Amtszeit benennen - für die WM-Qualifikationsspiele gegen Liechtenstein in St. Gallen am 2. September, drei Tage später in Stuttgart gegen Armenien sowie am 8. September in Reykjavik gegen Island. Sieben A-Länderspiele hat Waldschmidt schon gemacht, mit dem Wechsel zurück in die Bundesliga möchte er wieder mehr ins Blickfeld der Nationalmannschaft rücken. Schafft er die Rückkehr in die Nationalmannschaft? Kuntz will sich da nicht festlegen. Er begründet es so: "Das ist mir zu weit gegriffen. Es wäre schön, wenn er in Wolfsburg viel Spielzeit bekommt, dann kommt alles andere von allein.“