28. Mai 2019 / 14:40 Uhr

Vom Rangnick-Comeback zur Bayern-Pleite – RB Leipzigs Hinrunde im Rückblick

Vom Rangnick-Comeback zur Bayern-Pleite – RB Leipzigs Hinrunde im Rückblick

Anton Zirk
Leipziger Volkszeitung
Cheftrainer und Sportdirektor Ralf Rangnick kann mit RB Leipzig auf eine erfolgreiche Saison zurückblicken.
Cheftrainer und Sportdirektor Ralf Rangnick kann mit RB Leipzig auf eine erfolgreiche Saison zurückblicken. © GEPA pictures
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52 Pflichtspiele hat RB Leipzig in dieser Spielzeit bestritten. Vor allem zu Beginn und in der Europa League lief es längst nicht immer gut wie im Pokal und in der Liga. Auch neben dem Platz gab es Aufregung. Die Hinrunde der Roten Bullen im ersten Teil des Saisonrückblicks.

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Am Wochenende ist für RB Leipzig eine überaus erfolgreiche Saison zu Ende gegangen. Neben dem Einzug ins Finale des DFB-Pokals sorgten eine starke Auswärts-Serie und die vorzeitige Qualifikation zur Champions League für Freude bei den Bullen-Fans. International lief hingegen einiges schief. Zeit, einen Blick zurückzuwerfen.

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RB Leipzig - Bayern München (0:3) Zur Galerie
RB Leipzig - Bayern München (0:3) ©

Für den ersten großen Paukenschlag sorgt RB schon lange vor dem Saisonstart. Anfang Juli gaben die Roten Bullen offiziell bekannt, was die Spatzen bereits seit Wochen von den Dächern gepfiffen hatten. Weil Julian Nagelsmann als Wunschkandidat für den seit der Trennung von Ralph Hasenhüttl freien Trainerposten erst ab Sommer 2019 zur Verfügung steht, sprang Ralf Rangnick ein. Bereits in der Saison 2015/16 hatte er bei den Roten Bullen an der Seitenlinie gestanden und den Club in die Bundesliga geführt.

Neuzugänge im Fokus

Mit Matheus Cunha vom FC Sion, Nordi Mukiele vom HSC Montpellier und Marcelo Saracchi von River Plate bekam Rangnick im Sommer drei Neuzugänge an die Seite gestellt. Während Cunha und Mukiele zumindest den Anschluss an den Kader hielten und immer wieder ihre Chancen bekamen, erwies sich Saracchis Verpflichtung bisher als Missverständnis. Nachdem er zu Beginn der Saison wie ein Stammplatz-Kandidat aufgetreten war, wechselte er zuletzt nur noch zwischen Ersatzbank und Tribüne.

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Der Kader von RB Leipzig bleibt (natürlich) nicht unverändert. Folgende Zugänge zur Saison 2019/20 stehen bereits fest. Zur Galerie
Der Kader von RB Leipzig bleibt (natürlich) nicht unverändert. Folgende Zugänge zur Saison 2019/20 stehen bereits fest. ©

Wenig erfreulich startete für Comeback-Coach Rangnick die Vorbereitung in die neue Saison. Im Trainingslager plagten sich mehrere Startelf-Kandidaten mit Verletzungen. Zudem hatte das Trio um Neuzugang Mukiele, Dayot Upamecano und Jean-Kevin Augustin seine Hausaufgaben für die Sommerpause nicht erledigt und fiel deshalb geschwächt und mit Trainingsrückstand auf.

Niederlage zum Auftakt

Dass RB den Weg in die Europa League über die Qualifikation gehen musste, entspannte die Lage vor dem Saisonstart nicht wirklich. Bereits einen Tag vor dem Trainingslager im österreichischen Seefeld begann die Qualifikation für RB mit der zweiten Runde gegen den schwedischen Vertreter BK Häcken. Auf einen 4:0-Heimerfolg im Hinspiel folgte auswärts ein glanzloses 1:1. Mit einem 3:1-Sieg und einem 1:1 im Rückspiel der Runde drei gegen den rumänischen Erstligisten CS Universitatea Craiova schafften die Roten Bullen den Einzug in die Playoffs und finalisierten dort gegen FK Sorja Luhansk schließlich den Sprung in die Gruppenphase.

DURCHKLICKEN: Das war RB Leipzigs Saison 2018/19

<b> 06.07.2018: 2. Qualirunde Europa League, RB Leipzig - BK Häcken 4:0. </b> Sie mussten beißen, den ständig insistierenden inneren Schweinehund bekämpfen, ließen viele Körner und viele Liter Flüssigkeit. Und sie belohnten sich. RB Leipzig steht nach einem nie gefährdeten 4:0 (2:0) gegen BK Häcken mit eineinhalb Beinen in der dritten Qualifikationsrunde zur Europa League und werden beim Rückspiel in Schweden das finale halbe Beinchen hinterherziehen. Tore: Bruma (35.), Matheus Cunha (39.), Kevin Kampl (50.) und Jean Kevin Augustin (84.). Stattliche 18126 Fans dürfen sich schon freuen aufs Heimspiel gehen Uni Craiova, das am 9. August in der Red-Bull-Arena steigt. Weniger schön: Stefan Ilsanker sieht gelb-rot, fehlt beim Rückspiel in Häcken. Zur Galerie
06.07.2018: 2. Qualirunde Europa League, RB Leipzig - BK Häcken 4:0. Sie mussten beißen, den ständig insistierenden inneren Schweinehund bekämpfen, ließen viele Körner und viele Liter Flüssigkeit. Und sie belohnten sich. RB Leipzig steht nach einem nie gefährdeten 4:0 (2:0) gegen BK Häcken mit eineinhalb Beinen in der dritten Qualifikationsrunde zur Europa League und werden beim Rückspiel in Schweden das finale halbe Beinchen hinterherziehen. Tore: Bruma (35.), Matheus Cunha (39.), Kevin Kampl (50.) und Jean Kevin Augustin (84.). Stattliche 18126 Fans dürfen sich schon freuen aufs Heimspiel gehen Uni Craiova, das am 9. August in der Red-Bull-Arena steigt. Weniger schön: Stefan Ilsanker sieht gelb-rot, fehlt beim Rückspiel in Häcken. ©

Im Gegensatz zu einem 3:1-Erfolg in der ersten Runde des Pokals gegen Viktoria Köln startete die Bundesliga-Saison 2018/19 für RB denkbar schlecht. Bei Borussia Dortmund musste sich Rangnicks Team, das über weite Strecken mindestens ebenbürtig war, am Ende deutlich mit 1:4 geschlagen geben und fand sich nach Spieltag eins auf dem letzten Tabellenplatz wieder. Insgesamt verlief das erste Saisondrittel ergebnistechnisch jedoch weitgehend nach Plan. Der Auftaktpleite folgten zehn Spiele ohne Niederlage und ab dieser Phase stand RB während der abgelaufenen Spielzeit nie schlechter als Platz vier da.

Europa-League-Debakel

Die Europa League wurde für die Leipziger hingegen zum Debakel: In einer Gruppe mit Schwesterclub Red Bull Salzburg, dem schottischen Serienmeister Celtic Glasgow und Rosenborg Trondheim kamen die Roten Bullen nur auf zwei Siege und verspielten mit einem Last-Minute-Gegentreffer am letzten Spieltag gegen die viertplatzierten Norweger den Einzug in die K.o.-Phase.

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Peter Gulacsi (Vertrag bis 2022)
: Mit seinen starken Leistungen wichtiger Rückhalt und womöglich Spieler der Saison bei RB Leipzig. Sitzt fest im Sattel und fühlt sich in Leipzig pudelwohl. Wechselwahrscheinlichkeit: 0 Prozent. Zur Galerie
Peter Gulacsi (Vertrag bis 2022) : Mit seinen starken Leistungen wichtiger Rückhalt und womöglich Spieler der Saison bei RB Leipzig. Sitzt fest im Sattel und fühlt sich in Leipzig pudelwohl. Wechselwahrscheinlichkeit: 0 Prozent. ©

Zudem sorgten im Herbst Jean-Kevin Augustin und Nordi Mukiele für Unruhe. Die beiden Hausaufgaben-Verweigerer der Vorbereitung saßen vor dem Spiel in Salzburg noch mit dem Handy beschäftigt auf der Bank, während sich der Rest bereits umzog. Das Ergebnis: die komplette Mannschaft kam verspätet zum Aufwärmen. Rangnick griff durch und suspendierte beide für das Liga-Spiel gegen Eintracht Frankfurt.

Bittere Pleite gegen Bayern München

Im letzten Auswärtsspiel der relativ erfolgreichen aber häufig spielerisch wenig überzeugenden Hinrunde traf RB auswärts auf den FC Bayern München und begegnete dem deutschen Rekordmeister lange Zeit ebenbürtig. Erst kurz vor Schluss sorgte Altmeister Franck Ribery für die bittere Entscheidung zum 0:1. Eine Woche später war das Matchglück dann auf Leipziger Seite. In einem spektakulären letzten Duell des Jahres traf Bruma kurz vor dem Abpfiff in der Red Bull Arena gegen Werder Bremen zum 3:2-Sieg. RB überwinterte auf Rang vier und stand nach einem 2:0-Sieg gegen die TSG 1899 Hoffenheim zudem in der dritten Runde des DFB-Pokals.