04. März 2018 / 09:35 Uhr

Was passiert mit dem HSV beim Bundesliga-Abstieg? Hier sind drei Szenarien

Was passiert mit dem HSV beim Bundesliga-Abstieg? Hier sind drei Szenarien

Sönke Gorgos
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Drei Szenarien für den HSV - kompletter Neuanfang oder kaum Veränderung beim Abstieg?
Drei Szenarien für den HSV - kompletter Neuanfang oder kaum Veränderung beim Abstieg? © Getty
Anzeige

Dem Hamburger SV droht der erste Abstieg der Bundesliga-Geschichte. Wie geht es mit den Norddeutschen weiter, sollte es tatsächlich den bitteren Gang in die 2. Bundesliga geben? Der SPORTBUZZER zeigt Vor- und Nachteile von drei Szenarien.

Dem Hamburger SV droht der Abstieg – zum ersten Mal in der Geschichte der Bundesliga könnte es nach dem 0:0 gegen Mainz 05 in der kommenden Saison ein Jahr ohne den Dino geben. Während sich der SPORTBUZZER schon mal auf die Suche nach einem möglichen neuen Job für den knuddeligen HSV-Dino gemacht hat, muss man sich an der Elbe mit ernsteren Fragen auseinandersetzen.

Anzeige

Wie geht es angesichts von sieben Punkten Rückstand auf den Relegationsplatz weiter? Wie reagiert man auf den erwartbaren Abstieg? Der SPORTBUZZER zeigt drei mögliche Szenarien auf.

Mehr zur HSV-Krise

1. Der komplette Neuanfang:

Komplette Neuaufstellung: Wer wird den HSV nach dem Abstieg leiten?
Komplette Neuaufstellung: Wer wird den HSV nach dem Abstieg leiten? © Getty

Das dramatischste Szenario: neuer Trainer, neue Mannschaft, neuer Sportdirektor – und vielleicht auch ein neuer Vorstand. Sollte der HSV wirklich absteigen, muss alles auf den Prüfstand.

Vorteile:

  • ​Der HSV kann sich von finanziell erdrückenden Altlasten (Lasogga, Holtby) befreien – der Kader wird komplett auf links gezogen
  • Ein neues Führungsteam kann unverbraucht starten und vielleicht eine Euphorie entfachen
  • Man kittet den Riss zum Fanlager, der sich aufgetan hat, und schafft wieder Glaubwürdigkeit
  • Eigene Talente erhalten eine Chance

Nachteile:

  • ​Ein kompletter Neuaufbau kostet Geld, das der HSV schwerlich hat, erst recht nicht bei einem Abstieg
  • Der HSV müsste sein Tafelsilber (Fiete Arp, Gideon Jung) verscherbeln, um die Umbaumaßnahmen zu finanzieren
  • Es besteht die Gefahr, dass es auch mit neuem Führungsteam weiter bergab geht – siehe Darmstadt oder 1860 München
  • Ein kompletter Umbau braucht wahrscheinlich länger als eine Saison – hat der HSV diese Zeit wirklich?
  • Gelingt es nicht, eine Euphorie zu entfachen, gehen beim HSV traditionell schnell die Selbstzweifel los

50 ehemalige Spieler des Hamburger SV – und was aus ihnen wurde

Stig Töfting, Ruud van Nistelrooy, Anthony Yeboah und Rafael van der Vaart – vier absolute HSV-Legenden. Doch was machen sie heute? Wir haben die Wege von 50 ehemaligen Spielern des Hamburger SV weiterverfolgt – zum Durchklicken: DAS machen die Ex-Stars heute. Zur Galerie
Stig Töfting, Ruud van Nistelrooy, Anthony Yeboah und Rafael van der Vaart – vier absolute HSV-Legenden. Doch was machen sie heute? Wir haben die Wege von 50 ehemaligen Spielern des Hamburger SV weiterverfolgt – zum Durchklicken: DAS machen die Ex-Stars heute. ©

2. Der Umbau auf Raten:

Tatsuya Ito gehört zu den Jungen, die nachkommen. André Hahn könnte beim HSV bleiben.
Tatsuya Ito gehört zu den Jungen, die nachkommen. André Hahn könnte beim HSV bleiben. © Getty

Jens Todt bleibt als Sportdirektor noch bis Jahresende und baut den Kader für die kommende Saison auf. Möglich, dass HSV-Kenner Hollerbach Trainer bleibt – und auch einige erfahrene Spieler (Sakai, Mavraj, Hunt, Hahn) könnten in Hamburg bleiben.

Anzeige

Vorteile:

  • ​Der Umbruch wäre nicht so hart – und geht (noch) nicht krass ins Geld
  • Junge Spieler aus der eigenen Jugend oder frisch verpflichtete Talente können von erfahrenen Leuten lernen
  • Die Mannschaft kann sich schneller einspielen und hat Bundesliga-erprobtes Personal für die 2. Liga an Bord

Nachteile:

  • ​Der Vertrag von Todt läuft nur noch bis Jahresende (Verlängerung unwahrscheinlich) – lässt sich ein Nachfolger (Schmadtke, Heldt?) darauf ein? Unwahrscheinlich
  • Ein Erfolg ist bei einem verzögerten Umbau nicht garantiert
  • Der HSV müsste wohl trotzdem sein Tafelsilber verkaufen, kann sich finanziell aber leichter konsolidieren
  • Macht der HSV mit einigen Abstiegs-Spielern weiter, kann es ein Glaubwürdigkeitsproblem geben – hat die Vereinsführung wirklich verstanden?
  • Die Mannschaft geht vorbelastet in die neue Saison – viele Spieler haben den Schmerz des für den HSV einmaligen Abstiegs miterlebt

3. Vieles bleibt beim Alten:

Mavraj und Papadopoulos könnten beim HSV bleiben.
Mavraj und Papadopoulos könnten beim HSV bleiben. © Getty

Das Modell, das etwa Hannover 96 mit Daniel Stendel und einem nur minimal veränderten Kader probiert hat – beim HSV aufgrund der Altlasten eher unwahrscheinlich. Es würde bedeuten: Hollerbach bleibt Trainer, Todt Sportdirektor und Heribert Bruchhagen Vorstandschef. Auch die Mannschaft bleibt in weiten Teilen zusammen.

Vorteile:

  • ​Trainer Hollerbach hat Zweitliga-Erfahrung
  • Er muss seinen Kader nur punktuell verändern: Diekmeier, Holtby, Schipplock sind als Abgänge fix
  • Die Verantwortlichen und Spieler haben das Messer zwischen den Zähnen, wollen sich für die Blamage revanchieren

Nachteile:

  • ​Massive Glaubwürdigkeitsprobleme – das machen die Fans nicht mit
  • Die Gehaltsstruktur bleibt aufgrund von vielen Bundesliga-Stars sehr hoch
  • Wie viele Spieler können die Hamburger wirklich halten?
  • Wie viel Lust haben Stars wie Wood, Hunt und Papadopoulos auf die 2. Liga?

Hamburger SV in der Einzelkritik gegen Mainz 05

Großer Kampf nicht belohnt: Der Hamburger SV spielt nur Remis gegen Mainz 05. Alle Spieler hier in der Einzelkritik. Zur Galerie
Großer Kampf nicht belohnt: Der Hamburger SV spielt nur Remis gegen Mainz 05. Alle Spieler hier in der Einzelkritik. ©

Fazit:

Die Personalwechsel in der HSV-Führung seit 2014

Beim Hamburger SV nehmen die Personalwechsel kein Ende. Seit Bildung der Fußball-AG im Juli 2014 tauschte der Fußball-Bundesligist immer wieder in der Führungsetage.

01.07.2014 - Dietmar Beiersdorfer wird erster Vorstandsvorsitzender
der neuen Fußball-AG des Hamburger SV. Zur Galerie
Beim Hamburger SV nehmen die Personalwechsel kein Ende. Seit Bildung der Fußball-AG im Juli 2014 tauschte der Fußball-Bundesligist immer wieder in der Führungsetage. 01.07.2014 - Dietmar Beiersdorfer wird erster Vorstandsvorsitzender der neuen Fußball-AG des Hamburger SV. ©

Wie der HSV sich bei einem Abstieg aufstellt, ist schwer zu prognostizieren. Am wahrscheinlichsten erscheint eine Mischung der Szenarien 1 und 2, also ein recht krasser Einschnitt für Kader und Führungsriege der Hamburger. Wichtig wird sein, die Fans mitzunehmen – denn die drohte der HSV in den vergangenen Wochen zu verlieren. Das ist bedenklich und war bei den Relegations-Erfolgen 2014 und 2015 noch anders.

[Anzeige] Kein Bundesliga-Spiel verpassen: Checke hier die aktuellen Streaming-Angebote von WOW/Sky und DAZN.