31. August 2021 / 16:16 Uhr

Waldschmidt: "Wenn der Name VfL Wolfsburg fällt, denke ich an das Tor für Hamburg"

Waldschmidt: "Wenn der Name VfL Wolfsburg fällt, denke ich an das Tor für Hamburg"

Marcel Westermann
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Heiß auf seine neue Aufgabe in Wolfsburg: Neu-VfLer Luca Waldschmidt.
Heiß auf seine neue Aufgabe in Wolfsburg: Neu-VfLer Luca Waldschmidt. © Imago Images / Regios24
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Luca Waldschmidt spielt seit dieser Saison für den VfL Wolfsburg. Doch wenn er den Namen seines neuen Klubs hört, denkt er als erstes an einen Treffer von sich, der schon mehr als vier Jahre zurückliegt.

Es war am 20. Mai 2017, als Luca Waldschmidt den VfL mit seinem Kopfballtreffer zum 2:1 in die Relegation gegen Eintracht Braunschweig köpfte. Lange ist's her. Seit diesem Sommer spielt der flexibel einsetzbare Offensivmann für den Wolfsburger Fußball-Bundesligisten und sprach erstmals über seinen Wechsel von Benfica Lissabon in die VW-Stadt, über den Treffer damals und darüber, wo er für die Mannschaft am wertvollsten ist.

Vor etwas mehr als vier Jahren versetzte er den HSV am 34. Spieltag in Ekstase - und sorgte für große Enttäuschung aufseiten der Wolfsburger. "Ich habe gute Erinnerungen daran", sagt der 25-Jährige schmunzelnd. "Wenn der Name VfL Wolfsburg fällt, denke ich sofort an das Tor für Hamburg." Aber nicht nur, weil er seinen Ex-Klub mit dem Kopfballtreffer vor der Relegation bewahrte, sondern auch, weil es sein erstes Bundesliga-Tor war. Dass er dem VfL damals richtig wehgetan hat, habe ihn in seiner Entscheidung, jetzt nach Wolfsburg zu wechseln, nicht zweifeln lassen. Allerdings: Vergessen hat sein Treffer beim VfL niemand. "Der eine oder andere Spruch kam schon. Das gehört dazu, glaube ich", so Waldschmidt.

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Sein Tor von damals - Geschichte. Der VfL hat sich nach zwei Relegationsjahren in Folge stabilisiert, spielt in dieser Saison zum dritten Mal in der Vereinsgeschichte in der Champions League. Waldschmidt freut sich drauf. Aus dem sonnigen Lissabon ging's in die Arbeiterstadt Wolfsburg. "Auf dem Thermometer wird man die Gründe dafür nicht finden", sagt der deutsche Nationalspieler lachend. "Aber es geht ja vielmehr ums Sportliche, ich wollte unbedingt zurück in die Bundesliga." Auch, um für die DFB-Elf wieder "mehr ins Blickfeld zu kommen. Es ist mein Ziel, da wieder hinzukommen." Der bisher letzte Kontakt zum Nationalteam war eher nicht so schön. Und zwar zu Ex-Bundestrainer Jogi Löw, "als er mir gesagt hat, dass ich bei der EM nicht dabei bin".

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In Wolfsburg nimmt Waldschmidt einen neuen Anlauf. In Lissabon sei es "nicht so einfach" gewesen - "ein neues Land, weg von der Familie und von Freunden", schildert Waldschmidt. Die Stadt habe er wegen Corona "nie wirklich kennenlernen dürfen". Trotzdem sei sein einjähriges Engagement bei Benfica (27 Spiele, sieben Tore, zwei Vorlagen) "eine Erfahrung, die fürs Leben bleibt - sportlich wie auch persönlich". Der Angreifer sei gereift, könne sich nun "noch besser in die Menschen hineinversetzen, die nach Deutschland kommen und die Sprache nicht sprechen", weil es ihm in Portugal ähnlich ging.

Viel gesehen hat er von Wolfsburg bisher auch nicht. "Ich musste am Anfang noch im Hotel bleiben und durfte nur zum Training, weil Lissabon noch Risikogebiet war. Dann kam die Kopfverletzung dazu. Ich habe ein paar Wohnungen angeschaut, war in der Stadt mal unterwegs", erzählt Waldschmidt. Seinem Kopf geht's nach dem Trainings-Zusammenprall mit Sebastiaan Bornauw wieder besser. Am Mittwoch (12 Uhr) beim Test gegen Hannover 96 wird er wohl seine Premiere im VfL-Trikot feiern.

Auf welcher Position, das entscheidet Trainer Mark van Bommel. Waldschmidt jedenfalls ist vorne flexibel einsetzbar. "Am wertvollsten bin ich nah beim Tor, wenn ich zum Abschluss kommen oder meine Mitspieler in Szene setzen kann", sagt Wolfsburgs Nummer 28. Nah beim Tor - also ein Konkurrent für Torjäger Wout Weghorst? "Nein", sagt Waldschmidt und lacht. "Das ist nicht so meine Position, eher die drei Positionen dahinter." Er lasse sich aber auch gern mal "etwas nach hinten fallen, wenn es nötig ist".


Von kleinauf spielt Waldschmidt Fußball, wuchs in einer fußballbegeisterten Familie mit Papa und Ex-Profi Wolfgang Waldschmidt (unter anderem für Darmstadt 98 aktiv) auf. Nach den Hausaufgaben ging es immer direkt auf den Rasen. "Es war der Klassiker", beschreibt der Neu-VfLer. "Du kanntest die Nummern deiner drei besten Freunde auswendig, hast angerufen und ab auf den Sportplatz." Für Eintracht Frankfurt feierte er im April 2015 in Dortmund seine Bundesliga-Premiere. Über Hamburg ging es nach Freiburg. Der SC "war meine wichtigste Station, da bin ich erst richtig Bundesliga-Spieler geworden. Hamburg und Frankfurt zähle ich nicht so dazu, es hat sich nie so angefühlt, dass ich richtig angekommen bin." Das wird nun in Wolfsburg hoffentlich anders.

Arnold fehlt beim VfL-Training

Es war überschaubar beim VfL-Training am Dienstag: Die Länderspiel-Fahrer weilen bei ihren Nationalmannschaften (darunter Neuzugang Dodi Lukebakio für Belgien), Xaver Schlager und Kevin Mbabu (beide Knieverletzung) konnten nicht mitüben. Zudem fehlte Maximilian Arnold auf dem Platz, der Mittelfeldspieler ist krank. Daniel Ginczek hingegen hat seinen grippalen Infekt überstanden und trainierte mit der Mannschaft. Langsam bergauf geht's bei Paulo Otavio, der Linksverteidiger übte nach seiner Sprunggelenksverletzung im Kraftraum.