18. Juli 2021 / 21:35 Uhr

Wolfsburg im Trainingslager: Nmecha muss aufholen, Bornauw mischt mit

Wolfsburg im Trainingslager: Nmecha muss aufholen, Bornauw mischt mit

Engelbert Hensel
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Auftakt in Österreich: Der VfL Wolfsburg startet ins Trainingslager.
Auftakt in Österreich: Der VfL Wolfsburg startet ins Trainingslager. © Roland Hermstein
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Am späten Sonntagnachmittag absolvierte der VfL Wolfsburg seine erste Einheit im Trainingslager in Bad Waltersdorf. Erstmals mit dabei beim Wolfsburger Fußball-Bundesligisten: die Neuzugänge Lukas Nmecha und Sebastiaan Bornauw.

Drei von vier Testspielen verloren, am Samstag ein 1:4 in Lyon kassiert, eine ganze Reihe von Top-Spielern noch nicht im Training gehabt: Die Vorbereitung auf die neue Saison war für den VfL Wolfsburg und seinen neuen Chefcoach Mark van Bommel bisher schwierig. Jetzt beginnt der vielleicht wichtigste Teil des Sommers. Am Sonntag sind die Profis des Champions-League-Teilnehmers im Trainingslager im österreichischen Bad Waltersdorf angekommen. Mittendrin statt nur dabei: die Neuzugänge Sebastiaan Bornauw und Lukas Nmecha. Der U21-Europameister musste jedoch bei seinem VfL-Debüt etwas kürzertreten.

Der Grund: Stürmer Nmecha ist in der Vorbereitung noch nicht ganz so weit wie Innenverteidiger Bornauw. Zunächst machten beide alle Übungen mit, als die VfLer jedoch ein Abschlussspiel bestritten, machte der neue Angreifer eine Extra-Einheit mit Athletik-Trainer Jimmy Lohberg. Zur Einordnung: Während Bornauw mit dem FC bereits in die Vorbereitung gestartet war, hatte Nmecha mit City kein Mannschaftstraining absolviert. Van Bommel: "Wir gewöhnen ihn ans Mannschaftstraining und steigern das jeden Tag." Nach dem EM-Sieg hatte Nmecha zunächst Urlaub gemacht, danach hatte er sich in Abstimmung mit dem Klub von Star-Trainer Pep Guardiola um die Suche nach einem neuen Klub bemüht. Einige Vereine wollten ihn, der VfL bekam ihn, was van Bommel natürlich freut. Das gilt auch für Bornauw.

Das VfL-Trainingslager in Bildern

Der Trainer auf dem Rad: Mark van Bommel. Zur Galerie
Der Trainer auf dem Rad: Mark van Bommel. ©

Bornauw und Nmecha - zwei Neue sind da, wie sehr haben sich damit van Bommels Wünsche erfüllt? "Das sind nicht meine Wünsche, sondern wir haben die Entscheidung zusammen getroffen", sagte der Coach und dachte dabei an die sportliche Führung um Manager Jörg Schmadtke und Sportdirektor Marcel Schäfer. "Es ist nicht so, dass ich sage, ich habe drei, vier Wünsche. Nein, wir haben darüber geredet und haben zusammen die Entscheidungen getroffen, dass die beiden sehr gute Spieler sind, die zu uns passen."

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Für van Bommel steht der Teamgedanke immer an erster Stelle, der Coach wollte daher auch gar nicht im Detail auf die Qualitäten der beiden Neuen eingehen. "Es geht nicht um die einzelnen Qualitäten eines Spielers. Wenn die Mannschaft funktioniert, kommen die Qualitäten von den Spielern besser zum Vorschein", begründete er. Ein bisschen etwas ließ er sich dann aber doch entlocken. "Dass er gut verteidigt und dass er gut angreift, so einfach ist das...", sagte der Coach grinsend und dachte dabei zunächst an Innenverteidiger Bornauw und dann an Nmecha, der in der vergangenen Saison in 41 Pflichtspielen 21 Tore für den RSC Anderlecht gemacht hatte, dahin hatte ihn City ausgeliehen.

Ob Nmecha am Samstag im Rahmen des Trainingslager-Tests gegen die AS Monaco auflaufen kann, ist noch offen. "Mal schauen, wie es ihm geht", so der Coach. Wenn Nmecha spiele, dann "auf jeden Fall keine 90 Minuten. Bornauw ist einsatzfähig, er hat in Köln schon eine gute Vorbereitung gemacht."

Bei der ersten Einheit in Bad Waltersdorf waren nicht alle Profis dabei. Die Spieler, die beim Test in Lyon gespielt hatten, absolvierten Regenerations-Training, der Rest übte auf dem Platz. Admir Mehmedi und Omar Marmoush wiederum mischten jedoch nicht mit dem Team mit. Mehmedi hatte sich bei der EM eine Knieverletzung zugezogen und absolvierte deshalb mit Marmoush (muskuläre Probleme) und Reha-Trainer Michele Putaro eine Extra-Einheit. Van Bommel: „Ich hoffe, Admir und Omar steigen noch ein, vielleicht kann es schnell gehen.“


Beide Transfers hatte der VfL am Freitag unter Dach und Fach gebracht. Wenige Stunden nachdem der Wechsel von Bornauw zum VfL offiziell geworden war, hatte der der Klub abends mit Nmecha den nächsten Neuzugang offiziell vermeldet. Der Stürmer, der 2019 schon auf Leihbasis ein halbes Jahr für Wolfsburg gespielt hat, unterschrieb einen Vertrag bis 2025, Bornauws neues Arbeitspapier läuft sogar noch ein Jahr länger.

Normalerweise reisen 50 bis 70 Fans mit den VfL-Profis ins Trainingslager, aber in Bad Waltersdorf wird das nicht so sein. „Stand jetzt gehe ich von acht Fans aus, die kommen“, sagt Michael Schrader, einer der VfL-Fanbeauftragten. Wie viele genau kommen werden, bleibe abzuwarten. Viele Anhänger des Teams haben sich wegen der Pandemie diesmal gegen eine Reise ins Trainingslager entschieden, erzählt Schrader. Infos für Fans, die womöglich noch anreisen wollen, gibt‘s auf der VfL-Homepage.