19. Dezember 2018 / 10:41 Uhr

VfR Neumünster: Die Schießbude der Oberliga hat jetzt geschlossen

VfR Neumünster: Die Schießbude der Oberliga hat jetzt geschlossen

Jan-Phillip Wottge
Kieler Nachrichten
Noch sieben Mal so jubeln, dann klappt es mit dem Klassenerhalt – so zumindest die Rechung von VfR-Coach Jörg Zenker.
Noch sieben Mal so jubeln, dann klappt es mit dem Klassenerhalt – so zumindest die Rechung von VfR-Coach Jörg Zenker. © Sonja Paar
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Oberligist VfR Neumünster schaffte es, seine Defensive nach Startschwierigkeiten zu stabilisieren.

Sportlich geht man beim VfR Neumünster neue Wege: Coach Jörg Zenker setzt nach dem finanziellen Kahlschlag auf Talente aus dem eigenen Nachwuchs und einen Low-Budget-Kader. Es ist jedoch ein steiniger Weg, der den Veilchen zu Saisonbeginn sieben Niederlagen in Folge bescherte. Der Turnaround wurde am achten Spieltag mit einem 1:1 gegen den TSV Kropp eingeleitet. Es folgte nicht nur der erste Saisonsieg beim TSV Lägerdorf (2:1), sondern vier weitere Spiele ohne Niederlage. Der VfR war wieder mittendrin im Kampf um den Klassenerhalt. Einzig der Sprung auf einen Nichtabstiegsplatz wurde vorerst verpasst.

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Und dieser Fakt ist VfR-Trainer Zenker ein Dorn im Auge. Er prangert an: „Wir dürfen nicht immer knapp verlieren. Denn wer immer knapp verliert, wird am Ende absteigen, wenn auch vielleicht knapp.“ Der Abstand zum rettenden Ufer beträgt vier Punkte. Allerdings haben die Veilchen in der Rückrunde bereits gegen die Branchenführer NTSV Strand 08 und Heider SV sowie auch den PSV Neumünster gespielt. Das Restprogramm ist machbar. Zenkers Rechnung für den Oberligaverbleib ist entsprechend einfach und unverblümt: „Wenn wir sieben der letzten zwölf Spiele gewinnen, bleiben wir drin.“

Wir haben für euch die 30 Teams (Kreis- bis Oberliga) mit den meisten "Gefällt mir"-Angaben bei Facebook aus der Region zusammengesucht. Ist euer Klub dabei? (Erster Stand 05.12.2018, aktualisiert am 13.03.2019)

Die Oberliga-Frauen des TSV Klausdorf holen auf! Sie belegen zwar mit 552 Gefällt mir-Angaben noch immer den 30. Platz, teilen sich diese Platzierung aber mit einem Landesligisten. Zur Galerie
Die Oberliga-Frauen des TSV Klausdorf holen auf! Sie belegen zwar mit 552 "Gefällt mir"-Angaben noch immer den 30. Platz, teilen sich diese Platzierung aber mit einem Landesligisten. ©

Der Schlüssel zum Erfolg war die Stabilisierung der Defensive. Erst als sich eine Stammformation gefunden hatte, stellten sich Erfolge ein. „Es war ein Puzzle, bei dem wir jedes Teil am bestmöglichen Ort platzieren mussten“, so Zenker. Nicht jeder Akteur kam hierbei auf seiner präferierten Position zum Einsatz. Finn Block wurde zum Linksverteidiger umgeschult, Torjäger Beytullah Bilgen bekleidete die Rolle des Sechsers. Mit der Zeit griffen die Automatismen, das Vertrauen wuchs.

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Urplötzlich hatte die Schießbude der Liga, die in den ersten sieben Spielen 25 Gegentore zuließ, geschlossen. In elf weiteren Spielen gab es lediglich zwölf Treffer des Gegners. Vier Mal stand sogar die Null. „Zu Saisonbeginn hatten wir gravierende Fitnessunterschiede und haben deswegen im Spiel rapide abgebaut. Auch bei der Konzentration“, erkannte Zenker früh die Ursache: „Wir haben uns auch taktisch anders verhalten. Über Zweikämpfe haben wir in die Spur gefunden, das Spielerische war nachrangig.“ Mit unbändigem Willen kämpften die Neumünsteraner in den direkten Duellen mit den Konkurrenten im Abstiegskampf (2:1 gegen Lägerdorf, 1:0 gegen den TSV Schilksee, 2:0 gegen Inter Türkspor, 0:0 gegen Eichede). „Wir waren im Kopf und in den Beinen für 90 Minuten und mehr bereit“, konstatiert Zenker.

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Auch der VfR Neumünster kam nach schlechtem Saisonstart allmählich ins Rollen: Hier jubelt Issam Khemiri nach dem 2:0 gegen Inter Türkspor Kiel. Zur Galerie
Auch der VfR Neumünster kam nach schlechtem Saisonstart allmählich ins Rollen: Hier jubelt Issam Khemiri nach dem 2:0 gegen Inter Türkspor Kiel. ©

Doch auch ihm ist bewusst, dass die Entwicklung noch nicht ausreicht: „Gerade in der Offensive hakt es noch. Doch wir wollen unsere jungen Spieler weiter auf Oberliganiveau formen. Dafür muss jetzt der nächste Schritt auf allen Ebenen erfolgen.“ Wintertransfers schloss Zenker nahezu aus: „Wir werden unseren Weg der soliden Kaderplanung nicht verlassen. Trotzdem halten wir die Augen auf.“